Kehl geht beim BVB mit Gefühl - Wie würde Hummels gehen?

Was wir bereits wissen
Borussia Dortmund bietet Weltmeister Hummels in der kommenden Saison nur wenige Gründe zum Bleiben. Diese könnten aber gewichtig sein. Ein Kommentar

Dortmund.. Als Sebastian Kehl mit seinem Treffer zum 3:2 den Einzug in das Pokal-Halbfinale sichergestellt hat, war das wunderbar für Borussia Dortmund. Dass ausgerechnet der alte Kapitän dieses Tor erzielt hatte, dürfte über die vom puren Ergebnis beförderten Gefühle hinaus bei den Fans des BVB aber noch weitere ausgelöst haben: noch mehr Freude, weil diesem Spieler ein hohes Maß an Respekt entgegen gebracht, weil es diesem Spieler gegönnt wird, auf den letzten Metern seiner langen Karrierestrecke weitere Höhepunkte einzusammeln.

Mats Hummels hat diesen Status noch nicht erreicht (für Fußballromantiker: diesen Platz in den Herzen noch nicht erobert). Und ob er das jemals schaffen wird, das lässt sich bezweifeln. Der neue Kapitän hat nämlich das Signal, das Marco Reus mit der Ausdehnung seiner Vertragslaufzeit gesetzt hat, umgekehrt eingepflockt. Er hat ehrlicherweise und legitimerweise erklärt, dass er sich eine Zukunft außerhalb der Grenzen des Reiches Schwarzgelb vorstellen könne. Was bedeutet: Er versucht, für sich zu ermitteln, ob es eine Basis für den Glauben daran gibt, dass ihm der BVB die sportliche Zukunft wird bieten können, die er sich wünscht.

Warum sollte Hummels bleiben?

Ehrlich. Legitim. Und unangenehm für seinen Klub. Der wird in der kommenden Saison nur vielleicht in der ohnehin nicht sonderlich attraktiven Europa League antreten. Der wird bei den personellen Sortierarbeiten, die anliegen, keinen Zugriff auf Spieler von der Qualität haben, die es ihnen erlaubt, nur Champions-League-Teilnehmer als Brötchengeber zu akzeptieren. Der kann wegen der Überholmanöver anderer Vereine nicht mehr für sich reklamieren, die zweite Kraft des deutschen Fußballs zu sein.

Warum also bleiben? Vielleicht wegen der Idee, dass man daran beteiligt sein könnte, Wolfsburger oder Gladbacher wieder in die Schranken zu weisen. Vielleicht auch wegen der Gefühle. Dieser Kehl-Gefühle.