Nach Immobiles Frust konzentriert sich der BVB auf Juventus

Immobile jubelt - über den Treffer seines Teamkollegen Aubameyang. Er selbst war erneut nicht in der Startelf.
Immobile jubelt - über den Treffer seines Teamkollegen Aubameyang. Er selbst war erneut nicht in der Startelf.
Foto: Getty-Images
Was wir bereits wissen
Bei Neuzugang Immobile läuft es noch nicht beim BVB. Interview-Aussagen des Italieners sorgten vor dem Juventus-Kracher für Irritationen.

Stuttgart.. Auch wenn Borussia Dortmunds Trainer nach dem 3:2-Sieg am Freitag beim VfB Stuttgart noch einmal eindringlich die Priorität der Fußball-Bundesliga gegenüber der Champions League bekräftigte, drehte sich am Wochenende beim BVB erst einmal alles um Italien. Das liegt erstens am Auftritt der Borussen in der Königsklasse am Dienstag bei Juventus Turin und zweitens an einem Interview von Ciro Immobile.

Der italienische Nationalstürmer hatte in einem Interview in der „SportWeek“, einem Magazin von „La Gazzetta dello Sport“, einige Sätze mit Folgen gesagt. Seinen Eindruck, „die Deutschen sind kalt, da kann man nichts machen“, könnte man als allgemeine Erkenntnis registrieren, doch der folgende Satz betraf auch das Innenverhältnis der BVB-Mannschaft: „In den acht Monaten, seitdem ich hier bin, hat mich kein Teamkollege zu sich nach Hause zum Abendessen eingeladen.“

In den Zeiten, in denen sich die Dortmunder in der Liga mit dem dritten Erfolg in Serie endlich wieder stabilisiert hatten, wollte der Klub keine neue Unruhe aufkommen lassen. Jedenfalls entschuldigte sich Immobile auf seiner Facebook-Seite für seine Aussagen. Der „informelle“ und „leichte“ Ton des Interviews sei bei der Übersetzung ins Deutsche verloren gegangen, schrieb er. Die Zitate seien korrekt wiedergegeben, allerdings habe er nie den Verein oder seine Teamkollegen kritisiert. „Ich habe einfach nur von den kulturellen Unterschieden erzählt, die mir in diesen ersten Monaten in Deutschland einige Schwierigkeiten bereitet haben“, stellte der Angreifer klar.

Reus und Aubameyang harmonieren "wie Brüder"

Auf dem Rasen sorgt Immobile, der vor der Saison für 18,5 Millionen Euro vom FC Turin nach Dortmund gekommen war, für weniger Aufsehen. Den Kampf um den Platz im BVB-Sturmzentrum hat der 25-Jährige jedenfalls vorerst gegen Pierre-Emerick Aubameyang verloren. Der Hochgeschwindigkeits-Angreifer aus Gabun traf in Stuttgart bereits zum neunten Mal. Vor allem mit Marco Reus harmoniert er bestens: Vier Tore und zwei Vorlagen für Aubameyang, drei Tore und eine Vorlage für Reus allein in den letzten drei Spielen. „Wir sind wie Brüder, verstehen uns auf dem Platz und auch privat super“, sagte Aubameyang. „Ich spüre, dass der Trainer auf mich setzt und ich sein vollstes Vertrauen genieße.“

Fangewalt Obwohl Immobile noch nicht zu seiner gewünschten Form fand, gibt er dafür ausdrücklich in dem Interview mit der italienischen Zeitung nicht Klopp die Schuld: „Er spricht viel mit mir, macht mir Mut und leidet mit mir.“ BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zog am Wochenende einen Schlussstrich unter das Mini-Mini-Affärchen. „Die Sache ist aus der Welt“, sagte er der „Bild“. „Es scheint unterschiedliche Ansichten von Kulturen zu geben. Bei uns ist es üblich, dass die Mannschaft mal was gemeinsam essen geht. Aber es gibt keine Einladungen von Spielern. Das ist scheinbar in Italien anders.“ Und auch Immobile blickt wieder nach vorne. „Jetzt genug von diesem Quatsch. Wir haben ein Champions zu spielen“, twitterte er auf Deutsch. Nicht nur der Italiener ist gespannt, ob der BVB am Dienstag seine Sieges-Serie auch in der Königsklasse bei Juventus Turin fortsetzen wird.