Hannover seit Enkes Tod ohne Sieg
18.02.2010 | 17:21 Uhr 2010-02-18T17:21:00+0100
Die Vorgabe ist eindeutig: Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge ist ein Sieg des BVB am Samstag (15.30 Uhr) im Signal Iduna Park gegen den Drittletzten Pflicht. Heute im Teamcheck: Hannover 96.
Der Klub: Lässt in seiner misslichen Situation nichts unversucht. Seit Sonntag kooperiert „96” mit dem österreichischen Sportpsychologen Dr. Andreas Marlovits vom Kölner Institut für Sportpsychologie und Coaching sowie dessen Partner Michael Grunwald. Manager Jörg Schmadtke erklärt: „Das körperliche Training ist intensiviert worden. Jetzt geht es darum, den Geist zu schärfen.” Bereits in der vergangenen Woche hatte sich der Verein die Dienste von Prof. Jürgen Freiwald von der Uni Wuppertal gesichert. Er koordiniert fortan die Bereiche Leistungsdiagnostik, Prävention, Rehabilitation und Kondition. Mirko Slomka, als bereits dritter Trainer nach Dieter Hecking und Andreas Bergmann, hat in bislang vier Spielen vier Niederlagen zu verantworten.
Die Mannschaft: Florian Fromlowitz (23), so erzählt man sich in Hannover, verliert den Platz im Tor an Uwe Gospodarek (36). Der hatte eigentlich schon aufgehört, wurde aber kurz vor Weihnachten reaktiviert. Zuletzt hatte Gospodarek, der einst bei den Bayern ausgebildet worden ist, bis April 2009 auf der Gladbacher Gehaltsliste gestanden. Er hat die Erfahrung aus 71 Erst- und 156 Zweitliga-Spielen. Zudem holte Jörg Schmadtke im Winter den Stuttgarter Elson und Stürmer Arouna Kone vom FC Sevilla an die Leine.
Die aktuelle Form: Es gibt eine einfache und gleichsam traurige Formel: Vor dem Freitod Robert Enkes war Hannover ausgeglichen – auch auf dem Punktekonto. Am 8. November 2009, nach zwölf Spieltagen, wies die Mannschaft vier Siege, vier Unentschieden und vier Niederlagen beziehungsweise 16 Punkte auf. Heute, zehn Spieltage später, ist es genau einer mehr. Unterm Strich steht der Relegationsplatz.
Die Ausfälle: Haben Sie etwas Zeit? Also: Die Verteidiger Steven Cherundolo (Schulterbruch), Karim Haggui (Muskelfaserriss) und Vinicius (Aufbautraining); die Mittelfeldspieler Leon Andreasen, Arnold Bruggink (beide Muskelfaserriss), Jacek Krzynowek (Knieprobleme), Jan Rosenthal (Hüftverletzung) und Salvatore Zizzo (Aufbautraining); und die Stürmer Mikael Forssell (Aufbautraining) und Didier Ya Konan (Innenbandabriss im Knie) sind verletzt bzw. zumindest nicht einsatzfähig.
Das Hinspiel: 19.09.2009 – Signal Iduna Park. „Engagiert – aber harmlos”, titelt diese Zeitung nach dem 1:1-Remis bei gleichfalls schwachen Hannoveranern. Bei allem Eifer fehlt dem BVB die Zielstrebigkeit. Die Führung durch Nuri Sahin hält nur drei Minuten an, ehe Didier Konan Ya ausgleicht. Positiv in Erinnerung: Es ist das Debüt von Sven Bender, der auf Anhieb bester Borusse ist – und seitdem nicht mehr wegzudenken ist aus der Startformation der Borussia.
Die Heimbilanz des BVB: 8 Siege - 7 Unentschieden - 3 Niederlagen. Die Statistik liest sich gut, aber: Achtung! Denn zwei der drei Niederlagen kassierte der BVB in jüngster Vergangenheit. Im Dezember 2005 hieß es 0:2, im April 2008 1:3. Der bis heute letzte Heimsieg der Borussia liegt mittlerweile über sechs Jahre zurück. Am 18. Oktober 2003 hießen die Torschützen neben dem heutigen Kapitän Sebastian Kehl noch Ewerthon (2), Jan Koller (2) und Lars Ricken. Borussia siegte 6:2.

0mitdiskutieren