BVB sorgt sich um Sebastian Kehl
14.12.2007 | 18:08 Uhr 2007-12-14T18:08:00+0100Der BVB muss im Bundesligaspiel beim VfL Wolfsburg endgültig auf Florian Kringe verzichten. Ein dickes Fragezeichen steht noch hinter den Einsatzchancen von Sebastian Kehl. Der Mittelfeldspieler konnte wegen einer Magen- Darminfektion nicht trainieren.
„Ist heute der 1. April?” scherzte gestern Sportdirektor Michael Zorc. Denn selbst seriöse Zeitungen hatten berichtet, dass der BVB beabsichtige, im Winter seinen ehemaligen und derzeit arbeitslosen Ex-Stürmer-Star Marcio Amoroso zu verpflichten. Der Torjäger werde, so hieß es, einen streng leistungsbezogenen Vertrag unterschreiben. „Blödsinn”, kommentierte Zorc.
Tatsächlich hat Borussia derzeit andere Probleme, als im ohnehin gut bestückten Offensivbereich nachzurüsten. Beispielsweise die Sorge um Sebastian Kehl. Der Kapitän, mit dessen Rückkehr der jüngste sportliche Aufschwung in direkter Verbindung steht, fuhr zwar gestern mit dem ICE in Richtung Wolfsburg. Doch vorsorglich stockte Trainer Thomas Doll die Reise-Delegation auf 19 Spieler auf. Die Amateure Christopher Nöthe, Christian Eggert und Nico Hillebrand komplettierten das Profi-Aufgebot, damit er auf den Fall der Fälle vorbereitet ist.
„Ich bin davon überzeugt, dass wir uns in Wolfsburg noch einmal richtig zusammenreißen und dort unseren Erfolgswillen zeigen werden. Wir haben jetzt die Chance, nach dieser durchwachsenen Hinserie einen guten Abschluss zu erzielen”, sagt Doll. Sollte es so kommen, hätte der BVB, wie Michael Zorc bemerkt, die beste Herbstserie seit vier Jahren gespielt.
Das wäre eine gute Ausgangsposition, um Sebastian Kehl bei den anstehenden Gesprächen über die Verlängerung seines Vertrags von realistischen internationalen Perspektiven des BVB zu überzeugen. „Er will sich über Weihnachten Gedanken machen, dann werden wir weitersehen”, beschreibt Zorc den Stand der Dinge. Weil Sebastian Kehl ablösefrei wechseln kann, muss sich Borussia auf zähe Verhandlungen einstellen. Ähnlich wie vor zwei Jahren. Damals hatten vor allem englische Vereine um die Gunst des Nationalspielers geworben. Ihr Interesse ist neu geweckt, seitdem Kehl von seiner langwierigen Verletzung genesen ist.
Mit einem Dreier in Wolfsburg würden auch Michael Zorc und Thomas Doll neue Argumente in eigener Sache sprechen lassen. Hans-Joachim Watzke, der Vorsitzende der Geschäftsführung, wird sich nach der Indonesien-Reise mit beiden zusammensetzen, um über Weiterbeschäftigung oder Trennung zu reden. Aktuelle Tendenz: Zorc und Doll werden neue Verträge erhalten und gemeinsam Borussias Zukunft gestalten.
Der Sportdirektor ist schon dabei, das Feld für Verstärkungen im Sommer zu bestellen und sichtet eine Reihe von Kandidaten, zu denen die Karlsruher Tamas Hajnal und Maik Franz gehören. Sie haben mit dem KSC vertragliche Ausstiegsklauseln vereinbart und wären zu erschwinglichen Preisen zu haben. Im „Winterschlussverkauf” wird sich Borussia dagegen in Zurückhaltung üben. Zagrebs Etto, ein Brasilianer mit kroatischem Pass, steht - wie berichtet - ganz oben auf der Einkaufsliste.

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