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Die BVB-Tristesse im September

19.09.2011 | 21:30 Uhr
Es läuft noch nicht rund beim BVB: Lukasz Piszczek und Ilkay Gündogan (hinten) nach der Niederlage in Hannover. Foto: AP

Dortmund.   Drei Niederlagen, Tabellenplatz elf, acht Punkte Rückstand auf Bayern München und eine Schwäche im Sturm - trotzdem wird es bei Meister Borussia Dortmund nicht unruhig. Die Akteure sehen eher eine Ergebnis- als eine Leistungskrise.

Als der VfB Stuttgart im Jahr 2007 überraschend Meister der Bundesliga wurde, jubelte eine ganze Region. Der Euphorie im Mai folgte die Tristesse im September: Der Start der neuen Saison ging, wie zwei Jahre später beim nächsten Überraschungsmeister VfL Wolfsburg, daneben. VfB-Titeltrainer Armin Veh sagte damals einen herrlich besinnlichen Satz: „Es ist niemand gestorben. Es ist immer noch nur Fußball.“ Das sahen nicht alle in Stuttgart so: Kurze Zeit später war Meistertrainer Veh entlassen. Wie dann auch zwei Spielzeiten später als Nachfolger von Wolfsburgs Meistertrainer Felix Magath.

Den nächsten tristen Saisonstart eines Überraschungsmeisters hat gerade Borussia Dortmund hingelegt. Sechs Spiele, sieben Punkte. Tabellenplatz elf. „Das ist nicht der Anspruch von Borussia Dortmund“, stellt Torwart Roman Weidenfeller klar. Wolfsburg war 2009 zum selben Zeitpunkt mit neun Punkten Tabellen-9., Stuttgart 2007 mit sieben Punkten Tabellen-13. „Man sollte keine Vergleiche ziehen“, sagt BVB-Profi Toni da Silva, der schon 2007 mit Stuttgart Meister und Saisonstart-Verpatzer war. „Beim BVB zeigen wir ja gute Spiele.“

"Das Ganze fühlt sich scheiße an"

Anders als bei den unrühmlichen Vorgängern gibt es bei Meister Dortmund, der eher eine Ergebniskrise als eine Leistungskrise hat, weder Aktionismus noch Unruhe. Jürgen Klopp, den sie beim BVB gerne lebenslänglich anstellen würden, analysierte am Montag im Mannschaftskreis und in Ruhe das 1:2 bei Hannover 96 . „Dabei habe ich nicht gebrüllt. Das bringt nichts. Wenn ich die Leute zusammenfalte, muss ich sie die ganze Woche wieder aufblasen“, erklärte der Trainer, der auch ganz anders kann. Anschließend wurde keineswegs der freie Dienstag gestrichen. Die Spieler sollen durchatmen, den Kopf freibekommen und Mittwoch die Vorbereitung für das Spiel in Mainz aufnehmen.

„Das Ganze fühlt sich scheiße an“, gesteht Klopp mit Blick auf den Saisonstart und den überraschenden wie plötzlichen K.o. in Hannover. „Ich hasse es, zu verlieren. Noch mehr hasse ich es aber, zu verlieren und nichts daraus zu lernen.“ Das 1:2 als pädagogisch wertvolle Niederlage.

„Erst mal kassieren wir zu viele Tore nach Standards“, analysiert Klopp. Vier von den sechs Liga-Gegentoren gingen eine Ecke oder ein Freistoß voraus.

Faserriss bei Schmelzer

Klopp sieht „Konzentrationsschwächen“, die auch dafür sorgen, dass vier von sechs BVB-Gegentoren in der letzten Viertelstunde fielen. „Wir müssen unsere Konsequenz bis zum Abpfiff auf den Platz bringen. Ein paar Prozent können entscheiden“, sagt der Trainer. 75 Minuten lang hatte der Meister die defensiven Hannoveraner dominiert und erheblich besser agiert als zuvor in den Duellen mit Nürnberg und Hertha BSC.

Allerdings demonstrierte die kleine Schwächeperiode in Hannover, wie eng die Bundesliga, abgesehen von den Bayern, inzwischen zusammengerückt ist. „Du bist ein wenig nachlässig. Und schon gibt es die volle Breitseite“, hat Klopp beobachtet. Unübersehbar ist, dass ein Teil des jungen Teams noch nicht das Leistungsniveau aus der Meistersaison erreicht hat. Sperren und Verletzungen verhindern personelle Kontinuität. „Im Meisterjahr lief allerdings alles wie geschmiert“, sagt Toni da Silva.

BVB patzt in Hannover

Sorgen macht den Dortmundern zudem die Sturmschwäche. Sieben Tore in sechs Spielen sind so mittelmäßig wie der elfte Tabellenplatz. Sogar Aufsteiger Berlin und Fast-Absteiger Mönchengladbach haben häufiger als der Meister getroffen. Der torgefährlichste Borusse, Kevin Großkreutz, war am Sonntag nicht mal in der Startelf. „Wir wollen vorne effektiver werden und die Chancenverwertung verbessern“, kündigt Roman Weidenfeller an .

Mehr Tore sind beim BVB mit der Rückkehr von Lucas Barrios verbunden. Der Torjäger, der im Meisterjahr auf 16 Treffer kam, hat wegen einer Muskelverletzung noch keine Saison-Minute absolviert. In Dortmunder Kirchen werden bereits Kerzen mit Fürbitten angezündet. Dass es schon am Samstag in Mainz mit dem Comeback klappt, wird aber auch nicht der ab Donnerstag durch Deutschland tourende Papst möglich machen. In Mainz sind Sven Bender und Mario Götze wieder dabei. Nur fällt jetzt Marcel Schmelzer (Muskelfaserriss im Oberschenkel) aus .

Kagawa noch der Beste beim BVB

Thorsten Schabelon

Kommentare
22.09.2011
16:09
Die BVB-Tristesse im September
von OstwestfalenBVB | #10

# 9
Der Ober-Experte otto50 hat gesprochen und ich bin gespannt, was dieser Schönwetter-Fan sagt und schreibt, wenn die Jungs ab Samstag wieder 1909%...
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Die BVB-Tristesse im September
Die BVB-Tristesse im September
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http://www.derwesten.de/sport/fussball/bvb/die-bvb-tristesse-im-september-id5081103.html
2011-09-19 21:30
Klopp, Jürgen, Borussia, BVB, Dortmund, Trainer, Training, Kloppo
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