BVB wirft WDR Populismus wegen Lokalzeit-Trailer vor

BVB-Trainer Jürgen Klopp und Sportdirektor Michael Zorc sind enttäuscht von den Dortmunder Anhängern, die auf Schalke randalierten.
BVB-Trainer Jürgen Klopp und Sportdirektor Michael Zorc sind enttäuscht von den Dortmunder Anhängern, die auf Schalke randalierten.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Die "Lokalzeit aus Dortmund" beim WDR gehört offenbar nicht zu den Sendungen, die die Verantwortlichen des BVB regelmäßig gucken. Vom Verbannen des Dortmunder Stadions aus dem Trailer zur Sendung hatten Michael Zorc und Co nur "gerüchteweise" gehört. BVB-Coach Klopp findet es populistisch.

Dortmund.. Die neue Version des Trailers der WDR-Sendung "Lokalzeit aus Dortmund" haben die Verantwortlichen der Borussia noch nicht gesehen. Dass das ehemalige Westfalenstadion nun aus der Eröffnungssequenz verbannt wurde, nannten die BVB-Verantwortlichen populistisch.

"Ich kann das gar nicht glauben und habe nur gerüchteweise davon gehört", sagte Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc auf die Frage nach seiner Einschätzung zu den Maßnahmen des WDR auf die Pyro-Chaoten vom Revierderby. Er wolle das deshalb auch nicht kommentieren.

Die Öffentlich-Rechtlichen hatten entschieden, die Sequenz mit der Südtribüne des Dortmunder Stadions rauszuschneiden, damit sich die "wahren Fans" von den Vorkommnissen beim Revierderby am vergangenen Spieltag distanzieren können.

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Jürgen Klopp übernahm das Wort und war sichtlich verärgert: "Eins der eindrucksvollsten Monumente im Weltfußball einfach rauszunehmen, weil da ein paar Leute drauf sind, die sich daneben benommen haben, das könnte man im Duden auch unter "populistisch" nachschlagen", sagte der Dortmunder Trainer. Ob es jemandem helfe oder ob es jemanden abschrecken würde, fragte Klopp in die Runde: "Maßnahmen die gar nichts bringen, braucht man nicht zu machen", so der Coach.

Zorc versprach eine Aufklärung der "Scheißaktion" (Klopp) und war immer noch enttäuscht von den vermeintlichen Anhängern, die sich als Fans von Borussia Dortmund ausgeben. "Es wird auch nach ein paar Tagen nicht besser", gab der Sportdirektor seine Gefühlslage preis. Der BVB beschäftigte sich natürlich noch mit den bitteren Minuten vom Revierderby auf Schalke. "Wir sind in der Aufarbeitung der Sache". Eine schnelle Aufklärung werde es aber nicht geben. "Wir nehmen uns die Zeit und führen Gespräche - mit den Beteiligten und auch mit den Gruppen, die wahrscheinlich daran beteiligt waren", so Zorc und ergänzte: "Das ist so ein sensibles Thema, dass wir da keinen Schnellschuss tätigen werden."

Harte Strafen nach Derby-Krawallen angekündigt

Erst wenn man einen Weg gefunden habe, die Verantwortlichen festzustellen, werde der Verein an die Öffentlichkeit gehen. Wie die Strafen ausfallen und welche Maßnahmen die Pyro-Krawalle nach sich ziehen werden, konnte Zorc noch nicht sagen. Stadionverbote auszusprechen sei sehr schwierig, weil sie die Verurteilen dann eventuell einklagen könnten. Das sei "eine ganz heikle Geschichte, zumal die Chaoten vermummt waren". Kein Zweifel ließ er daran, dass die Strafen sehr hart ausfallen werden.

Ob das den WDR dazu bewegt, die Südtribüne des Signal Iduna Parks wieder in den Trailer aufzunehmen, wird Borussia Dortmund sicherlich auch verfolgen. Wahrscheinlich müssen sie dazu aber häufiger einschalten. "Uns hat das der WDR noch nicht mitgeteilt", sagte BVB-Pressesprecher Sascha Fligge und dann äußerte sich Zorc doch noch dazu: "Es riecht ein bisschen nach Populismus."