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Langsam greift beim BVB ein Rädchen ins andere

20.10.2009 | 06:24 Uhr
Langsam greift beim BVB ein Rädchen ins andere

Dortmund. Der 2:0-Derbysieg des BVB gegen Bochum sorgte auch am Tag danach noch für viele Diskussionen. Es ging aber nicht um Rudelbildung nach dem Abpfiff, um fliegende Ellbogen oder strittige Schiedsrichter-Entscheidungen. Thema war, ganz unspektakulär, das Spielsystem von Jürgen Klopp.

Ein 4-3-3 mit drei Stürmern hatten einige Fans gesehen. Ein 4-2-3-1 mit einem Stürmer wollten die meisten Stadion-Zuschauer sowie die Sportjournalisten beobachtet haben. Ein anerkanntes Fußball-Fachblatt aus Franken hatte sowohl das 4-2-3-1 als auch ein 4-4-2 gesehen.

Der starke Mohamed Zidan (l.) gegen den Bochumer Anthar Yahia. (Foto: Getty)

Fußball-Fachmann Jürgen Klopp klärt auf: „Meine Mannschaft hat ein 4-4-2 gespielt. Die Übergänge von einem zum anderen System sind aber sicher schwammig”, sagte Klopp, dem es vor allem darum geht, wie seine Profis spielen.

Strittige System-Analyse

Die strittige System-Analyse zeigt: Beim BVB muss nicht über Leistung diskutiert werden. Denn die stimmte am Sonntag und regte schon wieder die Phantasie an. „Nur noch vier Punkte bis Platz 5”, rechneten die BVB-Fans. Jürgen Klopp gab in einer WDR-Sendung vorsorglich Entwarnung. „Meisterschaftsfavorit wird in den nächsten ein oder zwei Jahren schwierig.”

Für Klopp waren indes viele Einzelfaktoren des Sieges erfreulich. Seine Viererkette hat die Stabilität wiedergefunden. Wie schon gegen Mönchengladbach, als Mats Hummels zurück in die Innenverteidigung gerückt war, waren gegen Bochum gegnerische Chancen Mangelware. Zum zweiten Mal in Folge blieb der BVB ohne Gegentor. Vor der Viererkette und hinter den offensiven Außen Nelson Valdez und Kuba Blaszczykowski agierten Sven Bender (20) und Nuri Sahin (21) sicher und fast schon routiniert. Und vor der jüngsten Doppel-Sechs der Bundesliga spielte Mohamed Zidan.

Zidans starke Form

Den hatten viele Beobachter als Zehner-Ersatz für den verletzten Tamas Hajnal gesehen. Der Ägypter war auffälligster Borusse und wurde zu Recht zum Spieler des Abends gewählt. „Er ist momentan in hervorragender Verfassung”, findet Klopp. Sein Zidan ging viele weite Wege, gab vier Torschüsse ab und legte uneigennützig vier weitere auf. Nur das nach dieser Leistung verdiente Tor blieb ihm verwehrt.

„Wenn wir die gleiche Einstellung wie gegen Bochum auf den Platz bringen, können wir jeden Gegner schlagen”, ist Nuri Sahin sicher. Die nächste Gelegenheit, das zu zeigen, besteht am Freitag beim ungeschlagenen Tabellenführer in Leverkusen. Erfreulich für Klopp: Gestern absolvierten alle Profis nahezu beschwerdefrei das Auslaufen. Gegen Leverkusen könnte er also auf die Erfolgself und die Erfolgstaktik aus dem Derby setzen.

Für das so abwechslungsreich interpretierte System brachte Mats Hummels übrigens noch ein weiteres Modell ins Spiel: „Der Sieg war eine Empfehlung für das 4-5-1...”

Thorsten Schabelon

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