Kommentar

Dem BVB bietet sich in der Champions-League eine einmalige Möglichkeit

Träume sind erlaubt: Blick auf die Dortmunder Südtribüne beim Halbfinal-Hinspiel gegen Real.
Träume sind erlaubt: Blick auf die Dortmunder Südtribüne beim Halbfinal-Hinspiel gegen Real.
Foto: Getty

Der Einzug ins Finale der Champions League in London wäre die Belohnung für die Leistungen des gesamten Vereins, der 2005 noch am Abgrund stand. Doch vor dem Halbfinal-Rückspiel bei Real Madrid bleiben die Dortmunder bodenständig. Ein Kommentar von Frank Lamers.

Madrid.. Weil in Deutschland höchstens noch ein Problembär mit Verfolgung rechnen muss, ist das alte Wort in Vergessenheit geraten. Gültigkeit hat es aber: Das Fell des Bären, es sollte erst verteilt werden, wenn der Bär erlegt ist. Und das bedeutet für den am nächsten liegenden Fall: Borussia Dortmund muss am Dienstag erst noch das zweite Halbfinalspiel der Champions League bei Real Madrid mit einem anständigen Ergebnis überstehen, um ins Finale von Wembley einziehen zu können.

Natürlich ist das selbstverständlich. Und außerhalb des Kopfkinos herrscht auch ein professioneller, ein krasser Realismus, wie ihn zum Beispiel der BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke pflegt, der kurz vor dem Abflug gen Spanien die Frage nach dem wahrscheinlichen Ausgang der Auseinandersetzung mit den Madrilenen mit sauerländischer Bodenständigkeit beantwortete: „Wenn ich das wüsste, könnte ich zu Hause bleiben.“

2005 stand der BVB ganz unten - nun ist der königlich

Warum aber ist dieses Programm, das nur im Kopf gespielt wird, gegen jede Fußballregel und Vernunft so attraktiv? Es liegt wohl an dieser historisch einmaligen Möglichkeit. Ein deutsches Finale, ein Gipfeltreffen der beiden besten deutschen Mannschaften, das auf einem richtigen Gipfel stattfindet, dem Gipfel Europas.

Würden die Dortmunder den Flug nach London verpassen: Viele wären wohl enttäuscht. Das allerdings wäre ungerecht gegenüber den Leistungen nicht allein der schwarzgelben Mannschaft, sondern des gesamten Vereins. Wo stand der doch noch gleich im Jahr 2005? Genau. Ganz unten, tiefer als im tiefsten Tal, da, wo das Gespenst der Insolvenz haust.

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