Der BVB sinnt im Revierderby gegen Schalke auf Revanche

Enttäuschung nach dem Hinspiel: Pierre-Emerick Aubameyang (v. l.), Sven Bender und Lukasz Piszczek verlotren mit dem BVB auf Schalke mit 1:2.
Enttäuschung nach dem Hinspiel: Pierre-Emerick Aubameyang (v. l.), Sven Bender und Lukasz Piszczek verlotren mit dem BVB auf Schalke mit 1:2.
Foto: Bernd Thissen / dpa
Was wir bereits wissen
Nach der Niederlage in der Hinrunde will es Dortmund gegen Schalke dieses Mal besser machen - die Tabellensituation ist eine zusätzliche Motivation.

Dortmund.. Das Spiel beim VfB Stuttgart war keine Viertelstunde alt, da blickten die Fans von Borussia Dortmund schon voraus auf das folgende Wochenende; in wenig liebevollen Lieder wurde der Revierrivale Schalke 04 ausführlich und gründlich geschmäht. Auch nach Abpfiff verschwendeten die BVB-Anhänger nicht viel Atem auf das Feiern des 3:2-Siegs im Schwabenland, sondern beschieden allen übrigen Anwesenden im Stadion, dass es sich bei ihnen, wenn sie nicht hüpften, um Schalker handle. Das Revierderby ist eben immer ein besonderes Spiel für die Dortmunder, und die 164. Pflichtspielausgabe am kommenden Samstag (15.30 Uhr/im Live-Ticker) bildet da keine Ausnahme.

Auch nicht für Jakub Blaszczykowsk. Seit 2007 spielt er für den BVB, hat in dieser Zeit viele Höhen und ein paar Tiefen erlebt - und eine ganze Reihe Derbys. Von allen Spielern im BVB-Kader haben nur Roman Weidenfeller und Sebastian Kehl mehr Erfahrung mit Spielen gegen den Revierrivalen. Doch auch nach siebeneinhalb Jahren sind diese Duelle noch immer etwas Besonderes. "Das ist immer das wichtigste Spiel in der Saison", sagt der 29-Jährige. "Natürlich kriegst du auch in diesem Spiel nicht mehr als drei Punkte - aber für unsere Zuschauer und uns ist es sehr wichtig."

Schalke geht aus einer Position der Stärke ins Revierderby

Und produziert immer wieder außergewöhnliche Geschichten: Der Mittelfeldspieler erinnert sich besonders gerne an die Begegnung im September 2008: "Zur Halbzeit stand es 0:3, dann haben wir noch 3:3 gespielt", erzählt er. Nach der ersten Halbzeit waren wir eigentlich durch, dann haben wir es aber in der zweiten Halbzeit richtig gut gemacht gegen eine so starke Mannschaft wie Schalke damals war. Das war großartig."

Von der Tabellenposition her ist es auch dieses Mal der FC Schalke 04, der aus einer Position der Stärke ins Derby geht: Während Königsblau gute Aussichten auf die Qualifikation für die Champions League hat, muss Dortmund noch immer darauf achten, dem Abstiegskampf zu entkommen - auch daher die besondere Bedeutung der anstehenden Begegnung: "Wir können mit einem guten Ergebnis vieles in die richtigen Bahnen lenken", sagt BVB-Trainer Jürgen Klopp. "Es ist ein unglaublich wichtiges Spiel, weil wir mit einem Erfolg gegen Schalke nochmal einen weiteren Schritt machen können."

Eine besondere Motivation werden seine Spieler kaum glauben, denn der Stachel der 1:2-Niederlage in der Hinrunde sitzt nach wie vor tief: "Wir können uns noch an die Reaktionen auf diese Niederlage erinnern", sagt ein säuerlich grinsender Klopp. "Damals dachten wir noch, wir könnten keine größeren Probleme bekommen als eine Derby-Niederlage. Das war leider ein Trugschluss."

Europa-League-Plätze wären für den BVB bei einem Sieg in Reichweite

Mit einem Sieg könnten die Dortmunder eine unrühmliche Statistik verbessern: In 15 Jahren gab es nur zwei Derbysiege vor eigenem Publikum. Zudem wären mit einem Erfolg plötzlich die Plätze für die Europa League wieder in Reichweite und der Rückstand auf den Revierrivalen würde auf sieben Punkte schrumpfen - doch damit will man sich beim BVB derzeit nicht beschäftigen. "Wir können doch nicht vor drei Wochen das Gefühl gehabt haben, dass es jetzt richtig eng wird, und jetzt so tun, als hätten wir die Situation bereits geklärt", sagt der Trainer. "Wie früh wir diese Situation in eine andere Richtung klären, hängt natürlich von unserer Leistung ab. Aber der Zeitpunkt ist noch nicht da und wir werden uns mit nichts anderem beschäftigen als drei Punkte zu holen und den Abstand nach hinten zu vergrößern."

Ähnlich äußert sich Blaszczykowski: "Erst müssen wir gewinnen, dann können wir weitersehen", sagt er. "Das wird nicht leicht, aber wir sind bereit, richtig zu kämpfen und wollen das auf dem Platz zeigen."

An seiner Motivation, so viel ist sicher, wird es nicht scheitern.