Lob für die BVB-Fans - und Warnung vor Eintracht Frankfurt

Egal ob Sieg oder Niederlage: Auf den Zuspruch ihrer Fans können sich die BVB-Spieler um Neven Subotic bislang verlassen.
Egal ob Sieg oder Niederlage: Auf den Zuspruch ihrer Fans können sich die BVB-Spieler um Neven Subotic bislang verlassen.
Foto: Getty
Was wir bereits wissen
Dass die Fans von Borussia Dortmund ihre Mannschaft auch bei Niederlagen euphorisch feiern, hat eine Diskussion ausgelöst, ob dies nicht kontraproduktiv ist. BVB-Trainer Klopp würde die Diskussion gerne mit einem Sieg über Eintracht Frankfurt beenden - warnt aber vor den Qualitäten der Hessen.

Dortmund.. Es sind Bilder, die man in den vergangenen Jahren oft gesehen hat: Die Spieler von Borussia Dortmund stehen nach dem Spiel erschöpft vor ihren Fans - und werden von diesen frenetisch gefeiert. Eine Szene, die auch in diesem Jahr nach fast jedem Spiel zu beobachten ist - und doch ist etwas anders: In der laufenden Saison werden die BVB-Spieler nicht wegen, sondern trotz ihrer Ergebnisse gefeiert. Auch nach jeder der bislang schon sieben Bundesliga-Niederlagen konnten sich die schwarz-gelben Fußballer vom Applaus ihrer Anhänger trösten lassen, selbst die blutleere Darbietung beim 0:2 gegen den FC Arsenal änderte nichts am gewohnten Bild.

Und während BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke auf der Mitgliederversammlung den Ton gegenüber der Mannschaft deutlich verschärfte, empfingen die Mitglieder die Kicker abermals mit stehenden Ovationen. "Es sind wichtige Punkte angesprochen worden", sagte danach Mittelfeldspieler Oliver Kirch. " Allerdings ist noch mehr hängen geblieben, wie der Empfang der Fans für uns war." Genau darin wähnen viele Beobachter eine Gefahr: das der wohlwollende Umgang des Anhangs auch mit schwachen Auftritten die Mannschaft über den Ernst der Lage hinwegtäuscht. Gewohnt krawallig formulierte dies die "Bild"-Zeitung: "Sind die Kuschel-Fans gefährlich für die BVB-Luschen?"

Es ist eine Gefahr, die Trainer Jürgen Klopp so nicht sehen will: "Wir haben hier eine ganz große Chance, zu zeigen, dass man auch in so einer Situation nicht schafft, einen Keil zwischen die Mannschaft und die Fans zu treiben", sagt er. "Ich kann die Unzufriedenheit absolut verstehen, ich bin auch nicht glücklich."

Klopp warnt: "Das ist eine richtig gute Bundesligamannschaft"

Dass eine andere Reaktion einen positiveren Effekt hätte, glaubt Klopp nicht: "Dass darüber diskutiert wird, verstehe ich, als hilfreich erachte ich es nicht, wenn es jetzt zu einem Pfeifkonzert kommt", meint er. "Das Entscheidende ist, dass wir das durch unsere Leistung beeinflussen. Idealerweise spielen wir am Sonntag so, dass diese Diskussion am Sonntag direkt wieder beendet ist."

Gegner Eintracht Frankfurt, zu dem es am Sonntag geht (17.30 Uhr/im Live-Ticker), zeigt, wie schnell sich die Stimmung drehen kann: Die Hessen konnten ihre Krise mit einem überzeugenden 3:1-Sieg bei Borussia Mönchengladbach zumindest unterbrechen und erwarten den BVB nun mit breiter Brust. "Das ist natürlich eine richtig gute Bundesligamannschaft", sagt Klopp und zählt einige Spieler auf: Stendera, Inui, Aigner, Hasebe, Seferovic und Meier. "Da habe ich echt auch schon Schlimmeres gehört."

Verunsicherung beim BVB dürfte gewachsen sein

Die Verunsicherung bei den BVB-Spielern dürfte dagegen durch die jüngsten Misserfolge noch gewachsen sein. "Dass alles schöner, heller, sonniger ist, wenn man die Spiele gewinnt, steht völlig außer Frage", sagt Klopp - und schiebt mit säuerlichem Lächeln hinterher: "Aber das gehört dazu – und wenn man es positiv sehen will, kann man sagen, wir haben mittlerweile ein bisschen Übung darin."

Er könnte allerdings gut darauf verzichten, diese Übung gegen Frankfurt noch weiter zu vertiefen.