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Meisterfeier

BVB spricht 50 Stadionverbote wegen bengalischer Feuer aus

27.06.2012 | 12:51 Uhr
BVB-Fans feierten am 5. Mai auf dem Alten Markt in Dortmund die Meisterschaft. Weil sie Bengalische Feuer gezündet haben, hat der BVB gegen 50 Fans Stadionverbot verhängt. Foto: Stefan Reinke

Dortmund.   Borussia Dortmund hat 50 Stadionverbote gegen Fans ausgesprochen, die am 5. Mai mit Pyrotechnik aufgefallen waren, verhängt. Das Besondere dabei: Die Fans haben nicht im Stadion gezündelt, sondern in der City, etwa auf dem Alten Markt.

Die Freude am 5. Mai 2012 war unbändig. Die Polizei sprach am Morgen nach der Meistersause von einer friedlichen Meisterfeier . Doch jetzt hat Borussia Dortmund 50 Stadionverbote über die Dauer von je einem Jahr verhängt. Der Grund: Fans hatten nach dem Spiel in der City bengalische Feuer gezündet.

Sebastian Walleit, Fanbeauftragter beim BVB, bestätigt die Anzahl und Dauer der Stadionverbote. Tatsächlich handele es sich bei den nun geahndeten Pyro-Vergehen um Vorfälle, die allesamt nicht im Stadion geschehen waren. Die Argumentation der Polizei lautet in solchen Fällen, dass eine „Kausalität zum Spiel“ bestehe. Daher sei ein Stadionverbot möglich.

Anwalt hält Vorgehen für fragwürdig

Dieses Vorgehen hält der Kölner Rechtsanwalt Tobias Westkamp für fragwürdig. Es sei zwar „nicht unüblich“, dass Vergehen außerhalb des Stadions mit einem Stadionverbot geahndet würden, doch halte er die Argumentation für zweifelhaft. „Wann fängt denn der Fußballbezug an und wo endet er?“, fragt Westkamp. Praxis sei es, laut Sebastian Walleit, dass der Zusammenhang mit dem Fußball grundsätzlich angenommen werde, wenn die Tat am Spieltag zwischen 0:05 Uhr und 24 Uhr begangen worden sei.

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Eine Wahnsinns-Stimmung in der Dortmunder City zu Ehren der Dortmunder Fußballhelden. Tausende Menschen strömten auf den Borsigplatz und würden sich auch über ein politisches Engagement des Fußballmeisters freuen.

Gegen die 50 vom Stadionverbot betroffenen Fans wird nun wegen versuchter Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt. Allein das Ermittlungsverfahren rechtfertigt laut DFL-Richtliniein ein Stadionverbot . Dabei bewegt sich der BVB mit der Befristung auf ein Jahr am unteren Limit – bis zu drei Jahren wären möglich.

Die Fanbeauftragten des BVB raten den betroffenen Fans, offen mit der Thematik umzugehen und der Polizei gegenüber ihre Sicht der Dinge zu schildern – und dann auf einen Freispruch oder eine Einstellung des Ermittlungsverfahrens zu hoffen, denn dann kann der BVB auch das Stadionverbot aufheben.

Pyro inzwischen weit verbreitet

Für Walleit besitzen die 50 Stadionverbote eine besondere Qualität. Denn betroffen sind nicht die üblichen Verdächtigen, also Ultras, sondern normale Fans, die zur Fackel gegriffen haben. „Einige Fans sind natürlich richtig geknickt, weil sie total unbescholten sind. Von Jahrgang 1957 bis 1991 ist alles dabei“, sagt Walleit. „Das Thema Pyro hat auf alle Besucherschichten übergegriffen“, so der Fanbeauftragte. Das sei insbesondere bei den Platzstürmen in Düsseldorf und Dortmund deutlich geworden, als eben nicht Ultras mit Bengalos über den Rasen liefen, sondern sogenannte „Normalos“. Ein Grund dafür sei vermutlich die starke Medienpräsenz des Themas und die beeindruckenden Bilder, die von Bengalos produziert werden. Außerdem sähen viele Fans die Möglichkeit, mit Bengalos eine Art Rebellentum auszuleben.

Die Fanbeauftragten Sebastian Walleit und Jens Volke werden nun „aufklären, aufklären, aufklären“, um den Einsatz von Pyro wieder einzudämmen und „die Normalos wieder einzufangen“. Dabei müssen die Ultras eine Vorreiterrolle einnehmen , denn „dann verzichten auch die anderen Fans bald wieder“, hofft Walleit. Die Fans müssten über die Konsequenzen aufgeklärt werden: populistische Diskussionen , Kollektivstrafen wie kleinere Kartenkontingente oder gar Geisterspiele . Walleit ist jedoch optimistisch und sieht die Dortmunder Szene da auf einem „guten Weg“.

Platzsturm der BVB-Fans

Dortmund hat die Schale

Chaos im Spiel der Fortuna

 

Stefan Reinke

Kommentare
01.07.2012
20:44
BVB spricht 50 Stadionverbote wegen bengalischer Feuer aus
von buntspecht2 | #31

Warum wird hier eigentlich nicht über Großkreuzt und Bengalos berichtet

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BVB spricht 50 Stadionverbote wegen bengalischer Feuer aus
BVB spricht 50 Stadionverbote wegen bengalischer Feuer aus
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http://www.derwesten.de/sport/fussball/bvb/bvb-spricht-50-stadionverbote-wegen-bengalischer-feuer-aus-id6814652.html
2012-06-27 12:51
BVB, Borussia Dortmund, Pyrotechnik, Pyro, Bengalos, Bengalische Feuer, Fortuna Düsseldorf, Stadionverbot
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