Große Gefühle für alle Borussen
22.12.2009 | 17:48 Uhr 2009-12-22T17:48:00+0100Dortmund. Nun liegt das Jubiläumsjahr des BVB beinahe hinter uns und am Ende bleibt fast ausschließlich Begeisterung.
Dass was uns Fans am letzten Wochenende von der Mannschaft, von den Verantwortlichen der Borussia und ganz besonders auch von einigen Gruppierungen aus der Dortmunder Fanszene geboten wurde, war ein perfekter Abschluss eines über ganz weite Strecken wirklich gelungenen Jahres.
Den Stadionbesuch am vergangenen Samstag bei Eiseskälte wird wohl so schnell keiner der anwesenden Zuschauer vergessen. Allein die sensationelle Choreographie, die von vielen BVB-Anhängern in mühevoller und monatelanger Detailarbeit auf die Tribünen des Dortmunder Fußballtempels gezaubert hatten, lohnte schon die angesichts widriger Wetterverhältnisse teilweise beschwerliche Anreise.
Dass die Mannschaft von Jürgen Klopp mit einem verdienten „Arbeitssieg“ dann die Feierlichkeiten des Abends entsprechend einläutete, passte ins Bild. Die Lasershow nach dem Spiel, die Feiern in der großen und den kleinen Westfalenhallen – das alles war ein würdiger Rahmen für den 100-jährigen Geburtstag unseres BVB. Dies alles war dem Anlass durchaus angemessen. Nicht zu protzig, sondern einfach nur feierlich. Der 19.Dezember 2009 war ein Tag der großen Gefühle für alle Borussen.
In all dem Trubel, in all der bierseligen Feierlichkeit ging ein weiterer bemerkenswerter Aspekt rund um das Jubiläum fast unter: beim Festakt im Dortmunder Rathaus am Abend vor dem großen Jubiläum rief BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ausgerechnet Ex-Präsident Dr. Gerd Niebaum ein „Herzlich Willlkommen in der BVB-Familie“ zu und läutete damit möglicherweise auch einen ersten Schritt zur Annäherung an jenen Mann ein, unter dessen Führung Borussia Dortmund sowohl die größten sportlichen Erfolge, als auch die größte Krise der Vereinsgeschichte durchlebte. Auf die Dauer jedenfalls wird man beim BVB einen Mann wie Gerd Niebaum nicht nur auf das eine oder das andere reduzieren können. Insofern scheint nun vielleicht jene Zeit gekommen, sich einander wieder anzunähern und Gerd Niebaum auch von Fanseite her nicht weiter so gnadenlos zu ächten. Denn eines sollte man nicht vergessen: ohne den ehemaligen Präsidenten und die Erfolge unter seiner Leitung wären viele Fans, welche am letzten Wochenende ausgelassen den Geburtstag ihrer Borussia feierten, gar nicht zum BVB gekommen und hätten ihre Liebe zu diesem großartigen Verein entdeckt.
Nichts mit Liebe zu tun hatten übrigens jene armseligen Aktionen, die von einigen wenigen Idioten im Anschluss an die Fanfete in den Westfalenhallen gestartet wurden. Mülltonnen oder Polizeiautos anzuzünden, ist jedenfalls kein Ruhmesblatt, sondern eher eine Schande. Dass es überhaupt Menschen gibt, die einem derart schönen Abend durch Randale einen solch negativen Touch verleihen, stimmt nachdenklich. Sollten die Täter identifiziert werden, darf es auch von Seiten des BVB kein Pardon für derartige Entgleisungen geben. Obwohl es einem schwer fällt, das Wort „Stadionverbot“ in den Mund zu nehmen, sollte es dennoch das Mindeste sein, was man von Seiten des Clubs gegen diese Täter ausspricht. Solche „Fans“ braucht kein Mensch.
Zum Ende des Jahres 2009 bleibt nun nur noch ein kleiner Ausblick auf das, was uns Borussen die Zukunft bringen kann. Die wunderschönen Jubiläumsfeiern, die junge Mannschaft und ihr zweifellos gutes sportliches Potenzial, die weitgehend wieder gerichteten Finanzen der Borussia Dortmund KgaA – das alles bietet gewiss hervorragende Perspektiven für die kommenden Jahre.
Und wenn wir alle viel Geduld und Vertrauen in die Stärke des Vereins investieren und die Zukunft des BVB gemeinsam gestalten, dann werden irgendwann auch wieder sportliche Erfolge bis hin zu einem Titelgewinn zu feiern sein. Bis dahin können wir uns mit Erinnerungen an die großartigen Erfolge und die Fußballhelden der Vergangenheit trösten. Und darauf hoffen, dass die Mannschaft unter der Leitung von Trainer Jürgen Klopp weiterhin so schöne Fortschritte macht wie in den letzten Wochen und Monaten.
Möglicherweise gelingt im Januar schon ein deutlich besserer Start in die Halbserie als zu Beginn der vergangenen Rückrunde oder beim Auftakt in die laufende Saison. In diesem Fall hätte Borussia schon wieder einen weiteren kleinen Schritt in eine erfolgreiche Zukunft getan.
Sascha Mimberg - die-kirsche.com
