BVB verliert weiter an Boden - und drei Stammspieler

BVB-Trainer Jürgen Klopp erlebte in Hannover einen „gebrauchten Tag“.
BVB-Trainer Jürgen Klopp erlebte in Hannover einen „gebrauchten Tag“.
Foto: Getty Images
Hannover 96 steckte im Spiel gegen den durch Verletzungen gebeutelten BVB nicht auf und kam in der 86. Minute noch zum 1:1. Nach dem späten Gegentor war bei den Dortmundern schlechte Laune Trumpf. Trainer Jürgen Klopp sprach von einem „gebrauchten Tag“.

Hannover.. Ein gutes Pferd springt nicht höher, als es muss. Fast hätte der deutsche Fußballmeister Borussia Dortmund mit dieser Taktik am Sonntagabend Erfolg gehabt, aber eben nur fast. Nachdem sie in der zweiten Halbzeit das Spiel mehr und mehr aus der Hand gegeben hatten, verspielten die Borussen am Ende bei Hannover 96 ihre 1:0-Führung durch Robert Lewandowski aus der 26. Minute und musste sich nach dem Ausgleich durch Mame Biram Diuof (86.) mit einem 1:1-Unentschieden zufrieden geben.

Dortmunder verloren drei Stammspieler

Nach dem späten Gegentor war bei den Dortmundern schlechte Laune Trumpf. Minuten nach dem Abpfiff hatte Trainer Jürgen Klopp unter seiner schwarzen Kappe eine Miene aufgesetzt, die ausdrückte: Wer mich jetzt anspricht, handelt sich eine Menge Ärger ein!

Die Dortmunder hatten mehr verloren als den Sieg. Drei ihrer Stammspieler mussten in Hannover verletzt vom Platz. Eine Viertelstunde nach dem Spiel hatte Klopp die Worte wieder gefunden und meinte: „Drei Verletzte in der Kabine, der späte Ausgleich, das war tendenziell ein gebrauchter Tag."

Noch an der Seitenlinie hatte er seinem Kollegen Mirko Slomka eine Hand mit drei Fingern gezeigt. Ein Kampfsignal? „Ach was“, nahm Klopp die heiße Luft aus der Sache. „Wir haben uns die Hand gegeben, das war’s.“

An diesem für den BVB „gebrauchten Tag“ erwischte es Jakub Blaszczykowski schon in der 39. Minute. Der Pole wälzte sich nach einem Zweikampf am Boden hinter der Torlinie. Sofort war klar: Es geht nicht mehr weiter. Auf die Schultern von zwei Betreuern gestützt humpelte er in die Kabine, das linke Bein konnte er dabei nicht belasten. Erste Untersuchungen ergaben: Eine Verletzung am Syndesmoseband.

BVB-Abwehrspieler Hummels muss geröngt werden

Augenblicke vor der Pause erwischte es dann Mats Hummels, er bekam einen Schlag auf den Mittelfuß und muss nun geröntgt werden. Der Innenverteidiger hatte sich schon am Mittwoch in Manchester an der Hüfte verletzt. Er biss in Hannover die Zähne zusammen, doch er blieb nach der Pause in der Kabine. An diesem Abend waren schließlich aller schlechten Dinge drei: Bei einem Zweikampf bekam Sven Bender die Hand von Ya Konan ins Gesicht. Sein linkes Auge schwoll langsam zu, erste Diagnose: Prellung des Augapfels. Er sah verschwommen und musste ebenfalls raus, ließ aber ausrichten: „Es war kein Foul, es war einfach Pech.“

Ohne die drei Stammspieler, für die Kevin Großkreutz, Felipe Santana und Moritz Leitner ins Spiel kamen, verlor der BVB die Fäden aus der Hand. Die Kontermöglichkeiten, die sich beim Druck der Hannoveraner ergaben, vertändelte das Team leichtfertig. „Daher sind wir selber schuld, dass das Spiel am Ende noch unentschieden ausgeht“, so Klopp.

Marco Reus, der 15-Millionen-Einkauf aus Gladbach, wollte die Gründe ebenfalls nicht in den Auswechselungen suchen. „Wir haben einen guten Kader, der genug Qualität hat“, meinte er. „Wir haben es in der zweiten Halbzeit einfach nicht geschafft, richtig dagegen zu halten. Zudem hat Hannover das auch sehr gut gemacht.“

Reus hat Recht. In der ersten Halbzeit hatten noch die Gäste dominiert. Besonders über die rechte Seite mit Blaszczykowski und Verteidiger Lukasz Piszczek, der immer wieder mit viel Druck und Tempo nachrückte, war der BVB gefährlich. Und genau auf diese Weise fiel der Treffer zum 1:0. In der 26 Minuten flankte Piszczek maßgenau nach innen, Lewandowski musste fünf Meter vor dem Tor nur noch den Fuß hinhalten: Drin!

Der Meister machte den Sack nicht zu

Vielleicht fehlte nach dem glänzenden Auftritt vom Mittwoch in der Champions League in Manchester die Frische, jedenfalls machte der Meister den Sack nicht zu. Hätte Piszczek in der 53. Minute statt des Pfostens das Tor getroffen, wäre die Sache vermutlich erledigt gewesen. Doch nach der Auswechselung von Hummels wackelte die Abwehr zusehends, es wurde ein enges und umkämpftes Spiel mit einem letztlich verdienten Ausgleich kurz vor dem Ende.