BVB verliert 1:2 in Wolfsburg und bangt um die Europa League

Traf zum 2:1 für den VfL Wolfsburg gegen den BVB: Naldo.
Traf zum 2:1 für den VfL Wolfsburg gegen den BVB: Naldo.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Daniel Caligiuri und Naldo trafen für die Niedersachsen, Pierre-Emerick Aubameyang markierte per Elfmeter den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1.

Wolfsburg.. Borussia Dortmund hat am vorletzten Spieltag der Fußball-Bundesliga seinen eigenen Weltrekord ausgebaut. Als solche im internationalen Fußball einmalige “Errungenschaft” hatte es Sportdirektor Michael Zorc nach dem 1:3 Mitte April in Mönchengladbach voller Hohn bezeichnet, dass der BVB zum dritten Mal in dieser Saison einen Gegentreffer in der ersten Spielminute kassiert hatte. Auch beim VfL Wolfsburg erwischte es Schwarzgelb nach nur wenigen Sekunden. Auch durch diese Schläfrigkeit verpatzte die Truppe von Trainer Jürgen Klopp die Generalprobe für das DFB-Pokalfinale am 30. Mai. Das 1:2 (1:1) bei den Niedersachsen war immerhin höchst unterhaltsam, und dem BVB bleibt die Möglichkeit erhalten, sich am letzten Spieltag mit einem Remis gegen Werder Bremen als Siebter für die Europa League zu qualifizieren, sofern Hoffenheim nicht die beiden Punkte und elf Tore Rückstand aufholt.

Caligiuri trifft schon nach 41 Sekunden

“In der Rückrundentabelle sind wir drei Punkte auseinander. Der Unterschied ist also nicht so groß wie in der Vorrunde”, hatte Klopp vor dem Spiel erkannt. Zumindest was die Offensive anging, stellte sich seine Mannschaft von Beginn an nicht schlecht dar - die zu Hause noch ungeschlagenen Wölfe machten es aber noch einen Ticken besser. In erster Linie scheiterte der VfL allerdings am eigenen Unvermögen vor dem Tor, manchmal auch an Mitch Langerak, um mit einer komfortablen Führung in die Pause zu gehen. Nach 41 Sekunden sah es noch gut aus, als es hinter dem Australier einschlug: Kevin de Bruyne bediente mit seiner 21. Torvorlage in dieser Saison (damit löst er den früheren Schalker und Wolfsburger Zvjezdan Misimovic als Bundesliga-Rekordler ab) Daniel Caligiuri, der den vorherigen Ballverlust von Ilkay Gündogan eiskalt mit dem 1:0 bestrafte. Bas Dost (17./30.) und der frühere Dortmunder Ivan Perisic (6./22.) ließen beste Chancen aus und somit ihren Coach Dieter Hecking am Seitenrand verzweifeln.

Einzelkritik Das bisher Geschilderte warf kein gutes Licht auf die Dortmunder Abwehr, in der Jürgen Klopp noch vor Spielbeginn gezwungen war, umzubauen: Neven Subotic sollte eigentlich für Sokratis in der Innenverteidigung pausieren, doch der Serbe musste doch selbst ran, weil Mats Hummels das Aufwärmen (Probleme am Fuß) vorzeitig abbrach. Vor allem Erik Durm bekam hinten rechts immer wieder Probleme mit Caligiuri, weil Maxi Arnold und Kevin de Bruyne im Wolfsburger Mittelfeld ihre Vorderleute mit langen Bällen gut einsetzen konnten.

15. Saisontor für Aubameyang

Die schwarzgelbe Zentrale produzierte jedoch auch etliche starke Momente in Richtung des VfL-Tors. So war Diego Benaglio in der zehnten Minute zu einem Foul gegen Kevin Kampl gezwungen - den fälligen Elfmeter versenkte Pierre-Emerick Aubameyang mit seinem 15. Saisontor zum 1:1. Der offensiv sehr auffällige Henrikh Mkhitaryan scheiterte mit einem Distanzschuss (21.) und hatte vermutlich innerlich schon zum Torjubel angesetzt, als Aubameyang in der 36. Minute die Vorarbeit des Armeniers aus zwei Metern Entfernung zum Tor noch neben selbiges köpfte. Schiedsrichter Marco Fritz (Korb) fehlte die Traute, nach einem Kontakt von Timm Klose an Mkhitaryan erneut auf den Elferpunkt zu zeigen (43.) - so ging es mit dem Remis in die Pause.

Sicher mit den besten Vorsätzen wieder aufs Feld zurückgekehrt, ließ sich der BVB nach dem Seitenwechsel allerdings wieder früh kalt erwischen: Nach einer Ecke köpfte Sokratis Mkhitaryan an, und Naldo nutzte den Abpraller mit seinem siebten Saisontreffer zum 2:1 (49.) für Wolfsburg. Unmittelbar nach Wiederspielbeginn hatte der Armenier, der bis zu diesem Spiel an fünf der letzten sechs Borussia-Treffer beteiligt war, aber den Ausgleich auf dem Fuß - es sollte für lange Zeit die letzte Dortmunder Chance sein. Denn in der Folge lebte der inzwischen turmhoch überlegene VfL seine Lust am Offensivfußball aus und hätte den dritten Treffer machen müssen. Doch Langerak rettete zweimal in höchster Not gegen Caligiuris Schüsse (64./68.). Die Wolfsburger Fans skandierten: “Im Finale schießen wir euch ab.”

Klopps vorerst letztes Auswärtsspiel als BVB-Trainer

In seinem letzten Auswärtsspiel als BVB-Trainer wollte sich Jürgen Klopp jedoch nicht mit dem Eindruck aus Wolfsburg verabschieden, in zwei Wochen nur als chancenloser Statist im DFB-Pokalfinale bereitzustehen. Mit Marco Reus und Ciro Immobile, die in der 70. Minute Shinji Kagawa und Kevin Kampl ersetzten, blies die Borussia zur Schlussoffensive. Zwar verlagerten die Schwarzgelben das Spiel noch einmal für einige Minuten in die Wolfsburger Hälfte, doch Sokratis’ Schussversuch nach einer Ecke (79.), der knapp rechts am Tor vorbeiging, wollte nicht mehr an Chancen herausspringen.