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Das sind Borussia Dortmunds „Fantastische Vier“

15.02.2012 | 19:31 Uhr
Das sind Borussia Dortmunds „Fantastische Vier“
Zuckerpass: Jakub Blaszczykowski schickt Shinji Kagawa auf die Reise. Der wird Sekunden später das 1:0 erzielen.Foto: imago

Dortmund.  Weil Jakub Blaszczykowski, Shinji Kagawa, Kevin Großkreutz und Robert Lewandowski stark sind, spricht derzeit niemand über den verletzten Götze. Das ist gut. Für den verletzten Spieler der in Ruhe genesen kann. Und für die Mannschaft, die trotz des Fehlens ihres Jung-Superstars offenkundig erfolgreich ist.

Die Voraussagen waren düster. Am Tag, an dem bekannt wurde, dass Mario Götze mit einer langwierigen Schambeinverletzung nahezu die komplette Rückrunde ausfallen würde, wurde dem BVB allerhand prophezeit. Fehlte nur, dass einer vom Untergang des Abendlandes gesprochen hätte. Und jetzt? Jetzt spricht niemand über Mario Götze. Das ist gut. Zweimal gut. Für den verletzten Spieler, der in Ruhe genesen kann. Und für die Mannschaft, die trotz des Fehlens ihres Jung-Superstars offenkundig erfolgreich ist.

Vier Siege hat die Borussia in den vier Bundesligaspielen nach der Winterpause geholt; und dabei elf Tore verbucht. Vergibt man für jeden Treffer und jede Vorlage jeweils ei­nen Punkt, dann gehen 17 dieser 22 Scorerpunkte auf das Konto der „Fantastischen Vier“ in Dortmunds Offensive: Jakub Blaszczykowski. Shinji Kagawa. Kevin Großkreutz. Robert Lewandowski.

Sie, die vor gar nicht langer Zeit mit Problemen zu kämpfen hatten, sorgen fürs Zählbare, was die Zahlen (Tore + Vorlagen) eindrucksvoll belegen:

2+3 Jakub Blaszczykowski hat gleich zum Rückrundenstart zweimal gegen den HSV getroffen und zudem ge­gen Hamburg, Hoffenheim und Leverkusen drei Vorlagen geliefert. So gut, weil entschlossen, weil mutig und selbstbewusst war Kuba schon lange nicht mehr.

Der Kapitän der polnischen Nationalmannschaft, der mit Blick auf die EM im eigenen Land und seinen eigenen, nur geringen Einsatzzeiten schon weg wollte, profitiert als direkter Vertreter Götzes am meisten von dessen Ausfall. In der jetzigen Verfassung ist er ein Gewinn für den Meister.

3+2 Shinji Kagawa hat sowohl gegen Hoffenheim als auch gegen Leverkusen das wichtige 1:0 erzielt, zudem das dritte Tor gegen die Kraichgauer. In Hamburg und Nürnberg trat er als Vorbereiter in Erscheinung. Manch ei­ner behauptet deshalb, Kagawa sei noch besser als vor seinem Mittelfußbruch.

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Der Japaner selbst hat nach seinem Geniestreich gegen Leverkusen mitgeteilt: „Ich spüre, dass ich körperlich stärker bin als vor einem Jahr. Ich kann jetzt weiter und länger laufen.“ Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil Kagawa mit Problemen in die Saison gegangen ist. Da waren die Spätfolgen seiner Verletzung, die ständigen Weltreisen zu Länderspielen, auch die Mehrbelastung im Verein. Heute ist er ein Garant für den perfekten Start in die Rückrunde.

2+2 Kevin Großkreutz hat die Erfolgsserie mit dem 1:0 in Hamburg eröffnet und gegen Hoffenheim für die Vorentscheidung gesorgt und zudem in beiden Spielen einen weiteren Treffer vorbereitet. Der Dortmunder holt wieder alles aus sich raus. Das war zwischenzeitlich anders.

„Am Anfang der Saison hatte ich eine schlechte Phase“, sagte Großkreutz dieser Zeitung Mitte November. „Aber jetzt bin ich wieder da.“ Im Februar 2012 ist er Stammspieler. Ivan Perisic, der seinen Platz im September für drei Spiele eingenommen hatte, sitzt auf der Bank. Mit insgesamt 20 Einsätzen und sechs Toren ist Großkreutz ein Eckpfeiler dieser Mannschaft.

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2+1 Robert Lewandowski hatte seinen Gala-Auftritt in Hamburg: zwei Tore, eine Vorlage. Dass er seitdem nicht mehr direkt an einem Treffer beteiligt war, bedeutet allenfalls zweierlei: Erstens war er durch seine Laufarbeit, sein Sperren, seine Magnetwirkung auf Gegenspieler mehrfach indirekt beteiligt. Und zweitens ist es zumindest wahrscheinlich, dass er am Samstag in Berlin wieder selber trifft. Die aktuelle „Durststrecke“ von drei Spielen ohne Treffer ist schon jetzt seine längste in dieser Saison.

Das bislang einzige Tor der Rückrunde, bei dem keiner dieser Vier seinen Fuß im Spiel hatte, war das 1:0 in Nürnberg. Vorarbeit Piszczek, Tor Kehl. Eine andere Geschichte.

Nils Hotze

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Kommentare
16.02.2012
08:25
Lieber Westfale!
von Boone-Daniels | #3

Ich jabe zum Glück auch noch ein Leben neben dem Fussball, aber im letzten Mai war ich ein Borussiajunkie. Und da du jetzt noch mal kurz Sahin ins Gespräch bringst: sein Abschied war wirklich traurig. Ich ließ die Saison mit zwei Fussballfreunden in der Piazza Navona Revue passieren, und wir diskutierten die Frage, wie man Unersetzbare ersetzt. Meine These war: es gibt keinen zweiten Sahin, keinen zweiten Hummels, keinen zweiten Kagawa. Mein Kumpel sagte: es sei stets auch ein Vorteil, wenn ein Schlüsselspieler gehe, weil es dann feine Systemänderungen gebe, die ein Spiel weniger ausrechenbar machen. Siehe die zunehmende Berechenbarkeit von Robben.
Und der andere Greud meinte: Dortmund hat einen trumpf auf seiner Seite: die Verpflichtung von Top-Talenten enthält stets die Chance enormer Entwicklunhsprünge in kurzer Zeit. fas kann schneller gehen, sage ich aus heutiger Sicht, wie bei Leitner, oder dauern, wie bei Lewandowski.

2 Antworten
Das sind Borussia Dortmunds „Fantastische Vier“
von berlin89 | #3-1

Das Potential in der Dortmunder Mannschaft wird weitläufig völlig unterschätzt und es ist mit Verlaub erheblich größer als bei den Bayern. Das liegt auch an ihrem " großartigen " Kapitän , der seit dieser Saison sein Leistungszenit längst überschritten hat ( s.gegen den HSV und gegen Gladbach - 3 Tore gehen auf seine Kappe ) Aber eins ist zweifellos richtig , wir haben keine " fantastischen Vier " sondern ganz einfach eine FANTASTISCHE MANNSCHAFT , in der noch viel steckt.
Eine Bemerkung noch zu Sahin. Ich habe hier immer geschrieben , daß er überschätzt ist und viel zu früh nach Real gegangen ist. Er ist einfach zu langsam und wird sich m.E. im Haifischbecken nicht durchsetzen können. Hoffentlich lernt Mario Götze daraus!!

Wie schnell das geht...
von WestfalenBorusse | #3-2

Du schreibst um 8.25 Uhr was zum Thema "Unersetzbare" und ich wollte erst antworten "stell Dir nur mal vor, Kagawa oder Lewa fallen jetzt aus" und was passiert?? Schei***, siehe Bericht um 14 Uhr....Kagawa fällt mindestens 3 Wochen aus...unheimlich...

16.02.2012
08:10
Jetzt wird das markige Etikett "die fantastischen Vier"
von Boone-Daniels | #2

absr maßlos übertrieben. Erst waren es die Top-Vier der Liga, bis Schalke von wunderbaren Gladbachern auf Normalmass gestutzt wurde. Vorher hatten die Gelsenkirchner ja auch schon "ihre Meister gefunden" bei fusslahmen Auftritten im Derby und gegen Bayern.

Jetzt macht macht man "die fantastischen Vier" in Borussias Offensive aus. Nur, das ist mal wieder zu kurz gedacht. Lewa hatte zuletzt eine kleine Ladehemmumg, Kevin war recht schwach gegen Leverkusen. Der Clou ist: bei Borussia können immer wieder andere Spieler die Rolle der fantastischen Vier oder Fünf oder Sechs übernehmen...die Unberechenbarkeit ist unsere Stärke, nicht die Fixierung auf Einzelspieler.

15.02.2012
20:17
jau..Totgesagte leben eben lääääänger....
von WestfalenBorusse | #1

Nuri Sahin geht nach Madrid...Für viele Dortmund-Hasser oder Neider ein K.O.... Was soll diese Truppe ohne Sahin schon bewirken? Wie wäre es mit einer Meisterschaft :-)
Dann spielt Götze Fußball von einem anderen Stern...die Fußballwelt schnalzt mit der Zunge, spricht vom "Wunderknaben" und anderen Superlativen....Schambeinentzündung...und all die Neider und Hasser geben nicht mehr sehr viel auf diesen BVB...und was machen die Jungs? Ein Blick auf die Tabelle oder auf den Artikel von Nils Hotze gibt die Antwort...Da bleibt doch nur EINE Frage:

Issss datt alles nich einfach nur schööööööön?? :-)

1 Antwort
Das sind Borussia Dortmunds „Fantastische Vier“
von Schadeeigentlich | #1-1

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