BVB-Trainer Klopp zieht positive Vorbereitungs-Bilanz

Gut gelaunt in der Vorbereitung, gut vorbereitet in die Rückrunde: Jürgen Klopp, hier mit Henrikh Mkhitaryan und Sokratis, zog eine positive Bilanz nach der Winter-Vorbereitung.
Gut gelaunt in der Vorbereitung, gut vorbereitet in die Rückrunde: Jürgen Klopp, hier mit Henrikh Mkhitaryan und Sokratis, zog eine positive Bilanz nach der Winter-Vorbereitung.
Am kommenden Wochenende beginnt die Bundesliga-Rückrunde. Trainer Klopp sieht den BVB wesentlich besser vorbereitet als im Sommer - ist aber angespannt.

Dortmund.. Wer eine Hinrunde erlebt, wie sie Borussia Dortmund widerfahren ist, einen beispiellosen Absturz vom Dasein als Vizemeister auf Abstiegsrang 17, kann sich in der Winterpause vor Ratschlägen und Hilfsangeboten kaum retten - ernst gemeinten ebenso wie weniger ernst gemeinten, einigen sinnvollen und einer übergroßen Zahl an sinnlosen.

In letztere Kategorie ist wohl auch das Angebot eines Psychiaters einzuordnen, dem BVB über das vergangene Halbjahr hinwegzuhelfen. "Obwohl das vermutlich nur mit Hypnose gehen wird, dass wir die Vorrunde komplett hinter uns lassen", wie Trainer Jürgen Klopp zwei Tage vor dem Rückrundenstart bei Bayer Leverkusen(Samstag, 18.30 Uhr/im Live-Ticker) sagt. Komplett verdrängen will und kann er die Katastrophen-Hinrunde ohnehin nicht: "Es darf als Erfahrung eingehen, aber nicht als Belastung."

Der Coach präsentiert sich angesichts des nahenden Ernstfalls gut gelaunt, wenngleich er seinen Gemütszustand als "richtig angespannt" bezeichnet: "Wie vor einer sehr, sehr wichtigen Prüfung, wo man auch, egal wie gut man vorbereitet ist, nicht reingeht und denkt: Fragt, was ihr wollt, ich hab die Antwort schon." Dass er und seine Spieler gut vorbereitet sind, davon ist Klopp überzeugt: "Wir konnten mit vielen Spielern große Umfänge trainieren, sind dementsprechend körperlich einen ganz, ganz großen Schritt weiter als in der Vorrunde", sagt er - und schiebt nach: "Das wird auch dringend notwendig sein."

"Wir sind jetzt in einer vollkommen anderen Verfassung"

Denn bekanntlich war die Hinrunde mehr als katastrophal für eine Mannschaft mit den Ansprüchen des BVB: nur vier Siege, dafür zehn Niederlagen, 18 eigenen Toren standen 26 kassierte gegenüber. Was Klopp nun Hoffnung macht, dass es im neuen Jahr besser wird? "Wir sind jetzt in einer vollkommen anderen Verfassung, als wir das zum Ende der Hinrunde waren", lautet seine Antwort. "Und diese Verfassung müssen wir in der Rückrunde konstant auf den Platz bringen."

Das freilich wird die große Herausforderung für seine Mannschaft: mit den positiven Trainingseindrücken die katastrophalen Spiel-Eindrücke des Herbstes zu überlagern. "Die Sicherheit muss man sich in den Spielen holen, alles andere ist trügerisch", sagt auch Klopp. Von dieser Sicherheit war zum Ende der Hinrunde bekanntlich kaum noch etwas übrig.

Und so wird die Frage sein, wie die BVB-Spieler mit Rückschlägen umgehen, die garantiert kommen werden: Wenn nach der ersten oder zweiten, spätestens aber nach der dritten vergebenen Torchance doch die Gedanken an die verkorkste Hinrunde aufkommen und die Zweifel mit einem Schlag wieder da sind. "Nach einer weniger guten Vorrunde, ist das nicht unmenschlich, wenn man das denkt", sagt Klopp. "Das dürfen wir aber nicht." Sein Rezept: "Wichtig it, dass wir das Richtige daraus ziehen: nämlich das Wissen darum, dass wir in eine Situation gekommen sind, in der wir eine möglicherweise hundertprozentige Torchance hatten."

"Trainingseinheiten sahen deutlich besser aus als die Spiele"

Die bisherigen Testspiele lieferten nicht unbedingt Anlass zu allergrößtem Optimismus, gegen den FC Sion, Steaua Bukarest und den FC Utrecht hieß es nach mauen Auftritten jeweils 1:0, die Generalprobe gegen Zweitligist Fortuna Düsseldorf endete 1:1 - und ließ wieder einige jener erschreckenden Defensivpatzer erkennen, die den BVB in der Hinrunde so geplagt hatten. Doch das ficht den Trainer nicht an: "Wir hatten die Aufgabe, aufgrund unserer körperlichen und punktetechnischen Situation, dass wir intensiv und viel arbeiten und die Testspiele, die wir bestreiten, als weitere Trainingseinheit nehmen und als solche bewerten", sagt er. "Das haben wir getan, die Trainingseinheiten sahen deutlich besser aus als die Spiele."

Am Samstag ist es nun an seinen Spielern, den optimistischen Worten des Trainers Taten folgen zu lassen.