Desolate Dortmunder verlieren verdient 1:3 gegen Gladbach

Großer Jubel bei Gladbach nach dem schnellen Tor zum zwischenzeitlichen 1:0 von Oskar Wendt.
Großer Jubel bei Gladbach nach dem schnellen Tor zum zwischenzeitlichen 1:0 von Oskar Wendt.
Foto: Getty Images
Was wir bereits wissen
Borussia Mönchengladbach ließ der Borussia aus Dortmund keine Chance. 3:1 siegte das Team von Lucien Favre am Samstag im heimischen Stadion.

Mönchengladbach.. Fußball-Bundesligisten, die in dieser Saison den schnellsten jemals von ihren Spielern erzielten Toren nachjagen, haben dazu beste Chancen in Partien gegen Borussia Dortmund. Fünfmal schlugen die 18 Klubs in dieser Spielzeit zu, bevor der Minutenzeiger eine Umdrehung vollbracht hat dreimal schauten dabei die Schwarzgelben ganz schön dumm aus der Wäsche. So flott wie Karim Bellarabi, der für Bayer Leverkusen am ersten Spieltag nach nur neun Sekunden das schnellste Tor aller Bundesligazeiten erzielt hatte, war der Gladbacher Oscar Wendt am Samstag nicht.

Einzelkritik Der Schock beim BVB saß aber ähnlich tief, als der Verteidiger nach nur 28 Sekunden jubelnd abdrehte. Ein weiterer Treffer von Raffael nach fantastischer Vorarbeit Patrick Herrmanns sorgte schon vor der Pause für klare Verhältnisse am Ende gewannen die bärenstarken Gladbacher Borussen gegen die Dortmunder Borussen nach einem weiteren Treffer von Havard Nordtveit verdient mit 3:1 (2:0), Ilkay Gündogan betrieb nur noch Ergebniskosmetik.

Und noch eine Besonderheit hatte der Führungstreffer, der das schnellste Tor der Gladbacher war seit dem Umzug vom legendären Bökelberg in den Borussia-Park war. Erzielt wurde es mit Oscar Wendt von einem Schweden einer seiner Landsmänner war für den frühesten Gladbacher Torjubel aller Zeiten verantwortlich. Martin Dahlin traf 1997 nach nur 16 Sekunden zum 1:0. Gegen wen? Richtig: Borussia Dortmund.

Gladbachs Herrmann wird zum Spieler des Tages

BVB-Trainer Jürgen Klopp, der im Vergleich zum Pokalsieg über Hoffenheim Roman Weidenfeller, Mats Hummels und Sebastian Kehl für Mitch Langerak, Erik Durm (Adduktorenprobleme) und Sven Bender in die Startelf nahm, war äußerst zuversichtlich in die Partie gegangen. Auch wenn Marco Reus wegen Oberschenkelproblemen für einen Einsatz nicht mehr rechtzeitig fit wurde. “Wenn’s normal läuft, wird es ein richtig gutes Fußballspiel, weil es für beide Mannschaften um sehr viel geht.” Sein Gegenüber Lucien Favre sah in der Begegnung “eine wunderschöne Möglichkeit, sich mit einem Top-Team zu messen”. Streng genommen hätte dies eher Klopp sagen müssen, denn während Gladbach (mit Havard Nordtveit, Fabian Johnson und Raffael für den gelbgesperrten Christooph Kramer, Andre Hahn und Thorgan Hazard) mit der Revanche für das 0:1 im Hinspiel dem Einzug in die Königsklasse immer näher kommt, muss der BVB in den verbleibenden sechs Spielen noch intensiv um einen EuropaLeaguePlatz kämpfen.

Personalie Es zeichnete sich schon früh ab, dass Patrick Herrmann Spieler des Tages werden sollte: Begünstigt von einem zaghaften Einsteigens Henrikh Mkhitaryans und einem Ausrutscher Mats Hummels’ legte der 24-Jährige beim Führungstreffer erst den Ball für Johnson auf. Dessen Schuss konnte Roman Weidenfeller noch parieren, doch gegen Wendts Knaller aus 13 Metern war der BVBSchlussmann machtlos. Wie Herrmann dann beim 2:0 (32.) aus der eigenen Hälfte einen 60MeterSprint hinlegte, den Grätschen von Ilkay Gündogan und Sebastian Kehl aus dem Weg ging und auch vor dem Querpass zum Torschützen Raffel Neven Subotic nur die Hacken zeigte, war schon erstklassig. “Wir spielen so selbstbewusst”, fasste Gladbachs Sportdirektor Max Eberl in der Pause zusammen, “wir sollten jetzt aber noch ein frühes 3:0 nachlegen, um noch sicherer zu werden.”

BVB-Coach Klopp stellt in Hälfte zwei auf Dreierkette um

Denn trotz der Gladbacher Tore war es eigentlich die andere Borussia, die auch schon vor dem Seitenwechsel die meiste Kontrolle über das Geschehen hatte. Doch in der Bundesliga schaffen es die KloppMänner einfach nicht, gefährlich vor’s gegnerische Tor zu kommen. Ein Kopfball von Hummels (5.) sowie das Schüsschen von Mkhitaryan (15.) waren die mickrige Ausbeute. Für mehrere gute Flanken, die Marcel Schmelzer von links hereinschlug, fand sich in der Mitte kein Abnehmer. So konnte es mit dem zehnten Dortmunder Auswärtssieg in Gladbachs nichts werden.

Transferpolitik Da sich die Gastgeber ausschließlich auf ihre brandgefährlichen Gegenstöße konzentrierten, beorderte Jürgen Klopp Schmelzer im zweiten Durchgang aus der Viererkette ins Mittelfeld, um mehr Druck zu entwickeln. Doch Shinji Kagawa, ein erschreckendes Abbild vergangener Tage, vergab nach Vorarbeit Schmelzers Dortmunds größte Chance kläglich (50.). Stattdessen hätte Patrick Herrmann seine feine Leistung noch mit einem eigenen Tor krönen können: Der Mittelfeldwirbel scheiterte jedoch an Weidenfeller (49.). Wendt traf zudem bei einem Konter nur das Außennetz (62.).

Gündogans Tor bleibt nur Ergebniskorrektur für den BVB

Auch die Hereinnahme von Adrian Ramos (63.) als zweiten Stürmer brachte beim BVB nicht die Wende. Im Gegenteil: Nach einer Ecke von Max Kruse köpfte Sokratis Ramos auf den Rücken, auch Kehl kam nicht mehr an den Ball, den Nordtveit zum 3:0 (67.) in die Maschen drosch. Bei Granit Xhakas Distanzschuss musste der gute Roman Weidenfeller nicht eingreifen zum vierten Gegentor fehlten aber auch nur ein, zwei Meter. Nach Gündogans Anschlusstreffer (77.) hatten die Dortmunder mit Ciro Immobile für den blassen PierreEmerick Aubameyang noch eine Viertelstunde zur Aufholjagd. Nennenswerte BVB-Chancen blieben aus, Max Kruse (80.) verpasste noch das vierte Gladbacher Tor.

  • Der Live-Ticker zum Nachlesen:

Gladbach - Dortmund

Die Bundesliga-Konferenz