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Desperados sorgen mit Plakat bei BVB-Spiel für Empörung

Desperados sorgen mit Plakat bei BVB-Spiel für Empörung

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VfB Stuttgart v Borussia Dortmund - Bundesliga Foto: Getty Images
Beim BVB-Spiel in Stuttgart solidarisierten sich Dortmunder Ultras mit der umstrittenen Kölner Gruppierung „Boyz“. Im Netz kam das eher schlecht an.

Stuttgart. 

Eine Kategorie gab es dann doch, in der die Stuttgarter am Freitagabend deutlich besser abschnitten als die Dortmunder. Es wird dem VfB und seinen Anhängern allerdings ein äußerst schwacher Trost sein, denn der Erfolg gelang abseits des Rasens, floss daher nicht in die Spielwertung ein und änderte nichts am 3:2-Sieg des BVB in Stuttgart.

„Wadenkrampf und Bluterguss statt Selfie-Scheiß im Mannschaftsbus“, stand auf einem Plakat in der Stuttgarter Kurve, was zwar keine große Poesie, aber doch einigermaßen witzig war. Die Dortmunder Ultragruppe „Desperados“ dagegen präsentierte ein Spruchband mit der Aufschrift „Je suis Boyz Köln“ – nicht nur grammatisch ein fragwürdiges Transparent. Es war eine Solidarisierung mit jener umstrittenen Kölner Gruppierung, von der einige Mitglieder zuletzt dadurch aufgefallen waren, dass sie nach dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach (0:1) den Platz gestürmt und sich mit Ordnern geprügelt hatten. Der 1. FC Köln hatte mit drastischen Maßnahmen reagiert, den „Boyz“ den Status als offiziellen Fanclub aberkannt uns Stadionverbote verhängt.

Dortmunder Desperados im Bande mit den „Boyz“

Es war nicht das erste Mal gewesen, dass die „Boyz“ negativ auffielen: Mal nahmen sie an an einem Nazi-Fußballturnier in Moskau teil, mal hissten sie im Rheinderby gegen Düsseldorf ein Transparent mit der Aufschrift „James Boyz 007 – Hitlergrüße aus Moskau“. 2014 wurden bei einer Razzia im Vereinsheim Waffen und Drogen gefunden, im Januar waren Mitglieder an einer Straßenschlacht mit Schalke-Anhängern in der Kölner Innenstadt beteiligt.

Damals an der Seite der Kölner dabei: Mitglieder der „Desperados“ aus Dortmund, die schon länger enge Bande zu den „Boyz“ pflegen. Zwar sind die „Desperados“ eine heterogene Gruppe, ein beträchtlicher Teil aber wird von der Polizei als „besorgniserregend“ eingestuft.

Auch sie unterhalten Verbindungen in die rechte Szene, unter anderem zu Alt-Hooligans. Und auch „Desperados“-Mitglieder machten schon Negativ-Schlagzeilen: mit homophoben Plakaten, mit Straßenschlachten wie im März 2013 am Dortmunder Flughafen oder einem Überfall auf einen mit harmlosen Anhängern des Drittligisten Preußen Münster besetzten Bus im September.

Im Netz reagieren Fans empört auf Desperados-Aktion

Die Solidarisierungsaktion mit den Gewalttätern von Mönchengladbach – nicht nur inhaltlich, auch grafisch im Stil der berühmten Grafik, die an die Opfer des Terroranschlags auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ erinnert – kam im Internet nicht gut an.

„Je suis Boyz Köln? Ernsthaft?“, twitterte @Janina86. „Leute, die ‚Je suis Boyz Köln‘ schreiben, sind auch die, die 5 Min.in der Wohnung an der Tür drücken, bevor sie auf die Idee kommen zu ziehen“, meinte @JuliansArt. Und @hassanscorner erinnerte an das vergangene Heimspiel – und richtete bereits des Blick aufs kommende: „‚Ultras + Hooligans – Wir sind der Verein‘ #m05bvb ‚Je suis Boyz Köln‘ #vfbbvb Will das Spruchband zum Derby gar nicht erst sehen. Puh.“