BVB-Trainer Klopp will gegen Frankfurt die Krise verdrängen

Hofft auf die Trendwende: BVB-Trainer Jürgen Klopp
Hofft auf die Trendwende: BVB-Trainer Jürgen Klopp
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Trotz der Rückschläge in den vergangenen Partien präsentiert sich Jürgen Klopp, Trainer von Borussia Dortmund, vor dem Spiel bei Eintracht Frankfurt zuversichtlich. Dafür sorgt die mögliche Rückkehr von Kapitän Mats Hummels - und eine gehörige Portion Zweckoptimismus.

Dortmund.. Es war Jürgen Klopp nicht anzumerken, dass er eine harte Woche hinter sich hatte: Der Trainer von Borussia Dortmund präsentierte sich aufgeräumt und gut gelaunt, als er sich zwei Tage vor dem Bundesligaspiel bei Eintracht Frankfurt (Sonntag, 17.30 Uhr/im Live-Ticker) den Fragen der Journalisten stellte. Dabei war Klopp unter der Woche das widerfahren, was deutsche Boulevardmedien alljährlich zur Ferienzeit als Schreckensszenario heraufbeschwören: Ihm war von ein paar Engländern der Urlaub verdorben worden. Das Champions-League-Spiel beim FC Arsenal war von den Dortmundern eigentlich als willkommene Pause vom tristen Liga-Alltag gedacht – doch nach 73 Sekunden war jegliches Urlaubsgefühl durch das erste Gegentor jäh beendet, 0:2 hieß es am Ende.

Dass Jürgen Klopp dennoch gute Laune hatte, war zum Teil faktengeleitet: Kapitän und Abwehrchef Mats Hummels hatte am Mittwoch erstmals seit langer Zeit schmerzfrei in Fußballschuhen trainieren können. „Er ist also einen großen Schritt weiter gekommen“, sagte Klopp am Freitagnachmittag. „Was das für Sonntag bedeutet, kann ich im Moment aber nicht sagen.“ Immerhin ist ein Einsatz des Innenverteidigers zumindest möglich.

Klopp sieht keinen Spieler am Limit

Zudem hat sich Klopp offenbar zu einer neuen Strategie entschieden, der aktuellen Krise zu begegnen: Verdrängung. „Wir mussten die Spiele der Champions League bisher immer aus der Wertung nehmen, weil sie zu positiv waren“, sagte er. „Jetzt müssen wir es aus der Wertung nehmen, weil es alles andere als positiv war.“

Personalien Und doch dürfte der jüngste Auftritt die Spieler noch stärker verunsichert haben, als sie es ohnehin schon waren. Matthias Ginter etwa, nachgewiesenermaßen hochveranlagter Nationalspieler, wirkte in London wie schon in der gesamten laufenden Saison phasenweise deutlich überfordert. Auch Henrikh Mkhitaryan oder Shinji Kagawa, eigentlich für die kreativen Momente verantwortlich, bleiben seit Wochen deutlich unter ihren Möglichkeiten – sind damit dem Trainer zufolge aber in guter Gesellschaft: „Keiner ist am Limit, aber das ist in solchen Phasen normal. Es wäre ja komisch, wenn alle am oberen Limit spielen würden und wir hätten trotzdem nur elf Punkte.“

Flucht in Durchhalteparolen

Auch dem sonst so eloquenten Trainer bleibt nur die Flucht in Durchhalteparolen: „Dass alles schöner, heller, sonniger ist, wenn man die Spiele gewinnt, steht völlig außer Frage aber nichtsdestotrotz gehört das dazu“, sagte er und schiebt mit süßlichem Lächeln hinterher: „Wenn man es positiv sehen will, kann man sagen, wir haben mittlerweile ein bisschen Übung darin.“

Das allerdings lässt sich auch über den kommenden Gegner Eintracht Frankfurt sagen, der von zwölf Saisonspielen fünf verloren hat – zuletzt aber 3:1-Sieg bei Borussia Mönchengladbach gewann. „Ganz bestimmt wird die Eintracht nicht wahnsinnig verunsichert sein“, erwartet Klopp. Wenn sie es aber nach dem Spiel wäre, hätte der Dortmunder Trainer sicher nichts dagegen einzuwenden.