BVB-Star Piszczek ist der Prototyp des Außenverteidigers
22.02.2012 | 20:24 Uhr 2012-02-22T20:24:29+0100
Dortmund. Lukasz Piszczek ist aus dem Meister-Ensemble von Borussia Dortmund nicht mehr wegzudenken. Der Pole könnte als Prototyp des modernen Außenverteidigers definiert werden. Er ist passsicher, zweikampfstark und agiert denkbar fair. In der Bundesliga musste er auch noch nie eine Sperre absitzen.
Da kehrt man voller Vorfreude in die alte Heimat zurück. Und was bleibt, ist eine schmerzhafte Erinnerung. Fragen Sie mal Lukasz Piszczek nach seinem letzten Wochenende. Der Pole hatte drei Jahre für die Hertha in der Hauptstadt gespielt. Und kam dann am Samstag erstmals mit dem BVB als Gast ins Olympiastadion. Nur wird sich der 26-Jährige weniger den Sieg, sondern mehr die dicke Beule am Kopf in Erinnerung behalten.
Kurz vor der Pause hatte ihn Herthas Andre Mijatovic unglücklich am Kopf erwischt. „Geblutet hat nichts. Aber unser Doc Braun hat gesagt, es sei besser, wenn ich ausgewechselt werde. Dabei war es so ein wichtiges Spiel . Und für mich auch eine emotionale Begegnung“, erinnert sich der Außenverteidiger im Gespräch mit unserer Zeitung.
BVB mit Piszczek gegen Hannover
Noch während des Spiels ging es ins Krankenhaus. „Zum Glück hatte ich mein Handy dabei und wurde so über unser Tor informiert“, sagt Piszczek. Die Diagnose: Gehirnerschütterung und Schädelprellung. Drei Tage Trainingspause. Und etwas Glück im Unglück: Der Pole musste nicht zur Beobachtung bleiben, konnte am Abend mit seiner Mannschaft zurückreisen. Im Kreis seiner kleinen Familie, im eigenen Haus auf dem Höchsten, verlief der Heilungsprozess besser als erwartet. Am Dienstag, zum Auftakt der Trainingswoche, stand der Außenverteidiger schon wieder in Brackel auf dem Platz. Sein Einsatz am Sonntag gegen Hannover 96 (17.30 Uhr/live im DerWesten-Ticker) ist nicht gefährdet. Und beim BVB haben alle tief durchgeatmet. Nicht nur, weil Piszczek-Ersatz Patrick Owomoyela so bedenkenlos bei den Amateuren Spielpraxis sammeln kann – wie am Mittwochabend.
Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vom deutschen Meister Borussia Dortmund sieht Rekordchampion Bayern München noch immer klar als erste Kraft im deutschen Fußball. In einem Interview erläuterte Watzke den seiner Meinung nach "dramatischen Vorteil" der Bayern.
Lukas Piszczek gehört zu den Konstanten im BVB-Kader. Von den Feldspielern hat nur Mats Hummels mehr Einsatzminuten als der Pole. Der 26-Jährige ist aus dem schwarzgelben Dortmunder Meister-Ensemble nicht mehr wegzudenken, deshalb hat ihn der BVB bis 2016 gebunden.
Großes Lob von Polens Nationaltrainer
Der Pole könnte als Prototyp des modernen Außenverteidigers definiert werden. Er ist passsicher, zweikampfstark und agiert denkbar fair: Als einziger Stammspieler der BVB-Abwehr hat er in dieser Saison keine Gelbe Karte kassiert. In der Bundesliga musste er auch noch nie eine Sperre absitzen. Der Pole ist zudem nicht nur Viel-, sondern auch Schnellläufer, wie seine Werte mit und ohne Ball zeigen. Eine Lauf-Kombination aus „viel, schnell und genau“ hat er zuletzt bei seinen Torvorlagen in Nürnberg und Kiel bewiesen. „Er ist einer der besten Rechtsverteidiger der Bundesliga“, sagte Nationaltrainer Franciszek Smuda dieser Zeitung.
Lukas Piszczek ist zudem im Dortmunder Spielsystem denkbar schwer für die Gegner zu verteidigen. Wie Marcel Schmelzer auf der anderen Seite geht er weite Wege, schaltet sich auf der Außenbahn ständig in die Offensive ein. Das Problem, das sich dem Außenmann in der gegnerischen Viererkette stellt: Auf den eingerückt lauernden Jakub Blaszczykowski gehen oder Piszczek ausbremsen? So erhält der Außenverteidiger immer wieder Raum und Zeit, die er bislang in der Liga zu zwei Toren, drei Vorlagen und vielen zielführenden Anspielen nutzen konnte.
Das soll auch Sonntag wieder der Fall sein. „Der dicke Kopf ist weg. Vor Kopfbällen habe ich keine Angst“, sagte Piszczek gestern nach dem Training. Das ist gegen die standardstarken Hannoveraner auch ganz wichtig.

14:30
Ich halte es journalistisch für äußerst bedenklich wenn hier Artikel ohne Nennung des Autors veröffentlicht werden. Ich bitte um Nachbesserung.
14:05
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