BVB-Trainer Klopp nimmt Immobile und Mkhitaryan in Schutz

Abgang unter ?Pfiffen: Henrikh Mkhitaryan.
Abgang unter ?Pfiffen: Henrikh Mkhitaryan.
Foto: Getty
Was wir bereits wissen
Beim 0:3 gegen Turin enttäuschte Mkhitaryan, Neuzugang Immobile durfte erst gar nicht spielen. Trainer Klopp stellt sich dennoch vor die beiden.

Dortmund.. Jürgen Klopp tat überrascht, als er auf jene Szene in der 64. Minute angesprochen wurde: Als der Trainer von Borussia Dortmund während des Spiels gegen Juventus Turin (0:3) das Signal zum Wechsel gab, als auf der Anzeigetafel des vierten Offiziellen die 10 aufleuchtete - und nicht wenige Zuschauer im Stadion laut vernehmlich pfiffen - eine Form der Einzelkritik, wie es sie im Dortmunder Stadion schon sehr lange nicht mehr gegeben hat. "Ehrlich gesagt, ich dachte, ich bin ausgepfiffen worden, weil ich Miki rausgenommen habe", sagte Klopp. "Ich habe das überhaupt nicht so interpretiert."

Es ehrte den Trainer, dass er seinen Spieler derart in Schutz nahm. Wer aber das Spiel bis zu jenem Moment verfolgt hatte und wer zudem um das Ansehen des Trainers bei den BVB-Fans weiß, kann nur zu einem Schluss gelangen, wem die Pfiffe galten. Mkhitaryan nämlich ist derzeit sehr weit weg von jenem sakrosankten Status, den sein Coach genießt, und hat in der bisherigen Saison wenig getan, um dorthin zu kommen.

Eigentlich passt der Mittelfeldspieler, der vor anderthalb Jahren für die Rekordumme von rund 25 Millionen Euro von Schachtjor Donezk kam, perfekt zum BVB-Spiel: Seine Stärken hat er im Gegenpressing und im schnellen Umschaltspiel, wenn er mit hohem Tempo und Ball am Fuß das Mittelfeld durchmessen kann. Doch seit Wochen kann der Armenier dieses Potenzial nicht abrufen, in den entscheidenden Momenten trifft er mit schöner Regelmäßigkeit die falschen Entscheidungen.

Klopp: "Kein Weltklassespiel"

"Jetzt brauchen wir nicht jeden einzelnen Spieler durchgehen", sagt Klopp. "Miki hat sicher schwierige Phasen in der Saison, jetzt war das gestern auch kein Weltklassespiel von ihm - wie von einigen anderen aber auch. Es haben sich alle nicht mit Ruhm bekleckert." Für Ciro Immobile galt dies allerdings nicht - der Mittelstürmer hatte gar keine Gelegenheit, negativ aufzufallen, weil er gegen seine Landsleute 90 Minuten auf der Bank schmorte. Der Neuzugang verließ das Stadion als erster BVB-Spieler, und das mit gehörig Wut im Bauch. "Wenn ich in seiner Lage wäre, hätte ich sehr, sehr gerne gespielt und das hat er nicht", sagte Klopp. "Darüber nicht enttäuscht zu sein, wäre fast schon pathologisch."

Am Donnerstagmorgen habe der Italiener schon wieder engagiert trainiert. "Wenn er heute Morgen komisch reagiert hätte nach dem Motto 'Trainier' doch selbst', das wäre echt ein Problem gewesen", sagt Klopp. Zumindest öffentlich mag der Trainer seinen Stürmer noch nicht abschreiben. "Ich verstehe den Hochdruck, mit dem das Thema diskutiert wird, nicht", sagte er vor einer Woche. "Ciro ist da voll dabei. Intern wird das nullkommanull diskutiert."