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Dortmunds Derby-Niederlage wirft Fragen auf

11.03.2013 | 06:00 Uhr
Ein schwarzer Tag: Trainer Jürgen Klopp verliert mit seinen Dortmundern erneut gegen Schalke.

Gelsenkirchen.   Die Niederlage gegen den FC Schalke 04 wirft Fragen auf. War es richtig, Nationalspieler Marco Reus ausgerechnet im Derby zu schonen und Großkreutz vor Marcel Schmelzer aufzustellen? Trainer Jürgen Klopp muss sich rechtfertigen, denn Derby-Pleiten wiegen im Revier besonders schwer.

Den Schauplatz Gelsenkirchen verlassen die Dortmunder schnell und wortkarg. Kaum einer von den Spielern und Offiziellen will sich über das vertraglich verpflichtende Fernseh-Maß hinaus äußern zu diesem Spiel gegen den großen Kontrahenten. Das mag in Anbetracht der nicht eben unverdienten 1:2-Niederlage wie eine durchaus angemessene Zerknirschtheit wirken, schließlich ist das Derby gegen den FC Schalke, dieses von allen Fans stets herbeigesehnte Treffen mit dem größten aller denkbaren Rivalen auch für den Verein ein Höhepunkt eines jeden Kalenderjahres. Ist es doch, oder?

Klopp muss sich rechtfertigen

Missmutig stapft Jürgen Klopp zur Pressekonferenz im Untergeschoss der königsblauen Arena. Der Trainer des BVB muss sich rechtfertigen, weil er Marco Reus auf die Bank gesetzt und stattdessen den an diesem Tage folgenschwer indisponierten Kevin Großkreutz aufgeboten hatte. Ob das ein Fehler war, wird Jürgen Klopp gefragt.

Gründe für diese Entscheidung gibt es mehr als genug: Auf Großkreutz war zuletzt immer Verlass. Außerdem ist der Einsatz des Bluts-Dortmunders im Derby nie ein Fehler, weil das Gefühl, zu wissen, worum es in diesem Spiel geht, von Großkreutz seit frühester Kindheit inhaliert wird. Zudem taugt er normalerweise als idealer, weil defensiv denkender Partner auf der linken Seite, um den Handlungsspielraum des gefürchteten Schalkers Jefferson Farfan auf ein kümmerliches Nichts zu begrenzen.

Revierderby
Revierderby für Draxler Lust und für Großkreutz Frust

Die Borussen verließen den Schauplatz Gelsenkirchen schnell und wortkarg. Kaum einer wollte sich über das vertraglich verpflichtete Fernseh-Maß hinaus äußern. Umso mitteilungsfreudiger waren die Schalker. Das 142. Revierderby war hochklassig, packend, mitreißend – und es hatte viele Facetten.

Klopp aber begründet seinen Wechsel anders - mit der Schonung eines seiner wichtigsten Männer: „Bei den Belastungen, die wir hatten, haben und haben werden, müssen wir solche Momente nutzen. Wer das als Fehler ansehen will, kann das tun. Wir würden es wieder so machen.“ Das Mittel der personellen Rochade ist eines, das Klopp im Gegensatz zur enteilten Münchner Konkurrenz nur sehr dosiert einsetzen kann, weil sich die Kader in Quantität und Qualität deutlich unterscheiden.

Derby-Niederlagen wiegen schwerer

Der BVB und seine Fans haben bereits früh in der Saison zu akzeptieren gelernt, dass die internationalen Anstrengungen nicht mit dem Maximum in der Liga zu kombinieren sind. Die Folge ist eine bewusste oder unbewusste Werteverschiebung, welche Duldung im Anhang findet, so lange es sich um Punktverluste gegen Hannover, Wolfsburg oder Düsseldorf handelt und der BVB auf einem Champions-League-Platz residiert. Das ist der Fall.

Aber Niederlagen im Derby wiegen eben schwerer, da kann die Stimmung schnell kippen. Zusammen mit den exorbitanten 20 Punkten Rückstand auf Bayern München und der Derby-Niederlage aus der Hinrunde ergibt sich in diesen Stunden in Dortmund ein veritabler Stimmungskater, den es schleunigst zu bekämpfen gilt.

Schalke triumphiert im Derby

Klopp kannte die Ausgangsposition, trotzdem entschied er sich, den zwar zuletzt nicht überragenden, aber dennoch immer gefährlichen Ausnahmefußballer Reus zu schonen, ohne dass in den nächsten sieben Tagen ein wichtiges Spiel anstünde. Oder ein Ligaspiel. Erst mit seiner Einwechslung nahm die Borussia Fahrt für die vergebliche Aufholjagd auf.

"Alle haben das Thema Derby zu 100 Prozent verstanden"

Vielleicht werden die Spiele gegen Schalke am Ende der Saison nicht mehr als Randnotizen sein, weil der BVB weitere Festtage in der Champions League hinzufügt - möglicherweise ja sogar gegen Schalke. Vielleicht taugen sie aber auch dazu, die Wahrnehmung einer alles andere als schlechten Saison ein wenig herabzuwerten.

„Alle haben das Thema Derby zu 100 Prozent verstanden“, sagt Jürgen Klopp noch, bevor er missmutig davonstapft. Vorbei an selig ­lächelnden Schalkern.

Daniel Berg


Kommentare
13.03.2013
18:21
Klopp ist an der gegenwärtigen Lage des BVB am wenigsten schuld
von klingsor11 | #22

Trainer Klopp hat versucht recht oder schlecht mit der Truppe, die ihm zur Verfügung gestellt wurde zurechtzukommen. Dass es auf die Dauer mit einer dünnen Personaldecke nicht in allen drei Wettbewerben gut gehen würde, war wohl zu erwarten. Da der Trainer aber nur in einem beschränkten Umfang die Personal- und Finanzpolitik beeinflussen kann, sitzen die wirklich Verantwortlichen in einer höheren Etage.

12.03.2013
11:57
Dortmunds Derby-Niederlage wirft Fragen auf
von creck | #21

Was mich wirklich nervt beim Double-Verlierer ist die fehlende Einsicht.
Selbst der Bundestrophäenschnitzer hat nach dem italienischen Euro-Vollbad zugegeben sich ordentlich verzockt zu haben.
"Wir würden es wieder so machen" - Das Motto zum Derby sagt eigentlich alles.
Und wieso überhaupt "Wir"?
"Wir" müssten uns vielleicht mal nach einem Spieler (und nicht einem Schiedsrichter) umschauen, der ein Spiel umbiegen kann, und zwar in die von "uns" gewünschte Richtung.

2 Antworten
Wir
von westfaIenborusse | #21-1

Wir ist doch relativ einfach...Wir, das Trainer-Team, denn Klopp hätte diese
phantastischen Erfolge mit einer No-Name-Truppe und bescheidenem Etat
niemals alleine geschafft. Team-Work ist alles und ich weiß nicht, was Sie
taktisch bemängeln. HINTER HER sind die Schlauberger natürlich alle
super klug....isss klar....Oh Mann...wie ich DIESE Experten liebe...
PS: nur mal angenommen, das Niederreissen von Reus hätte in der 88.
Minute einen Elfer gebracht und wir würden heute über ein 2:2 reden...
Jede Wette, die Schlauberger wären alle ruhiger....
Bevor hier was falsch rüberkommt...unterm Strich geht der Sieg von S 04
in Ordnung, aber es war weder eine 5:0 - Klatsche noch eine Demütigung.
2:1 geht in Ordnung.

Ich
von creck | #21-2

"ICH würde es wieder so machen" - So muss der Spruch lauten, wenn man Eier in der Hose hat.
Und richtig...hinterher sind die Schlauberger natürlich superklug. Alle bis auf einen!

12.03.2013
08:23
Der BVB spielt eine gebrauchte Saison
von sak1 | #20

Ob Trainer, Spieler oder Verantwortliche alle müssen sich hinterfragen, ob es das ist was der BVB wirklich kann. Dieses Spiel erinnerte doch sehr stark an T.Doll zu seinen besten Zeiten als Trainer in Dortmund.

1 Antwort
Sack Nr.1
von westfaIenborusse | #20-1

Da Sie kein BVB-Fan sein können, würde mich mal wirklich
interessieren, wer ihr Verein ist. Bin gespannt, damit ich diese
seit Jahren unsäglichen Hass-Kommentare gegen den BVB
richtig einordnen kann. Also Bitte!

11.03.2013
23:41
WAZ-Schreiber Daniel Berg wirft Fragen auf
von schuldenfrei | #19

Zu den großen Fähigkeiten der Journaille zählt es ja, es hinterher besser gewusst zu haben. Dieser Artikel ist mal wieder ein Paradebeispiel. Keine Ahnung von Fußball, aber Hauptsache den Trainer kritisieren.

Die Mannschaft war in der ersten Halbzeit kaputt vom CL-Spiel, die wollten, aber sie konnten nicht. Und die Schalker, die sich eine Woche vorbereiten konnten, haben uns mit ihrer Galligkeit und Spritzigkeit überrannt.

Wenn wir die erste Halbzeit ohne Gegentor überstanden hätten, dann wäre ein Sieg drin gewesen, denn in der zweiten Halbzeit ist die Müdigkeit aus den Knochen.

Aber das kann ja jeder sagen - nachher...

1 Antwort
Völlig richtig
von westfaIenborusse | #19-1

In Dortmund könnte man jetzt Jammern...

Das Tor von Draxler war ein Abseitstor (Huntelaar behindert im passiven Abseits Weidenfeller) und in der letzten Szene wird Reus vor dem Torschuss von Lewa ganz klar runtergerissen. Der Elfer wäre eine Chance zum 2:2 gewesen.

Auf der anderen Seite hätte Bender auch einen Elfer gegen sich bekommen können. Unrterm Strich? Nicht unverdient verloren, aber taktisch alles im grünen Bereich und Schalke war wirklicht gut...

Das Einzige an Kritik wäre Hummels, der sich wirklich auf den Hintern setzen sollte, wenn er verletzt ist. Lieber einen Santanta mit 80%, als einen Hummels mit 25% ...

11.03.2013
12:34
Dortmunds Derby-Niederlage wirft Fragen auf
von Helmchen80 | #18

Das einzige auf was unsre Jungs achten sollen, ist fahrlässig Punkte wie gegen Gladbach oder Ddorf liegen zu lassen. Es ist zwar toll, dass Bayer verloren hat. Aber wir brauchen noch ein paar Punkte, damit Platz 2-3 gesichert sind.
Kampfspiele wie gegen Schalke gehen schon mal verloren. Dafür hätten wir mit Bayer Glück. Mal gewinnt man eben und mal verliert man

11.03.2013
12:33
Dortmunds Derby-Niederlage wirft Fragen auf
von Schmachtendorfer82 | #17

Nun sehen die ganzen BVB Fans und schadenfrohen Bayernhasser mal, was es aus macht in mehreren Wettbewerben gleichzeitig zu sein. Der BVB hat zweimal die Meisterschaft geholt, super. Der FCB ist seit mehreren Jahren immer sehr weit in der CL, im DFB Pokal und weit nach oben in der BL gekommen. Klar ist das anstrengend und erfordert einen gut aufgestellten Kader, der guten Ersatz bereit hält. Wird ja immer gemeckert, ähh Bayern, soviel Stars und nur Vize BL und CL. Macht das erst mal nach, nun seht ihr es ja selber. Dieses Jahr gewinnt der BVB nix...

1 Antwort
Dortmunds Derby-Niederlage wirft Fragen auf
von ruttzzz | #17-1

Hier geht es um den BVB und mit Abstrichen auch noch S04. Warum faselst du dann über die Trachtentruppe? Und wenn die ihren zehnten Milchmelk-Pokal holen, das interessiert hier weniger als die Ergebnisse der Kreisklasse.

11.03.2013
12:18
Dortmunds Derby-Niederlage wirft Fragen auf
von Schluppi | #16

Da sind überhaupt keine Fragen offen. Dortmund kann kein Meister werden. Die CL ist so gut wie erreicht. Mehr geht diese Saison in der BL nicht mehr. Also konzentrieren sie sich auf die CL und wollen da so weit wie möglich kommen. Das könnte sie Saison noch retten. Das Dortmund nicht jedes Jahr Meister werden kann ist mir schon klar. Aber wie sie die Saison bestritten haben kann nicht befriedigend sein. Der riesige Punktevorsprung für Bayern liegt nicht nur an deren Stärke sondern besonders an der Dortmunder Schwächen. Es kann nicht Ziel des BVB sein mit mehr als 20 Punkten Rückstand Zweiter oder gar nur Dritter zu werden. In der BL hat der BVB schlicht und ergreifend versagt.

11.03.2013
11:45
Dortmunds Derby-Niederlage wirft Fragen auf
von paranoidus | #15

Welche Fragen ?
Dümmliche Reporterfragen.

S04 war die erste Halbzeit besser der BvB die zweite, so etwas kann schon mal in Fussball passieren.Man oh Man

1 Antwort
Dortmunds Derby-Niederlage wirft Fragen auf
von beardedcollie | #15-1

Welches Spiel haben Sie denn gesehen ? Dortmund besser in der 2. Halbzeit ? Vielleicht etwas besser als in der 1. Halbzeit, Da hätte S04 4:0 führen müssen und wenn Sie die Konter genutzt hätten, stände es am Ende 4 oder 5 zu 1.

11.03.2013
11:44
Dortmunds Derby-Niederlage wirft Fragen auf
von ClemensPferdefleisch | #14

Kann passieren. Die Derby-Bilanz ist nun gerechterweise ausgeglichen. Allerdings können wir in Dortmund noch auf einige Meistertitel zurück blicken!

Über die Derby-Taktiken in dieser Saison lässt sich vielleicht streiten, aber trotz alledem sind Aki Watzke, Jürgen Klopp und Susi Zorc das Beste, was dem BVB passieren konnte!

11.03.2013
11:17
Dortmunds Derby-Niederlage wirft Fragen auf
von ibbessen | #13

Es gibt zwei Ziele, die einen sind einfach wirtschaftlicher Betrachtung geschuldet, die anderen geben die Fans vor. Aber der BVB ist als AG der Wirtschaftlichkeit verpflichtet. Und dabei ist es egal ob man 1., 2. oder Dritter wird - wichtig ist die CL. Unter dieser Sicht ist das Schonen von Stammkräften wichtig!
Verstärkungen kaufen, heisst "Geld ausgeben" - nur damit wird man nicht reich!

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