BVB steht nach kuriosem Elfmeterschießen beim FC Bayern München im Pokalfinale

Berlin, Berlin, sie fahren nach Berlin. Borussia Dortmund feiert den Einzug ins Pokalfinale nach dem Sieg beim FC Bayern im Elfmeterschießen.
Berlin, Berlin, sie fahren nach Berlin. Borussia Dortmund feiert den Einzug ins Pokalfinale nach dem Sieg beim FC Bayern im Elfmeterschießen.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Borussia Dortmund hat durch einen Sieg im Elfmeterkrimi beim FC Bayern München das DFB-Pokalfinale erreicht. Der BVB setzte sich am Dienstagabend im Halbfinale mit 2:0 beim deutschen Fußball-Rekordchampion durch und trifft am 30. Mai in Berlin auf den VfL Wolfsburg oder Drittligist Arminia Bielefeld.

München.. Zum Ende dieser denkwürdigen Pokalschlacht hielt Jürgen Klopp nicht mehr an sich, wie von der Tarantel gestochen rannte der Trainer von Borussia Dortmund in Richtung von Mitch Langerak, um nicht nur ihn, nein: um alle seine Spieler zu umarmen. Der Traum des künftigen Ex-Trainers, am 31. Mai noch einmal mit dem Laster über den Borsigplatz fahren zu dürfen, bleibt bestehen. Denn einen Tag vorher steht der BVB tatsächlich im Endspiel des DFB-Pokals. Dank eines 3:1 (1:1, 1:1) nach Elfmeterschießen bei Bayern München skandierten die Dortmunder Anhänger: “Berlin, Berlin - wir fahren nach Berlin.”

Bayern im Pech - der BVB jubelt und steht im Pokalfinale

“Fußball spielen, als gäbe es keinen Morgen”, hatte Klopp von seinen Spielern gefordert. Erst in einer furiosen Schlussviertelstunde der regulären Spielzeit rettete Pierre-Emerick Aubameyang ein längst schon verloren geglaubtes Spiel noch in die Verlängerung. Dort brachte Mitch Langerak die in Unterzahl spielenden Dortmunder noch mit einer Superparade gegen Bastian Schweinsteiger ins Elfmeterschießen. Auf die gemeinste aller Arten musste dieses Spiel also entschieden werden - und es nahm ein glückliches Ende für den BVB.

Philipp Lahm und Xabi Alonso landeten bei den ersten Münchener Versuchen auf dem Hosenboden - und der Ball neben dem Tor. Weil Langerak auch gegen Mario Götze parierte und Manuel Neuer nur die Latte traf, reichten die verwandelten von Ilkay Gündogan und Sebastian Kehl für den Finaleinzug. Nur Mats Hummels hatte gegen Neuer verschossen, war aber überglücklich: “Mit dem 1:1 und der Phase danach haben wir uns das verdient.” Einzelkritk

Die Dortmunder ließen die Hausherren gewähren, eine abwartende Grundhaltung gegen die zuletzt einige Male konteranfälligen Bayern musste ja erstmal nicht schlecht sein. Die Risikobereitschaft, den Ball auch mal erobern zu wollen, war allerdings viel zu selten sehen. Und wenn doch, ging der Schuss nach hinten los: So war es genau einer dieser Gegenangriffe, mit denen der BVB einst Europa das Füchten lernte, der im ersten Durchgang aber den Unterschied ausmachte.

Ex-Dortmunder Lewandowski trifft gegen den BVB

Nach einem der wenigen Ballgewinne trabte Shinji Kagawa derart gemächlich durchs Mittelfeld, dass jeder der 75.000 Zuschauer schon vorher den Adressaten seines Abspiels kannte: Medhi Benatia verhinderte das Zuspiel auf Pierre-Emerick Aubameyang und passte lang auf Robert Lewandowski, Mats Hummels hob das Abseits auf. Der erste Lupfer des Ex-Borussen landete noch am linken Pfosten, den Nachschuss setzte Lewandowski aus spitzem Winkel und durch die Beine von Sokratis zum 1:0 (30.) für den Favoriten ins Tor. Bayern-Choreo

Aus ihrer Lethargie erwachten die Dortmunder nach der Pause erst in der 75. Minute. Zu diesem Zeitpunkt hätten die Bayern den Gästen schon ein Debakel bereiten können: Mitch Langerak parierte glänzend gegen Thomas Müller (48.), bei Lewandowski half die Latte mit (55.) und beim klaren Handspiel im Sechszehner von Marcel Schmelzer drückte Schiedsrichter Peter Gagelmann beide Augen zu (55.). Die bayrische Schludrigkeit sollte sich eine Viertelstunde vor dem Ende aber rächen: Aubameyang drückte den Querpass des eingewechselten Henrikh Mkhitaryan am langen Pfosten so deutlich zum 1:1-Ausgleich über die Linie, dass die Unparteiischen diesmal nicht wie im letztjährigen Pokalfinale bei Mats Hummels’ Kopfball dem Treffer die Anerkennung verweigern konnten.

Bayern-Keeper Neuer rettet weltklasse

Das Spiel drohte zu kippen, Neuer rettete in höchster Not gegen Mkhitaryan (80.) und Reus (82.). In der Verlängerung hatte Bastian Schweinsteiger per Kopfball die Riesenchance zur Entscheidung (114.), doch Langerak reagierte prächtig. Zuvor hatte Kevin Kampl seinen Dienst nach nur 25 Minuten wegen einer Gelb-Roten Karten schon wieder beenden müssen (108.). Am Ende hatten die Dortmunder in der Elfer-Lotterie die besseren Nerven.