Immobile schießt BVB zum 2:0 in Dresden - Reus verletzt

Ein Küsschen des Siegtorschützen für die Menge: Ciro Immobile traf für den BVB zum 1:0 in Dresden.
Ein Küsschen des Siegtorschützen für die Menge: Ciro Immobile traf für den BVB zum 1:0 in Dresden.
Foto: Getty Images
Was wir bereits wissen
Ein hartes Stück Arbeit stand zwischen der Dortmunder Borussia und dem Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals. Marco Reus wurde übel gefoult.

Dresden.. Sekunden vor dem Ende stand Ciro Immobile da 13, 14 Meter vor dem Tor von Dynamo Dresden – und jubelte. Er ballte die Fäuste und schrie seine Freude heraus. Soeben hatte er den zweiten Treffer erzielt. Und als die Partie in Dresden abgepfiffen wurde, da durfte sich sich der Mann mit der Rückennummer 9 wie der Mann des Abends fühlen, weil es am Ende nun mal auf die Tore ankommt. Das ist eigentlich sein Job, den ihm aber Pierre-Emerick Aubameyang zuletzt streitig gemacht hatte. Doch am Dienstagabend schoss der italienische Stürmer Borussia Dortmund ins Viertelfinale des DFB-Pokals. Dynamo, der Drittligist, hatte sich tapfer gewehrt, doch Immobile machte den Unterschied. Er traf in der 50. Minute und in der 90. Zwei Treffer, ein Sieg, Abreise.

Der Willkommengruß geriet beabsichtigterweise nicht besonders freundlich: Über die Tribünenseite der Dynamo-Fans spannte sich eine Choreografie aus Schwarz und Gelb, in dessen Mitte eine Dampfwalze zu sehen war. Unter ihr: Die Embleme des FC Schalke 04, des VfL Bochum und von Borussia Dortmund. Das verdeutlichte: Dynamo wollte auch den dritten West-Klub im laufenden Pokal-Wettbewerb eliminieren. Die erste Halbzeit ließ die Hoffnungen in Dresden in die Höhe wuchern.

Denn der BVB – angetreten in den ungewohnten weißen Trikots – tat sich spielerisch schwer. Wegen eines kleines Faserrisses musste Trainer Jürgen Klopp auf Nuri Sahin verzichten, sein Einsatz gegen Hamburg am Wochenende ist ebenfalls in Gefahr. Zudem fiel Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang mit Rückenproblemen aus, für ihn spielte Ciro Immobile. Dresdens Rumpelrasen beschwerte die neue spielerische Leichtigkeit der Dortmunder zusätzlich. Folge: Null Chancen in der ersten Halbzeit.

Schrecksekunde wegen Marco Reus

Zudem enthielt sie eine Schrecksekunde: Nach 20 Minuten blieb Marco Reus verletzt auf dem Rasen liegen, humpelte gestützt von Betreuern vom Platz, musste ausgewechselt werden. Doch offenbar hatte der Nationalspieler lediglich einen Pferdekuss davongetragen. Die letzten Minuten der ersten Halbzeit bestritt der BVB dann in Unterzahl, weil Immobile nach einem Ellbogenstoß an der Augenbraue blutete und getackert werden musste. Dresden kämpfte mit allen Mitteln, Dortmund stutzte.

Reus 48 Minuten dauerte die Gefahrlosigkeit – dann tauchte Dynamo vor dem von Mitch Langerak gehüteten Borussen Tor auf, doch der Australier parierte den Schuss von Sinan Tekerci. Keine 120 Sekunden später fiel das erste Tor. Für Dortmund. Vorbereitung: Dresden. Innenverteidiger Michael Hefele missriet ein Zuspiel derart, dass Immobiles größte Leistung fast schon war, nicht zu überrascht zu sein. Er nahm den Ball an und versenkte ihn – unbehelligt von Schwarz und Gelb - souverän im Tor. 1:0 nach 50 Minute. Erleichterung.

Nur die Effizienz macht den Unterschied

Vielleicht zu viel: Denn fast im Gegenzug schenkte Mats Hummels den Ball gegen Dresdens Top-Torjäger Justin Eilers her, der aber allein vor Langerak scheiterte. Zwei Fehler, nur ein Tor. Den Drittligisten und den Vize-Meister trennte nicht wesentlich mehr als die Effizienz bei der Chancenverwertung.

Einzelkritik Der BVB verlegte sich fortan aufs Kontern – und produzierte so mehr Chancen als der Gastgeber. Immobile lief allein aufs Dresdner Tor zu, wählte aber den suboptimalen Querpass statt den Abschluss (76.). Und Adrian Ramos umkurvte zwar Torwart Torwart Patrick Wiegers, brachte den Ball aber aus spitzem Winkel nicht im Tor unter (77.). So musste die Borussia noch ein bisschen zittern, ehe der Sieg feststand. Dank Immobile, der auf Pass von Jakub Blaszczykowski erneut traf.