Der Sahin-Transfer ist sportlich sinnvoll - für den BVB

Trägt wieder Schwarzgelb: Nuri Sahin, der über Madrid und Liverpool nach Dortmund zurückgekehrt ist.
Trägt wieder Schwarzgelb: Nuri Sahin, der über Madrid und Liverpool nach Dortmund zurückgekehrt ist.
Foto: dapd
Was wir bereits wissen
Für den BVB ist Rückkehrer Nuri Sahin ein interessanter Alternativspieler – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Sich beim BVB durchzusetzen, wird aber nicht leicht für den gebürtigen Lüdenscheider, denn der BVB hat im defensiven Mittelfeld nach seinem Weggang ordentlich nachgerüstet. Ein Kommentar.

Dortmund.. In der ersten Jahreshälfte 2011 füllte sich das Spekulationsfässchen über Monate hinweg Tröpfchen für Tröpfchen mit Wahrheit. Es war also ausreichend Zeit vorhanden, um den offensichtlich fragwürdig beratenen Nuri Sahin darauf hinzuweisen, dass er bei seinem (lange: möglicherweise) neuen Arbeitgeber unter anderem den Positionskonkurrenten Xabi Alonso und Sami Khedira begegnen würde. Der eine Stamm-Sechser der spanischen, der andere Stamm-Sechser der deutschen Nationalmannschaft. Sahin ist aber bekanntlich dennoch von Borussia Dortmund zu Real Madrid gewechselt. Und ebenfalls bekanntlich hat er sich nicht durchgesetzt.

Diesmal füllte sich das Spekulationsfässchen zwar erheblich schneller. Für den Spieler gestaltet sich die Situation aber ganz ähnlich, nur, dass er 2011 als gefeierter Meisterspieler des BVB gen Spanien aufgebrochen ist, und nun als bei den Königlichen und beim Interimsklub FC Liverpool Gescheiterter in die Heimat zurückrobbt, dahin, wo er dem warmen Herd der Familie näher ist, wo ihn die Wärme seines langjährigen Vereins und eine warme Bank erwarten.

Sportlich ist der Coup sinnvoll - für den BVB

Zwischenzeitlich sind die Borussen nämlich nicht nur schon wieder Meister geworden, sie haben auch ihr Sechser-Problem der Post-Sahin-Ära famos gelöst. Zur Auswahl stehen für das in der vergangenen Saison neu zurechtgeschneiderte Spiel zum Beispiel die deutschen Internationalen Ilkay Gündogan und Sven Bender, der Kapitän Sebastian Kehl und das Toptalent Moritz Leitner. BVB

Sportlich ist der ohne Finanzakrobatik realisierte Coup natürlich dennoch sinnvoll. Für den Klub. Starke Ersatz- und Variations-Leute braucht man auf dem Niveau, auf dem er sich bewegt, schließlich immer. Und daran, wie sie diesen Coup geschaukelt haben, dürften sich die von Spekulanten dauerbelagerten und von Tag zu Tag angenervter wirkenden Herren von der Führungsspitze auch klammheimlich vergnügen.

Nuri aus dem Hut gezaubert

Die mitgereisten Journalisten von Presse, Funk und Fernsehen im Trainingslager in La Manga un- bis desinformiert zurückgelassen. Eine Mitteilung über das Mail-System hinausgejagt, in der eine Pressekonferenz in Dortmund angekündigt wurde. Irgendeine. Thema: egal. Und dann wird nachweihnachtlich der Nuri aus dem Sack gezogen.

Vor diesem Gesamtkunstwerk: Hut ab, Hut ab.