Für die Hertha ist beim Spiel gegen den BVB Zahltag

Henrikh Mkhitaryan ärgert sich über eine vergebene Chance im Hinspiel gegen die Hertha aus Berlin, das der BVB mit 3:1 gewann.
Henrikh Mkhitaryan ärgert sich über eine vergebene Chance im Hinspiel gegen die Hertha aus Berlin, das der BVB mit 3:1 gewann.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Die Tageskassen bleiben vor dem Spitzenspiel zu. Das Berliner Stadion ist ausverkauft, doch der finanzielle Erfolg der Hertha hat auch andere Gründe.

Berlin.. Auf solch einen Tag hat Ingo Schiller gewartet. Dass endlich mal keine Tageskasse am Olympiastadion öffnet. Dass alle 74 649 Plätze wieder besetzt sind. Das Bundesliga-Spitzenspiel zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr/ live in unserem Ticker) macht es möglich. Das Duell Dritter gegen Zweiter erfährt in der Hauptstadt jenen Zuspruch, den sich der Geschäftsführer Marketing, Finanzen und Organisation früher gewünscht hätte. Gegen Hoffenheim, Leverkusen, Mainz und Augsburg waren im Schnitt gerade einmal 38 500 Zuschauer gekommen.

BVB Die Metamorphose vom Abstiegskandidaten zum Champions-League-Anwärter wird gern allein Pal Dardai, Berlins Trainer des Jahres, zugeschrieben. Doch diese Erklärung greift zu kurz. Schiller hat wohl bewusst die Sportbusinessmesse Spobis in Düsseldorf als Plattform genutzt, um den größeren Zusammenhang herzustellen.

Herthas Herr der Zahlen

Fast genau auf den Tag zwei Jahre ist es ja her, dass die alte Dame plötzlich einen Partner an seiner Seite präsentierte, den die Branche misstrauisch beäugte: Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts & Co. L.P. („KKR“). Heraus kam ein auf stattliche 61,2 Millionen Euro beziffertes Investment für den klammen Klub. „Heiligabend 2013 kam von KKR der entscheidende Anruf“, erinnert sich Schiller.

Pulisic Herthas Herr der Zahlen ist mit der Zwischenbilanz zufrieden. „Ich behaupte, dass unsere Entwicklung ohne diese Partnerschaft nicht so verlaufen wäre.“ In der Endphase der Ära Dieter Hoeneß waren Einnahmen und Rechte in Besorgnis erregendem Umfang im Vorgriff veräußert worden.

Schiller räumt in der Rückschau ein: „Wir standen mit dem Rücken zur Wand und hatten das ganze Spektrum der Fremdfinanzierung ausgeschöpft.“ Zwei Abstiege (2010 und 2012) verhagelten die Bilanz.

42 Millionen Euro Schulden

Vor zwei Jahren lag das negative Eigenkapital bei 8,3 Millionen Euro, Verbindlichkeiten von 42 Millionen türmten sich auf. Letzterer Posten war in der am 30. Juni 2015 vorgelegten Bilanz auf 15,9 Millionen reduziert, an Eigenkapital stehen fast 23 Millionen zur Verfügung. Und vielleicht winken bald Millionen-Einnahmen aus der Champions League, sollte es gelingen, Rang drei bis Saisonende zu verteidigen.