Der BVB hofft in der Rückrunde noch auf drei Titel

Pierre-Emerick Aubameyang und Ilkay Gündogan jubeln.
Pierre-Emerick Aubameyang und Ilkay Gündogan jubeln.
Foto: Getty
Was wir bereits wissen
  • Können Reus, Mkhitaryan und Aubameyang den Bayern die sicher geglaubte Meisterschale streitig machen?
  • Borussia Dortmund im Winter-Check.
  • Wer sind die Gewinner, wer die Verlierer?

Dortmund.. Meister? Wird eh der FC Bayern, ist sich Hans-Joachim Watzke sicher. Obwohl für den Vorstandschef von Borussia Dortmund die Meisterfrage geklärt ist, gibt es seiner Meinung nach in der Rückrunde der Fußball-Bundesliga noch genug zu gewinnen. Auch in der Meisterschaft, denn Platz zwei, den der BVB ab Samstag (18.30 Uhr/live in unserem Ticker) im Spiel bei Borussia Mönchengladbach verteidigen möchte, würde die sichere Qualifikation für die Champions League bedeuten. „Das wäre sogar der wichtigste Titel“, betont Watzke.

Die Lage

Fußball Acht Punkte hinter den Bayern, sechs vor Hertha BSC, gar neun auf den Samstaggegner Gladbach – aussichtslos und beruhigend zugleich ist die Situation. Für ganz oben zu schwach, für den Rest zu stark? Auf diese gefährliche Selbsteinschätzung wollen sie sich beim BVB nicht einlassen. „Alle Beteiligten müssen ausklammern, was geschehen ist“, erklärte deshalb Watzke. Für Mats Hummels hat Borussia vor allem „in Pokalwettbewerben gute Aussichten“ – trotz schwieriger Aufgaben mit Porto (Europa League) und auswärts in Stuttgart (DFB-Pokal).

Das Personal

Yunus Malli soll die Lücke von Jonas Hofmann (nach Gladbach) und Adnan Januzaj (zurück zu Manchester United) schließen. Die Verhandlungen mit Mainz’ bestem Knipser der Hinrunde (acht Tore) ziehen sich wohl bis zum Ende der Wechselperiode am 1. Februar hin. Ob Coach Thomas Tuchel seinen Wunschspieler bekommt, ist daher noch fraglich. Er sagte aber: „Es ist eine gute Energie entstanden. Die Mannschaft zeigt die Haltung, die wir brauchen, um auch in der Rückrunde erfolgreich zu sein.“

Die Gewinner

Batman und Robin, also Pierre-Emerick Aubameyang sowie Marco Reus – und Henrikh Mkhitaryan, für den im Zusammenhang mit den Comic-Helden allerdings noch der richtige Name gefunden werden müsste. 18-Tore-Mann Aubameyang wehrt sich dagegen, Bayern automatisch zum Meister zu erklären, entwickelt seit der Wahl zu Afrikas Fußballer des Jahres noch mehr Titel- und Torlust. Reus machte in Dubai alle Einheiten mit, überzeugte in den Tests und lässt Tuchel schwärmen: „Wenn ich es mir wünschen kann, wäre es, dass er 29 Spiele für uns macht.“ Impliziert: Der Coach plant, in allen Wettbewerben bis zum Ende im Rennen zu sein. Viel hängt dabei auch von Mkhitaryan ab: Der Armenier erhielt von seinem Coach im Trainingslager den Ritterschlag: „Es ist eine Ehre, mit ihm arbeiten zu dürfen“, sagte Tuchel, „ich kann jeden Tag noch von ihm lernen.“

Der Verlierer

Transfermarkt Sven Bender konnte im NAS-Sportkomplex in der Wüste Dubais nicht mit dem Team trainieren, noch ist unklar, wie lange der Defensiv-Allrounder und Tuchels erster Nachrücker im zentralen Mittelfeld sowie in der Innenverteidigung ausfällt. „Mannis“ Verletzung erhöht den Druck, dass unmittelbar vor Keeper Roman Bürki niemand anderes ausfallen darf.

Der Trainer

Als Nachfolger von Jürgen Klopp hat er sich blendend eingefunden in Dortmund. Nach dem schnellen Erfolg reflektiert sich Tuchel auch gerade: „Für mich gilt es, nicht zu eingefahren zu sein, es zählen neue Eindrücke: Wie schnell kommen wir in Tritt? Sind alle in den Prinzipien drin? Müssen wir neue Aufgaben stellen, bei manchem zurückgehen oder Spieler ermahnen, das Tempo zu halten?“ Es spricht viel dafür, dass der 42-Jährige die Schärfe nicht verliert, die er von seinen Spieler verlangt.

Die Prognose

Gladbach am ersten und Hertha am dritten Rückrundenspieltag – der BVB kann direkt mit zwei Siegen jegliche Zweifel an einer Königsklassen-Quali ausräumen.