Jetzt fehlt auch noch Piszczek - Der BVB humpelt ins Derby

Verletzt: BVB-Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek.
Verletzt: BVB-Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Die Dortmunder Verletzten- und Krankenliste ist länger geworden - das schmerzt vor dem Revierderby gegen Schalke mehr als das 1:2 bei Juventus Turin.

Turin/Dortmund.. Die Szenerie am Flughafen in Turin musste für andere Passagiere fast etwas befremdlich wirken. Da kamen drei Männer des Weges, sie trugen graue Anzüge, blaue Hemden, dunkle Krawatten – und einen Mundschutz im Gesicht. Sie bestiegen Flug Nummer 3303 nach Dortmund. Ihre Namen: Neven Subotic, Shinji Kagawa und Kevin Kampl. Isoliert vom Rest der Mannschaft von Borussia Dortmund reisten die drei Fußball-Profis nach dem 1:2 im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League zurück in die Heimat. Die letzte Reihe wurde für sie im Flieger frei gemacht, ihre Kollegen saßen ganz vorn. Beim BVB herrscht Viren-Alarm. Nur eine von mehreren Sorgen nach dem erfolglosen Kurztrip ins Piemont.

Kampl und Subotic waren in Turin wegen einer Magen-Darm-Erkrankung nicht spielfähig, bei Kagawa handelte sich die Quarantäne um eine reine Vorsichtsmaßnahme, weil er sich nicht wohl fühlte. Niemand soll sich schließlich neu anstecken. Denn am Samstag steht der Borussia das nächste bedeutsame Spiel ins Haus: das Revierderby gegen den FC Schalke (Samstag, 15.30 Uhr, live in unserem Ticker), das darüber entscheiden wird, ob sich Schwarz-Gelb weiter nach oben in der Tabelle orientieren kann oder wieder hinabrutscht in den Abstiegskampf. Da wird jeder Mann benötigt.

Die personelle Lage hat sich nicht gerade verbessert in Turin. Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek wurde in den Krankenstand gegrätscht. Die Diagnose lautet: Teilriss der vorderen Syndesmose im linken Sprunggelenk. Das bedeutet: sechs Wochen Pause. Das Derby verpasst er also auch. Innenverteidiger Sokratis hofft noch, dass es schnell wieder gehen wird. Aber auch er musste ausgewechselt werden: muskuläre Probleme im Leistenbereich. In seinem Fall soll die genaue Diagnose am Donnerstagmorgen nach einer Kernspintomographie vorliegen. Stand jetzt ist vor allem die Defensive ausgedünnt. Rechtsverteidiger-Ersatz Kevin Großkreutz ist noch verletzt, Erik Durm erst auf dem Weg zurück zur Fitness. Dortmund humpelt und ächzt ins Derby.

„Ich bin mir sicher, dass wir gegen Schalke noch eine Schippe drauflegen können und werden“, sagte Kapitän Mats Hummels nach der Niederlage in Turin, wo das schwarz-gelbe System erneut eine erstaunliche Fehleranfälligkeit aufwies. Die Borussia kombinierte gefällig, doch schenkte dann plötzlich und ohne Not Räume her, in denen Juventus seine Gefahr entwickeln konnte. Und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, zu dem der italienische Rekord-Meister schon schwer unter Kontrolle schien.

BVB-Trainer Klopp: „Wenn schon verlieren, dann 1:2“

Kommentar „Der Zeitpunkt des 1:2 war sehr ärgerlich und unnötig. Man hat gemerkt, dass die Mannschaft und das Stadion nervös geworden sind, als sie merkten, dass es ein schweres Spiel gegen uns werden würde“, meinte Hummels und schloss seine Ausführungen mit der schönen Formulierung, dass man „theoretisch sehr gut gespielt“ habe. Theoretisch. Manchmal. Aber nicht lange genug.

In den ersten drei Spielen nach der Winterpause, in der die defensiven Abläufe im spanischen La Manga Tag für Tag so sehr geübt worden waren, hatte Dortmund nur einen Gegentreffer kassiert. In den vergangenen drei Partien gegen kriselnde Mainzer, unterirdische Stuttgarter und abgezockte Italiener waren es allerdings schon wieder sechs. Zu viele.

Mit Glück nur verabschiedete sich die Dortmunder Borussia mit einer Niederlage, die den süßen Einzug ins Viertelfinale noch erhoffen lässt. „Wenn schon verlieren, dann 1:2“, erfand Trainer Klopp so etwas wie die perfekte Niederlage, „es bleibt spannend, alles ist noch möglich“. Das gilt für das Rückspiel am 18. März ebenso wie für das Derby am Samstag. Im Guten wie Schlechten.