Die fragwürdige Vereinstreue von BVB-Star Lewandowski

Was wir bereits wissen
Er habe immer gesagt, dass er seinen Vertrag respektiere, beteuert Robert Lewandowski neuerdings. Merkwürdig nur, dass dies vorher niemand so verstanden hat. Der Sinneswandel des Polen hat vermutlich ganz handfeste Gründe. Ein Kommentar.

Essen/Dortmund.. Die dunkle Ahnung ist zur Gewissheit geworden: Kanzleramtsminister Ronald Pofalla besitzt kein Exklusivrecht darauf, Dinge (wie die Ausspäh-Affäre) zu beenden. Hat doch jetzt auch Borussia Dortmunds Stürmerstar Robert Lewandowski ein Thema für beendet erklärt, bei dem er – wie Pofalla – alles andere als gut aussah und aussieht. Hier wie dort ist das Ende indes nach wie vor offen.

Im Fall Lewandowski heißt das: Spätestens, wenn Dortmunds bester Torschütze der vergangenen Spielzeiten seine Vorjahresform nicht erreicht und Ladehemmung hat, steht dessen vom BVB verhinderter Wechsel zum Wunschverein Bayern München wieder auf der Tagesordnung. Aber selbst für den Fall, dass der Stürmer nach seinem eher verhaltenen Saisonstart wieder regelmäßig trifft – sein Image dürfte nachhaltig beschädigt sein.

Oder glaubt ernsthaft jemand, dass Lewandowskis Umschwenken auf einen Schmusekurs mit dem BVB nichts mit der Bereitschaft des Vereins zu tun hat, sein bis Juni 2014 vertraglich vereinbartes Gehalt zu verdoppeln oder – wie man hört – gar zu verdreifachen? Dass der gestern 25 Jahre alt gewordene Pole nach monatelanger Quengelei inzwischen treuherzig versichert, er „respektiere“ seinen Vertrag, ist jedenfalls unter diesen Umständen mindestens dreist.