Dem BVB-Spiel fehlt in Hamburg die Zuspitzung

Auch BVB-Star Marco Reus fehlte beim HSV die Durchschlagskraft.
Auch BVB-Star Marco Reus fehlte beim HSV die Durchschlagskraft.
Foto: imago
0:0 endete die Partie des BVB in Hamburg – weil die Dortmunder zwar viel Ballbesitz hatten, daraus aber wenig machten.

Hamburg.. Roman Weidenfeller hatte sich dazu entschieden, die Angelegenheit positiv zu sehen. „Es ist schade, dass es nicht zu drei Punkten gereicht hat, aber man kann auch mal mit einem Punkt gegen den HSV leben“, sagte der Torhüter von Borussia Dortmund nach dem 0:0 beim Hamburger SV. „Die Bilanz in den letzten Jahren war auch nicht so gut, von daher ist das ein Fortschritt.“

Anders Sportdirektor Michael Zorc: „Wir haben zwei Punkte verloren, denn vom ganzen Spiel her hätten wir einen Sieg verdient gehabt“, sagte er. „Damit dürfen wir nicht unzufrieden sein, wenn man sieht, aus welcher Situation wir kommen“, meinte Kevin Kampl. „Natürlich sind wir nicht zufrieden damit“, widersprach BVB-Kapitän Mats Hummels – sah aber auch darin etwas Positives: „Vor fünf Wochen hätten wir einen Punkt in Hamburg sofort genommen. Jetzt sind wir in einer besseren Verfassung und in einer besseren Verfassung, um wieder mehr zu wollen.“

BVB hatte 68 Prozent Ballbesitz

Ähnlich diffus wie nach Spielschluss war der BVB auch in den 90 Minuten auf dem Feld dahergekommen. Zwar hatte man die Partie weitgehend beherrscht, hatte 68 Prozent Ballbesitz angesammelt, die Mehrzahl der Zweikämpfe gewonnen, wesentlich mehr Pässe gespielt als die kampfstarken Hamburger, von denen auch noch ein deutlich größerer Anteil beim eigenen Mann ankam. In fast allen Statistiken lag man bei Anpfiff vorne – nur in einer nicht: Dort, wo die Tore notiert werden, stand bei beiden Mannschaften die Null.

Und anders als sonst so oft musste bei den Dortmundern später nicht über eine mangelhafte Chancenauswertung gesprochen werden. In Hamburg gelang es kaum einmal, die Dominanz beim Ballbesitz in hochkarätige Möglichkeiten umzumünzen. Einzig Pierre-Emerick Aubameyang boten sich gute Gelegenheiten, doch einmal parierte HSV-Torhüter Jaroslav Drobny stark (27.), einmal ging sein Kopfball am Tor vorbei (62.).

Dortmund war nicht griffig genug

„Wir haben das Spiel ganz klar dominiert, aber leider nicht in den gefährlichen Räumen, sondern nur auf 80 Prozent der Spielfläche“, klagte Kapitän Hummels. „Wir hatten viel Ballbesitz in den ungefährlichen Räumen, in den gefährlichen nicht so sehr.“

Nicht griffig genug sei man gewesen, so Zorc: „Hamburg hat schon sehr verstärkt defensiv gespielt, da war es schwierig, sich durchzukombinieren.“ Hinzu seien viele taktische und einige härtere Fouls gekommen. „Daher war es schwer für uns, da wir heute nicht in absoluter Topverfassung waren, uns da durchzukombinieren.“

Kagawa wirkungslos

Gerade die Offensivspieler blieben deutlich unter ihren Möglichkeiten und ließen es nach vorne an Tempo und Klarheit vermissen. Der weitgehend wirkungslose Shinji Kagawa wurde zur Halbzeit ausgewechselt, doch auch Henrikh Mkhitaryan sowie die wiedergenesenen Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang blieben blass. Einzig der für Kagawa gekommene Kampl sorgte für ein wenig Schwung und Gefahr.

Immerhin konnten sich die Dortmunder damit trösten, auch im dritten Pflichtspiel in Folge ohne Gegentor geblieben zu sein. „Das ist wichtig, um erfolgreich Spiele zu bestreiten“, freute sich Abwehrchef Hummels – und richtete den Blick gleich wieder nach vorne. „Ich bin zuversichtlich, dass wir, wenn gegen Köln die Null steht, auch gewinnen werden.“