BVB will Champions-League-Schwung mit nach Freiburg nehmen

BVB-Trainer Jürgen Klopp
BVB-Trainer Jürgen Klopp
Foto: Patrik Stollarz / afp
Was wir bereits wissen
Nach dem 2:1-Erfolg über Real Madrid in der Champions League bestreitet Borussia Dortmund nun zwei Pflichtspiele im Südwesten der Republik. In der Bundesliga tritt der BVB am Samstag beim SC Freiburg an, im DFB-Pokal am Dienstag beim VfR Aalen.

Dortmund.. Sie standen plötzlich in der Mixed-Zone des Stadions Rücken an Rücken, wie Duellanten: Roman Weidenfeller von Borussia Dortmund. Und Cristiano Ronaldo von Real Madrid. Zwei markante Typen, zwei Modellathleten und zwei Herren, die besonderen Wert auf ihre äußere Erscheinung legen. Weidenfeller war der Sieger an diesem Abend. Aber der Verlierer aus Spanien durfte in bedeutend mehr Mikrofone sprechen. Roman Weidenfeller schaute kurz über die Schulter, rüber zum Kollegen und grinste dann. „Da stehe ich gerne mal im Schatten. Hauptsache, wir haben die drei Punkte.“

„Haben BVB-Fußball gespielt“

BVB Vier Punkte hatte der BVB in der Champions League schon. Plus die drei für den historischen Sieg gegen Real Madrid sind es jetzt schon sieben nach drei Spielen. „Wir haben es allen gezeigt, die zwei Jahre lang gesagt haben, wir können Europa nicht“, sagte Marcel Schmelzer. Zwei Mal war der BVB, trotz guter Möglichkeiten, in der Gruppenphase des Europapokals gescheitert. Jetzt sind die Dortmunder Tabellenführer der Meistergruppe. Vor Real Madrid. Weit vor Manchester City. Mit sieben Punkten nach drei Spielen hat bislang jede deutsche Mannschaft die Gruppenphase überstanden.

Das 2:1 war nicht nur ein Sieg gegen einen Großen des Weltfußballs. „Es fühlt sich nach mehr an als nur nach drei Punkten. Wir haben eine eine Menge Respekt gewonnen und uns selbst gezeigt, dass das Spiel in Manchester nichts Einmaliges war“, erklärte Neven Subotic. Gegen Manchester waren die Dortmunder die bessere Mannschaft und mussten kurz vor Abpfiff nach einem umstrittenen Elfmeter den Ausgleich hinnehmen.

BVB Es war nicht das einzige Mal, dass der BVB in den letzten Wochen eine Führung aus der Hand gegeben hatte. Auch gegen Madrid lagen die Borussen dank Robert Lewandowski (36.) vorne. Nach dem fulminanten Ausgleich von Cristiano Ronaldo (38.) legte Marcel Schmelzer (64.) noch mal nach. Eine besondere Belohnung. Und, nach der Derby-Blamage von Samstag, auch ein Sieg für das Selbstvertrauen. Und für den Glauben an die eigene Stärke. „Wir haben wieder BVB-Fußball gespielt. Wir standen kompakt, haben nichts zugelassen und die Madrilenen ständig unter Druck gesetzt. So ist ihre individuelle Klasse nicht zum Zug gekommen“, analysierte Sebastian Kehl, der unermüdlich arbeitete und das 1:0 vorbereitete.

BVB-Trainer Klopp fand die richtige Motivationsformel

Die Dortmunder, das war unübersehbar, fühlten sich nach dem Taktik-Wirrwarr von Samstag wieder wohl in ihren angestammten Rollen. Die Automatismen funktionierten. Und Jürgen Klopp hatte in der Mannschaftssitzung die richtige Motivationsformel gefunden: „Wer sich defensiv nicht voll reinhaut, ist ein Arschloch“, hatte der Trainer gesagt und so das in Zweikämpfen entscheidende Fünkchen Einsatz gegen das königliche Star-Ensemble herausgekritzelt.

Auf Ronaldo, Benzema und Özil folgen am Samstag (15.30 Uhr, live im DerWesten-Ticker) die Herren Baumann, Schuster und Kruse vom SC Freiburg und dann am Dienstag, in der 2. Runde des DFB-Pokals, die Herren Hübner, Dausch und Lechleiter von Zweitligist VfR Aalen (20.30 Uhr, live im DerWesten-Ticker). „Madrid, Freiburg, Aalen. Das hört sich komisch an“, sagte Roman Weidenfeller und lächelte. „Aber es sind die nächsten Herausforderungen. Wir wollen Samstag den Dreier holen und wieder oben rankommen.“ Dann packte der Torwart seine drei Punkte ein, trat aus dem medialen Schatten von Cristiano Ronaldo und verabschiedete sich in den verdienten Feierabend.