Dortmund-Trainer Klopp nimmt Gündogan gegen Kritik in Schutz

 "Wenn Illy mal nicht überragend gespielt hat, war das dem jeweiligen körperlichen Zustand oder der Form geschuldet", sagt Jürgen Klopp.
"Wenn Illy mal nicht überragend gespielt hat, war das dem jeweiligen körperlichen Zustand oder der Form geschuldet", sagt Jürgen Klopp.
Was wir bereits wissen
Ilkay Gündogan steht in der Kritik - weil er seit Wochen unter Form spielt und seinen Vertrag beim BVB nicht verlängert. Trainer Klopp aber verteidigt seinen Spieler.

Dortmund.. Dass Ilkay Gündogan schon seit Wochen einer der Spieler ist, die bei Borussia Dortmund die meiste Aufmerksamkeit auf sich ziehen - dieser Satz muss als ziemliche Untertreibung gelten. In Wahrheit ist der Mittelfeldstratege schon seit Jahren ein Akteur, der beim BVB besonders im Fokus steht - bis zum Spätsommer 2013 vor allem dank überragender Leistungen auf dem Platz, danach mit einer rätselhaften, 14 Monate währenden Krankheits-Saga und zuletzt mit Fragen nach seiner Zukunft.

Reus Die - soviel ist inzwischen klar - wird zumindest mittelfristig nicht in Dortmund liegen. Denn seinen bis 2016 laufenden Vertrag wird Gündogan nicht verlängern, Verein und Spieler wollen einen Wechsel schon in diesem Sommer. Nun fehlt nur noch ein potenzieller Arbeitgeber sowie ein Angebot, dass sowohl bei allen Seiten Anklang findet.

Für den BVB ist das ein schmerzlicher Verlust - auch wenn Gündogan zuletzt oftmals weit unter jener Form spielte, mit der er den BVB in Champions-League-Finale geführt hatte, seit Wochen arg überspielt wirkt.

Vor dem Spiel gegen Hertha BSC Berlin (Samstag, 15.30 Uhr/im Live-Ticker) aber verteidigt Trainer Jürgen Klopp seinen Spieler: "Wenn Illy mal nicht überragend gespielt hat, war das dem jeweiligen körperlichen Zustand oder der Form geschuldet", sagt er. "Aber die Mehrzahl der Spiele, die er für uns gemacht hat, war extrem positiv - deswegen hätte der Verein ja auch so gerne gehabt, dass er hier bleibt."

Gündogan für den BVB derzeit unverzichtbar

Man dürfe nicht vergessen, dass der 24-Jährige 14 Monate komplett auf Fußball habe verzichten müssen. "Das steckt ein Körper nicht direkt weg", so Klopp. "Wir sind alle froh, dass er jetzt zumindest ohne größere Probleme trainieren kann, aber die Substanz ist natürlich immer noch nicht bei 100 Prozent."

Fans Doch auch so ist Gündogan für den BVB derzeit unverzichtbar - zumal immer klarer wird, dass mit Nuri Sahin die einzige Alternative wegen einer Sehnenansatzreizung in dieser Saison wohl nicht mehr auf dem Platz stehen wird.

Gündogan ist seit Wochen der letztverbliebene kreative und strategisch begabte Akteur im zentralen Mittelfeld.

Oliver Kirch, der zumindest ein sauberes Passspiel und großes Spielverständnis mitbringt, ist erst in dieser Woche nach längerer Verletzungspause wieder ins Mannschaftstraining zurückgekehrt, Milos Jojic scheint seit Wochen völlig außer Form und musste nicht selten auf der Tribüne Platz nehmen.

Verbliebenen Saisonziele

Um die verbliebenen Saisonziele, DFB-Pokalsieg und Qualifikation für die Europa League, zu erreichen, braucht der BVB den abwanderungswilligen Gündogan - und das möglichst bei bestmöglicher Form und bester Laune. Irritationen, die etwa durch enttäuschte Fans entstehen könnten, versucht man mit allen Mitteln zu vermeiden.

Denn so manche Reaktion in Fanforen, wo Gündogan als Verräter gebrandmarkt wurde, hat den 24-Jährigen durchaus getroffen. Und so mühte sich schon BVB-Sportdirektor Michael Zorc zu versichern, wie fair die Gespräche mit dem Spieler und dessen Berater, seinem Vater Irfan, abgelaufen seien.

"Die Entscheidung ist zu akzeptieren", sagt nun auch Trainer Klopp. "Ilkay ist jetzt mein Spieler bis Saisonende. Wir brauchen ihn für diese letzten Spiele, er hat sich bis zum heutigen Tag gar nichts zuschulden kommen lassen."

Man habe ja nach einigen bitteren Abgängen der vergangenen Jahre schon genügend Übung mit dem Verlust von Leistungsträgern, gerade auch die Fans - auch wenn die auf eine weitere Übungseinheit in dieser Hinsicht wohl gerne verzichtet hätten.