Den BVB erwartet in zweierlei Hinsicht ein Schlüsselspiel

BVB-Trainer Thomas Tuchel will so schnell wie möglich den nächsten Sieg.
BVB-Trainer Thomas Tuchel will so schnell wie möglich den nächsten Sieg.
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Was wir bereits wissen
In der Champions League geht es für den BVB schon jetzt ums Weiterkommen. Rechtzeitig zum Kampf um Tabellenplatz zwei meldet sich der Abwehrchef fit.

Lissabon.. Die imposanten grünen Stahlstreben sehen aus wie Schiffskräne und erheben das Stadion von Sporting Lissabon aus den grauen Bauten ringsherum. Und es verfügt über eine Besonderheit, die Unterhaltung stets garantiert: ein Kino im Obergeschoss. Die Plakate künden unter anderem von der Neuauflage des Western-Klassikers „Die glorreichen Sieben“. Am Dienstagabend (20.45 Uhr/ live bei uns im Ticker), 18. Oktober 2016, steigt im Innern des Jose-Alvalade-Stadions eine sportliche Aufführung, deren Titel noch unbekannt ist: Der portugiesische Vizemeister Sporting Lissabon empfängt Borussia Dortmund an Spieltag drei der Champions-League-Gruppenphase. Ein Duell, das sicher so viel Adrenalin bereit hält wie ein Hollywood-Machwerk. Champions League

Denn die Begegnung mit Sporting ist ein Schlüsselspiel – und das in zweierlei Hinsicht.

Zum einen gehen die Macher der Borussia davon aus, dass sich das Star-Ensemble von Real Madrid in dieser Vorrundengruppe souverän durchsetzen wird. Da Legia Warschau kaum eine Rolle spielen wird, geht es zwischen Sporting und Dortmund um den zweiten Platz, der noch ins Achtelfinale der Königsklasse und damit ins gelobte Land der Millionen und Meriten führt. „Eine sehr bedeutende Wirkung“ attestiert Sportdirektor Michael Zorc den beiden kommenden Duellen. Am 2. November gastiert Sporting in Dortmund. Dann soll der Rivale aus dem Rennen geworfen sein.

Götzes Kreativität ist gefragt

Zum anderen ist Schwarz-Gelb dringend auf der Suche nach einem Erfolgserlebnis. Die jüngsten drei Pflichtspiele gegen Madrid (2:2), Leverkusen (0:2) und Berlin (1:1) verliefen erfolglos, das frischeste Gefühl des Sieges datiert vom 23. September, damals 3:1 gegen Freiburg. Die lockerleichte Freude des Spätsommers ist einer zarten herbstlichen Schwermütigkeit gewichen. „Das Gefühl eines Sieges ist durch nichts zu ersetzen, egal ob er verdient oder glücklich war. Es gibt dir die Leichtigkeit, Spiele in Folge gewinnen zu können“, klagt Thomas Tuchel.BVB

Einen Tag vor dem Schlüsselspiel sitzt der Trainer im Erdgeschoss des Stadions und hat zumindest die aus Dortmunder Sicht erfreuliche Botschaft mitgebracht, dass die zuletzt maladen Sokratis und Lukasz Piszszek beschwerdefrei trainieren konnten und offenbar einsatzbereit sind. Das verbessert die angespannte Personallage mit zuletzt elf Verletzten. „In dieser Situation hat jedes Spiel eine eigene Geschichte. Wir erlauben uns, die Spiele unabhängig vom Ergebnis zu analysieren, um uns das Vertrauen in unsere Spielweise zu bewahren“, sagt Tuchel und fügt hinzu: „Ich kann nicht erkennen, dass eine außergewöhnliche Drucksituation entstanden wäre.“

Auch nicht für einen Schlüsselspieler wie Mario Götze. Neben all den jungen Spielern um ihn herum zählt er zu den erfahrenen Kräften. Mit seiner Kreativität könnte er das Leichte und Schöne zurückbringen. Gegen Berlin allerdings tauchte der Mittelfeldmann eine Stunde lang dezent unter, erst mit der Hereinnahme von Ousmane Dembélé kam das Unbeschwerte, das Überraschende zurück. Und am Dienstag dann vielleicht auch der Erfolg. „Wir wollen so schnell wie möglich den nächsten Sieg“, sagt Tuchel. Es wäre der siebte der Saison. Egal ob glorreich oder nicht.