Im Zug mit Jürgen Klopp
11.08.2009 | 18:31 Uhr 2009-08-11T18:31:00+0200
Dortmund. Sympath, der: jemand, der trotz Stress' stets Wohlgefallen ausstrahlt und immer ein freundliches Wort für seine Mitmenschen besitzt, siehe auch: Klopp, Jürgen.
Gestern hatte Borussia Dortmunds Trainer erneut die Gelegenheit, seinem Ruf als gutgelaunter Menschenfreund gerecht zu werden. Etwa 250 Anhänger hatten bei der Deutschen Bahn eine exklusive Autogrammstunde mit Jürgen Klopp in der neuen S-Bahn gewonnen, die mittlerweile zwischen Rhein und Ruhr unterwegs ist.
Um 13.09 Uhr trillert der Pfiff des Zugbegleiters für die Sonderfahrt Dortmund-Herne-Dortmund. Die Bahn hat die Strecke für die rund sechzigminütige Veranstaltung mit Bedacht gewählt. Nur zwei Stationen weiter und Klopp wäre in Gelsenkirchen gelandet. Aber das hätte nicht nur für ein zeitliches Problem gesorgt – der Trainer muss um 15 Uhr wieder bei seiner Mannschaft sein –, sondern auch einen Entsorgungsengpass mit sich geführt. Denn die schicken Züge haben keine Toiletten mehr. Fans, die mit der S-Bahn zum BVB-Spiel anreisen, sollten also entweder über eine starke Blase oder über Kenntnisse der Beckenboden-Gymnastik verfügen. Das hilft.
»Ich schreib' „Für Max”
Kaum rollt der Zug die ersten Meter aus dem Hauptbahnhof heraus, beginnt Jürgen Klopp seinen Namen auf Karten, Trikots, Kalender und Bücher zu schreiben und für Fotos zu posieren. Die Zuneigung geht sogar soweit, dass ein Bahn-Mitarbeiter den Klopp-Schriftzug auf seiner Krawatte festhalten lässt. „Kann ich bitte auch ein Autogramm für Laura bekommen? Und noch eins für Stefan, Sascha und Mary?” Jeder der Fans hat mindestens einen Angehörigen zu Hause, der auch auf ein Autogramm wartet.
500 Kilometer für eine Unterschrift
Wie Niklas, der sechsjährige Sohn von Enrico Rinke aus Schönhausen konnte seinen Vater nicht begleiten – denn in Sachsen-Anhalt hat die Schule bereits begonnen. Wer wie Papa Enrico nach der Nachtschicht bei Volkswagen 500 Kilometer für ein Autogramm zurücklegt, bekommt von Jürgen Klopp voll sichtbarer Anerkennung jeden Wunsch erfüllt.
Aber auch den anderen Anhängern, die geduldig auf den Sitzen warten, brät „der Jürgen”, wie ihn die Fahrgäste rufen, eine Extrawurst. „Noch eins für Max aus Aachen”, bittet ihn ein Fan. „Ich schreib' für Max. Dass er aus Aachen kommt, weiß er selbst.”
Geschenke von den Fans
Seinen Humor verliert Jürgen Klopp trotz der Hitze und der launigen Kommentare des Moderators nicht. Das könnte auch an den vielen Fans liegen, die aus der Nähe von Klopps alter Heimat Mainz angereist sind. In Butzbach, Marburg und der Pfalz haben sich die Menschen am Morgen in den Zug gesetzt, um ihrem „Kloppo” mal wieder ganz nahe zu sein.
Und weil Jürgen Klopp eben ein sympathischer Kerl ist, haben sie ihm Geschenke mitgebracht. Von Claudia Sieter aus Wiesbaden gibt's etwas Anregendes: „Wir haben für ihn eine Mappe mit Zeitungsausschnitten aus der BVB-Meistersaison 1994/1995 dabei. Damit er weiß, wie so etwas funktioniert . . .”

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