Die Dortmunder Borussen spielen wie die Bayern Westfalens

Über einen "dreckigen Arbeitssieg" freuten sich die Spieler von Borussia Dortmund.
Über einen "dreckigen Arbeitssieg" freuten sich die Spieler von Borussia Dortmund.
Foto: Getty
Was wir bereits wissen
Borussia Dortmund spielt im Süden - beim FC Augsburg - wie der große Konkurrent aus dem Süden - der FC Bayern München - und siegt 3:1 - ein "dreckiger Sieg", den die Dortmunder gerne mitnehmen - zumal bald das Duell mit den Bayern ansteht.

Augsburg.. Das Fazit beim Sieger fiel trotz des Sieges ein wenig ernüchternd aus. „Wir haben nicht so gespielt wie zuletzt. Wir haben offensiv Chancen vergeben und defensiv viel zu viel zugelassen.“ Das sagte am Samstag wer? Klassensprecher Philipp Lahm nach dem 2:0 seiner Bayern gegen Frankfurt.

Identische Worte hätten auch von den Profis von Borussia Dortmund nach dem 3:1 beim FC Augsburg kommen können. Stattdessen fand Marcel Schmelzer die passende Klammer zwischen seinen Dortmundern und den Konkurrenten aus München: „Was wir in Augsburg gemacht haben, ist das, was die Bayern immer ausgemacht hat: Dass sie in der Champions League bestehen und dann auch in der Bundesliga einen dreckigen Sieg einfahren.“

Klopp: „Ein hartes Stück Arbeit“

Jetzt war der Erfolg der neuen Bayern Westfalens beim FC Augsburg gar nicht mal so dreckig. Er bot nicht nur ein zufriedenstellendes Ergebnis, sondern auch eine Portion fußballerisches Erlebnis. Da war vor allem der sehenswerte Freistoß von Marco Reus zum 1:0 (9.) – ein Geniestreich von der linken Seite des Strafraums. Bei den 26 Flugmetern bis in die hinterste Tor-Ecke nahm der Reus-Ball, trotz des unglaublichen Steig- und Senkflugs, satte 87 km/h auf. Mindestens genauso unterhaltsam: Die Duelle zwischen BVB-Torwart Roman Weidenfeller und Daniel Baier, Andreas Ottl, Tobias Werner und Matthias Ostrzolek. Diese vier Augsburger hatten die ungewöhnlich anfällige Meister-Abwehr durchdrungen, scheiterten aber dann alle am letzten Dortmunder Mann. „Ich bin ganz gut drauf“, fand Weidenfeller nach Abpfiff. Nur beim Kopfball von Sascha Mölders (82.) war er machtlos.Einzelkritik

Zu diesem Zeitpunkt lagen die Gäste allerdings schon 3:0 vorne. Robert Lewandowski (51./70.) hatte seinen ersten Doppelpack der Saison geschnürt und in der internen Torjägerrangliste des BVB zu Marco Reus aufgeschlossen. Dass den Polen die Diskussionen um seine Zukunft in oder doch nicht in Dortmund dabei angestachelt habe, wollte der nicht bestätigen. „Mir ist das alles ein bisschen viel mit dem Thema. Ich konzentriere mich auf das nächste Spiel“, sagte er. Auch Sportdirektor Michael Zorc hielt sich ein wenig zurück: „Ich werde nicht alles kommentieren, was sein geschwätziger Berater so sagt.“

Lewandowski trifft gut, Weidenfeller hält gut

Sei es drum. Vom Erfolg in Augsburg bleibt: Lewandowski trifft gut, Weidenfeller hält gut. Und der Doublesieger und Real-Madrid-Besieger überrollt nicht zwangsläufig ein Tabellenschlusslicht. „Die Spiele in der Bundesliga sind eng und werden eben nicht auf dem Papier entschieden“, sagte Weidenfeller. Die Augsburger hatten mehr Ballbesitz und mehr Torchancen, aber am Ende erheblich weniger Tore und Punkte. „Es war für uns ein hartes Stück Arbeit“, fand BVB-Trainer Jürgen Klopp.

Ein effektiver Sieg also, den sich die Dortmunder auch mindestens für die nächsten Duelle mit Fürth, Mainz und Düsseldorf wünschen.

Gegen das unbequeme Trio will der BVB seine erste Serie der Saison starten. Denn selbst zwei Liga-Siege nacheinander gab es bislang noch nicht. Am 1. Dezember geht es dann nach München. Mal sehen, ob die Dortmunder auch dort wie die Bayern spielen. Und mal sehen, was Philipp Lahm nach diesen Duell so zu sagen hat.