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Erwartet hat keiner etwas - und doch war es möglich!

15.02.2010 | 16:59 Uhr
Erwartet hat keiner etwas - und doch war es möglich!

Tja, die Bayern. Ein interessantes Volk, fürwahr. Seit jeher befleißigen sie sich einer „mir san mir“-Mentalität und pflegen, aller Postmoderne zum Trotz, ihr Brauchtum. Mit Ludwig II. hatten sie einen Märchenkönig, der ihnen schöne Schlösser baute, dank Kurt Eisner sind sie seit 1918 Freistaat.

Und seit 1945 ein gewisser Franz Anton Beckenbauer geboren wurde, haben sie sogar wieder einen Kaiser - ganz ohne Monarchie…

Holger W. Sitter

„Ja, is’ denn heut' scho’ Fasching“, würde eben jener Franz vermutlich wohl in Anlehnung seines bekannten Zitats fragen, wenn er am Samstag zur Gala der bajuwarischen Superstars befragt worden wäre. Mit Lederhose und Dirndl-Kleid jedenfalls waren sie nicht bekleidet, als Borussia Dortmund am Abend aufschlug und sich ausgerechnet zur Narrenzeit anschickte, dem Rekordmeister etwas Zählbares stehlen zu wollen. „Freilich“, würde der Bayer einwenden, "waren die ganz in Gelb gedressten Ruhrstädter phasenweise sogar nah dran, so etwas wie ein kleines Wunder an der Isar zu bewerkstelligen."

Der Schlüssel dazu hieß Daniel van Buyten. Und der wusste genau, welchen Anteil er an der Gästeführung hatte und beschied die fragenden Journalisten anschließend - restlos bedient - kurz wie knapp: "Heute nicht, heute bitte nicht". Der baumlange, ziemlich blass wirkende Belgier war von Dortmunds ägyptischem Afrikacup-Sieger Mohamed Zidan böse genarrt worden und ließ dabei ungekannte Schwächen erkennen. Aber nicht nur er. Und wenn der BVB nicht immer so fahrlässig mit einer Vielzahl bester Chancen umgehen würde… wer weiß.

Aber Abwehrschwächen der Hausherren allein erklären noch längst nicht Borussias phasenweise gute Leistung. Arjen Robben und Franck Ribéry, den medial schlagzeilenträchtigen Superstars, wurde – so gut halt möglich - bei auftretender Gefahr mit einer kleinen Gruppe zur Absicherung begegnet. Patrick Owomoyela, im Vorfeld als Schwachpunkt dingfest gemacht, zog sich gegen den französischen Nationalspieler diesmal konzentriert aus der Affäre. Ein wenig verunsichert verbuchte der Spieler mit der Nummer 7 lediglich 35 Prozent gewonnene Zweikämpfe, so schlecht war kein anderer Bayern-Spieler vor der Pause. Owomoyela hingegen, und das sagt alles, gewann insgesamt 72 Prozent seiner Duelle und war bester Borusse in dieser Statistik.

Nur ein Beispiel, warum es fast geklappt hätte, mit den westfälischen Faschingsfeiern in der bajuwarischen Landeshauptstadt. Aber mal ehrlich, wenn man sich das personelle Ungleichgewicht zwischen beiden Teams einmal ganz in Ruhe, Spieler für Spieler, anschaut, dann muss man schon zu dem Schluss kommen, dass Geld Tore schießen kann. Immerhin hat der FCB vor dieser Spielzeit schlappe 68,5 Mio. in seinen Kader investiert – und da sprechen wir jetzt mal nicht von den „Nebenkosten“, sondern nur vom Transfervolumen allein. Beim BVB steht da ein Betrag von unter 10 Mio. zu Buche, von dem allein die Ablöse für Frei und Brzenska die Hälfte wieder eingespielt hat. Unterschiedlicher können die Dimensionen nicht sein. Hier die Millionarios mit dem Festgeldkonto, da „Schmalhans“ als Küchenmeister.

So sieht der Weg der einstigen Kontrahenten aus, die in den 90-er Jahren noch erbittert um die Vormachtstellung in der Bundesliga wetteiferten. Borussia wird – und das hat Hans-Joachim Watzke im DSF-Doppelpass noch einmal deutlich bekräftigt – seinen leisen Weg der Talentsuche konsequent weitergehen. Eine Alternative dazu gibt es sowieso nicht, will man nicht erneut in die Schuldenfalle tappen.

Wir begnügen uns derweil damit, was wir in München schon für schöne Stunden erlebt haben. Wer ist schon nahezu innerhalb eines Jahres zu zwei exklusiven und einzigartigen Feiern dort zu Gast gewesen? Und wer weiß, vielleicht kommen eines Tages ja auch wieder Momente auf uns zu, die uns an diese großartige Zeit anknüpfen lassen. Unsere aktuelle Mannschaft jedenfalls ist blutjung und hat Potenzial. Beste Voraussetzungen also, bei intelligenter, behutsamer Verstärkung und realistischer Betrachtungsweise eines schönen Tages wieder ganz oben zu stehen…   Holger W. Sitter - die-kirsche.com

Holger W. Sitter

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Kommentare
17.02.2010
07:42
Erwartet hat keiner etwas - und doch war es möglich!
von schwatzgelber1 | #2

Das was du da schmeckst ist nicht das Dortmunder Bier, sondern der Penis in deinem Mund...

16.02.2010
23:16
Erwartet hat keiner etwas - und doch war es möglich!
von NorbertDickel | #1

Eine Niederlage des BVB bereitet stets die schönste Zeit der Woche. Selbst das Dortmunder Bier schmeckt ähnlich (eigentlich wie flüssige Ausscheidungen)

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