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Die BVB-Entzugserscheinungen haben ein Ende

19.07.2012 | 19:25 Uhr
Die BVB-Entzugserscheinungen haben ein Ende
Jürgen Klopp hat am Donnerstag erstmal wieder öffentlich mit seinen Jungs trainiert.

Dortmund.   Das sehnsüchtige Warten hat ein Ende - eingefleischte BVB-Fans können sich freuen: Am Donnerstag hat der Deutsche Meister erstmals wieder öffentlich trainiert. Besonders Kevin Großkreutz kommt bei den Fans super an - auch bei den ganz Kleinen

Drängelnde Autofahrer, alle wollen irgendwo ihr Auto abstellen. Der große Parkplatz vorm Trainingszentrum ist längst von der Polizei abgesperrt – wegen Überfüllung geschlossen. Auf den Bürgersteigen wandern Familien. Alle in schwarz-gelber Kluft, die endlich wieder aus dem Schrank geholt werden konnte. Fußballzeit! Zeit für die „Echte Liebe“. Und eben diese „Echte Liebe“ bewiesen die Fans ihrer Mannschaft , gestern, als sie zu Hunderten zum ersten offenen Training der Saison pilgerten.

Die kleine Tribüne im Brackeler Trainingszentrum ist voll. Ein Durchkommen kaum mehr möglich. Alle warten darauf, endlich die Mannschaft zu sehen, die gerade noch auf einem etwas abseits von den Fans gelegenen Platz kickt.

Jedes Jahr verlängern

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Köln, 11.07.12: Für geradezu tumultartige Zustände sorgte Jürgen Klopp am Dienstag mit einem Vortrag an der Sporthochschule Köln. Der Hörsaal platzte aus allen Nähten, und Dortmunds Meistertrainer haute gewohnt launig seine Pointen raus.

„Ich habe schon Entzugserscheinungen“, sagt die 24-jährige Jacqueline Duzaar. Gekleidet ist sie in Schwarz-Gelb, wie sollte es auch anders sein, schließlich bedeutet der BVB für sie pure Leidenschaft und für die fährt sie auch gerne einige Kilometer mit dem Auto, denn die Borussia Dortmund-Anhängerin kommt aus Krefeld. Jedes zweite Wochenende geht es für die 24-Jährige vom Niederrhein ins Ruhrgebiet.

„Nur für den BVB“. Schließlich ist Jacqueline Dauerkartenbesitzerin. „Die habe ich seit der ersten Meistersaison und die Karte wird jetzt jedes Jahr verlängert“, sagt sie, während die Mannschaft noch immer auf dem hinteren Platz kickt. „Gleich kommen sie nach vorne und spielen direkt vor uns“, sagt derweil ein Vater zu seinem Sohn, der ungeduldig hinter dem Zaun wartet, dass seine Idole endlich näher kommen. Schließlich soll es auch noch Autogramme geben.

Ein echter Fan

Autogramme will auch der 25-Jährige Frank Keil sammeln. Mitgebracht hat er sein schon etwas ausgeblichenes Borussia Emblem, auf dessen Rückseite die Meisterschale abgebildet ist. Auf der sollen gleich die Spieler unterschreiben. Schließlich hing das gute Stück nach Gewinn der Meisterschaft in Franks Fenster. „Auch in der Südkurve habe ich es schon in die Luft gestreckt“, sagt er.

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Mit den vier Neuzugängen Schieber, Bittencourt, Kirch und Amini, aber noch ohne die Nationalspieler hat Double-Gewinner Borussia Dortmund sein Trainingslager in Österreich begonnen. Coach Klopp ist begeistert von den Neuen.

Der 25-Jährige ist eben ein echter Fan, der kein Spiel verpasst. Meist zwar nur vor dem Fernseher, da er bisher noch keine Dauerkarte ergattern konnte, aber immer mit Leidenschaft, denn die Mannschaft findet Frank einfach nur „geil“. Deswegen gab's zur Meisterfeier auch direkt eine neue Frisur. Gelbe Haare mit schwarzem BVB-Schriftzug. Falls die Mannschaft auch nächstes Jahr die Meisterschaft holt – will er sich frisurentechnisch wieder etwas einfallen lassen. „Aber so weit müssen wir erstmal kommen. Das wird schwer“, sagt er.

Die kleine Julia im BVB-Dress

Ähnlicher Meinung ist auch der 30-jährige Sascha Treder. „Der erste Meistertitel war eine Überraschung, mit dem zweiten hat keiner gerechnet , aber den dritten Titel erwarten jetzt alle. Jetzt werden sie gejagt“, sagt er. Sascha Treder ist mit der ganzen Familie angereist. „Als Dortmunder wird man einfach als BVB-Fan geboren“, sagt er. Ur-Opa und Opa seien auch schon BVB-Fans gewesen – und so ist auch schon die nächste Generation mit dabei. „Heute bin ich wegen meiner kleinen Tochter Julia hier. Die Zweieinhalbjährige ist auch schon im BVB-Dress, wenn auch nicht ganz in den Traditionsfarben. Wie es sich für ein Mädchen gehört, trägt sie ein pinkfarbenes BVB-Cappy. Wer ihr Lieblingsspieler ist, weiß sie genau: „Der Kevin“.

BVB siegt in Erfurt

Und der Kevin ist auch einer der ersten, der gefolgt von seinen Teamkollegen an den Fans vorbeijoggt. Unter tosendem Beifall – „Kevin, Kevin“-Rufe natürlich mit dabei.
Der kleine Lukas schaut gebannt zu seinen großen Idolen. Schließlich möchte er selbst mal Fußball-Profi werden. Auch dem Papa würde das gefallen. „Das wär super, dann hätte ich ausgesorgt“, sagt er und lacht. Bis dahin muss er sich aber noch etwas gedulden, schließlich ist Lukas erst sieben und muss auch in sein BVB-Trikot noch ein wenig hinein wachsen.

Mareike Maack

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