Nach Elfmeter-Slapstick rät Kehl den Bayern zum Üben

Machte es vom Elfmeterpunkt besser als Lahm und Co. und hatte danach einen Ratschlag für die Bayern parat: Dortmunds Dauerbrenner Sebastian Kehl.
Machte es vom Elfmeterpunkt besser als Lahm und Co. und hatte danach einen Ratschlag für die Bayern parat: Dortmunds Dauerbrenner Sebastian Kehl.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
München sucht die Schuld beim Schiri, Dortmunds Dauerbrenner gibt dem Rekordmeister Ratschläge. Ein kurioses Elfmeterschießen und seine Folgen.

Essen.. Als hätten die 120 Minuten zuvor nicht schon für Gesprächsstoff genug gesorgt: Das Elfmeterschießen beim Pokaltriumph des BVB in München am Dienstagabend war an Kuriositäten kaum zu überbieten. Unfassbar unglücklich für die einen, Startschuss für eine Jubelorgie für die anderen - aber von keinen irgendwie richtig zu fassen.

DFB-Pokal Erst rutschten Philipp Lahm und Xabi Alonso an fast identischer Stelle aus und jagten ihre Bälle Richtung Bayern-Kurve, dann parierte Mitch Langerak den Strafstoß von Götze, schließlich traf Manuel Neuer nur die Latte. Ein Elferschießen ohne Treffer: ein Novum in der langen Geschichte des FC Bayern. Und umso erstaunlicher, weil noch im Viertelfinale alle fünf Münchener sicher versenkt hatten. "Einfach bitter", meinte Bayern-Coach Pep Guardiola. Fehlschütze Lahm hatte immerhin noch ein wenig Galgenhumor übrig: "Es gibt sicher bessere Momente auszurutschen als im Elfmeterschießen."

Langerak spielt "mind games" mit den Bayern

Ein paar Meter weiter lächelte Mitch Langerak indes bis über beide Ohren. Der 26-Jährige, der beim BVB eigentlich der zweiten Garde angehört, hatte zuvor mit großer Abgebrühtheit überrascht. Aufreizend lange war er vor den Schüssen der Münchener neben seinem Tor stehen geblieben, hatte sich dadurch sogar eine gelbe Karte eingehandelt. "Mind games" seien das gewesen, gestand er ganz offen, Psycho-Spielchen. An der Grenze des Fair Play freilich, aber sicher nicht darüber - und vor allem überraschend selbstbwusst. "Diese Elfmeter - das sind meine Dinger", meinte Langerak.

Stimmen Die Provokationen des Australiers waren den Bayern allerdings weniger ein Dorn im Auge als die Leistung von Schiedsrichter Peter Gagelmann. Der hatte in der 56. Minute ein Handspiel von Dortmunds Linksverteidiger Marcel Schmelzer übersehen, das mit Elfmeter hätte geahndet werden müssen und wohl das 2:0 der Münchener bedeutet hätte. Monierten Lahm und Thomas Müller in dieser Causa noch sachlich, reagierte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge ungehaltener: "75 000 im Stadion haben in der einen entscheidenden Szene alles gesehen. Wenn der eine das dann nicht sieht, dann kann ich ihm einen Optiker empfehlen."

"Das machen die immer, wenn sie gegen uns verlieren"

Unaufgeregter gab sich angesichts der Diskussion Sebastian Kehl, für den das Pokalfinale am 30. Mai wohl das letzte Spiel im BVB-Trikot nach über 13 Jahren sein wird. "Das haben sie immer gemacht, wenn sie gegen uns verloren haben. Jetzt die Schuld beim Schiri suchen, ist Banane", sagte sagte Dortmunds Routinier in ruhigem Ton zur Münchener Schiri-Schelte - und holte dann doch noch zu einem kleinen Seitenhieb aus: "Wenn sie keine Elfmeter schießen können, müssen sie es üben."