Gladbachs Christoph Kramer wird dem BVB diesmal nicht helfen

Im November entschied Gladbachs Christoph Kramer das Hinspiel gegen den BVB mit einem legendären Eigentor.
Im November entschied Gladbachs Christoph Kramer das Hinspiel gegen den BVB mit einem legendären Eigentor.
Foto: Bernd Thissen / dpa
Erst das Eigentor des Gladbacher Weltmeisters münzte die BVB-Überlegenheit im November in Zählbares um. Im Rückspiel setzt der BVB auf eigene Stärken.

Dortmund.. Eine siegbringende Strategie besteht aus mehreren Komponenten. Auf eine erneute Schützenhilfe Christoph Kramers kann Jürgen Klopp beim Plan, wie seine Dortmunder am Samstag (15.30 Uhr, live in unserem Ticker) im Borussen-Duell der Fußball-Bundesliga die Punkte in Mönchengladbach holen sollen, allerdings nicht bauen. Weil der Weltmeister zum einen nicht zu Klopps Personal gehört und zum anderen am Samstag wegen der fünften Gelben Karte zum Zuschauen verdammt ist.

DFB-Pokal Den Einsatz des Fohlen-Regisseurs hätte der Trainer des BVB aber vermutlich außerordentlich begrüßt, zumal Kramer in der Hinrunde noch maßgeblich dafür verantwortlich war, dass die Schwarzgelben sich in ihrem vielleicht besten Bundesligaspiel am Ende auch als kurioser Sieger feiern lassen durften. „Ohne eigenes Tor haben wir trotzdem gewonnen“, erinnert sich Klopp an Kramers merkwürdiges Eigentor aus beinahe 40 Metern, „Christoph war so nett, uns dabei zu unterstützen.“ Sebastian Kehl spendete damals eindrucksvoll Trost.

BVB will wieder einmal ein Hochgefühl als Ausgangspunkt nutzen

Dass Kramer ausgerechnet in diesem Duell eine Gelbsperre absitzen muss, erinnert Klopp an ein besonderes Ereignis im deutschen Fußball. „Ein Schelm wer Böses dabei denkt“, sagt der 47-Jährige allerdings mit einem Augenzwinkern, „vielleicht hat Lucien zu ihm gesagt: Christoph, damit da nichts passiert...“ 1991 hatte Kölns Trainer Erich Rutemöller mit dem Satz „Mach et, Otze“ Frank Ordenewitz angewiesen, sich im Pokal-Halbfinale gegen den MSV Duisburg (3:0) noch einen Platzverweis abzuholen. Der Stürmer hatte schon Gelb gesehen und wäre fürs Finale gesperrt gewesen. Das Vorhaben, stattdessen für Gelb-Rot ein Ligaspiel zu pausieren, wurde vom DFB jedoch durchkreuzt.

Weltmeister Kramer wird dem BVB also am Samstag nicht zu Hilfe eilen können. Allerdings gab jenes 1:0 im November vergangenen Jahres ja auch genügend Anlässe, um nun an einen aus eigenen Kräften erwirtschafteten Erfolg glauben zu dürfen.

„Etwas ganz Großes“ habe man erlebt, sagte einst Jürgen Klopp, nachdem er begeisternde Kombinationen und 21:1 Torschüsse der Seinen gesehen hatte. „Wir haben Gladbach nicht ins Spiel kommen lassen“, sagt der BVB-Trainer nun vor dem Wiedersehen, „das muss auch in diesem Spiel Teil der Idee sein. Denn wenn man sie in den richtigen Räumen spielen lässt, entwickeln sie brutale Torgefahr.“

Im x-ten Anlauf dieser Spielzeit unternimmt Borussia Dortmund am Samstag auch den Versuch, ein Hochgefühl aus einem Erfolgserlebnis als Ausgangspunkt für eine besondere Serie zu nutzen. Das 3:2 im DFB-Pokal über Hoffenheim hat gezeigt, dass die Borussia nach drei offensiv blutleeren Auftritten gegen den HSV, Köln und Juventus Turin kämpferisch dazu in der Lage ist, negativen Tendenzen entgegenzutreten.

Stimmen zur Auslosung Das 1:0 in der Hinserie über die Elf vom Niederrhein, die seit Mittwoch das Pokal-Aus gegen Drittligist Bielefeld zu verdauen hatte, sollte auch schon wie die damals überzeugenden Auftritte in der Champions League als Stimmungsaufheller wirken. Nur: Zwei Wochen danach verspielte der BVB in Paderborn eine 2:0-Führung, das Remis brachte einen von nur fünf Punkten aus den letzten sechs Spielen. „Wenn Psychologie so einfach wäre – nach einem Sieg geht alles einfacher, nach einer Niederlage gar nichts mehr –, wären wir alle deutlich schlauer“, erklärt Klopp.

BVB hat in der Rückrunde nur vier Punkte weniger als die Bayern geholt

Das Schlimmste haben die Dortmunder, immerhin fünftbeste Rückrundenmannschaft mit nur vier Punkten weniger als die Bayern, in dieser Saison hinter sich. Jetzt wollen sie mit einem blauen Auge davonkommen, über den DFB-Pokal oder Ligaplatz sieben ins internationale Geschäft einziehen. „Wir sind noch nicht Siebter, aber wir kennen die Abstände“, lässt der BVB-Trainer daran keine Zweifel aufkommen, doch „ständige Ziel-Formulierungen, dass noch etwas in die oder die Richtung geht, helfen nicht.“ Christoph Kramer, das ist sicher, wird den Dortmundern kein zweites Mal behilflich sein.