Klopp sieht den BVB gegen Liverpool als haushohen Favoriten

Alle Blicke und Mikrofone sind auf Jürgen Klopp gerichtet. Der Trainer kehrt mit dem FC Liverpool nach Dortmund zurück.
Alle Blicke und Mikrofone sind auf Jürgen Klopp gerichtet. Der Trainer kehrt mit dem FC Liverpool nach Dortmund zurück.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Der ehemalige Dortmunder Trainer Jürgen Klopp freut sich auf das Gastspiel in der Europa League mit Liverpool an seiner alten Wirkungsstätte.

Liverpool.. Am Ende ist alles wie immer nach einem Termin mit Jürgen Klopp: Der Journalist ist eine gute halbe Stunde lang bestens unterhalten worden, sitzt nun vor seinem Block und fragt sich, wie er das alles nun in einem Text unterbringen soll. Denn Klopp, der Trainer, der von sich sagt, er stehe gar nicht gern im Mittelpunkt, ist mit seinem schnoddrigen Charme noch immer ein begnadeter Entertainer. Daran hat sich in seiner knapp sechsmonatigen Amtszeit beim FC Liverpool nichts geändert.

Das bekannte Grinsen

Das Grinsen ist breit wie eh und je, die Sätze mit den schönsten Zitaten gespickt – und die sind jetzt wieder besonders gefragt in Fußball-Deutschland, da es in genau einer Woche in der Europa League zum Duell kommt zwischen dem neuen Arbeitgeber und dem alten – der doch so viel mehr war als bloß ein Arbeitgeber.

Borussia Dortmund „Ich war sieben Jahre da, das muss man nicht wegdiskutieren“, sagt Klopp auf dem Trainingsgelände des FC Liverpool in Melwood. „Und ich bin super glücklich über diese Zeit.“ Das letzte gemeinsame Jahr, in dem mit Ach und Krach noch die Qualifikation für die Europa League geschafft wurde, schließt er explizit mit ein. Obwohl die außergewöhnliche Beziehung da schon deutliche Abnutzungserscheinungen zeigte.

Und nun das Wiedersehen mit dem Klub, der laut Klopp haushoher Favorit auf den Europa-League-Titel ist. Dahinter steckt natürlich Understatement, das Klopp schon zu Dortmunder Zeiten gern gepflegt hat. Aber auch ehrliche Anerkennung. „Sie spielen außergewöhnlich guten Fußball, das ist natürlich eine Weiterentwicklung“, urteilt er. „Thomas Tuchel ist ein fantastischer Trainer.“

Emotionen versucht Klopp herunterzuspielen

Aber schon in Dortmund hat der 48-Jährige „gern und häufig Favoriten geschlagen“. Das soll nun der BVB zu spüren bekommen. „Wenn wir an einem guten Tag, den wir brauchen werden, den Plan, den wir haben werden, gut umsetzen, ist es kein Zuckerschlecken, gegen uns zu spielen“, droht Klopp.

BVB Die Emotionen versucht er im Vorfeld nach Kräften herunterzuspielen: „Im Fußball ist es Gott sei Dank anders als im Leben, man darf mehrere Lieben haben“, sagt der Trainer. Er habe ja auch zu seinem früheren Verein Mainz 05 eine intensive Beziehung – und konnte trotzdem problemlos mit Dortmund als Gegner antreten.

Wunderschönes Westfalenstadion

Nun kommt es erneut zum Duell mit einem Ex-Arbeitgeber, das auch ohne die Personalie Klopp ein besonderes wäre. Es treffen „zwei der außergewöhnlichsten Vereine weltweit aufeinander“, freut sich der Trainer. „Ich freue mich schon, meiner Mannschaft und allen Liverpool-Fans, die Tickets kriegen, dieses wunderschöne Westfalenstadion zu zeigen.“ Und auch für das Rückspiel eine Woche später kündigt der Trainer „eine außergewöhnliche Atmosphäre“ an: „Dafür sollten wir im Hinspiel aber ein Ergebnis erzielen, mit dem man noch einigermaßen im Rennen ist“.

Spricht’s und grinst das altbekannte Grinsen.