BVB offenbart gegen Fortuna abermals Abwehrschwächen

Die Roten jubeln, die Schwarz-Gelben gucken bescheiden: Der BVB zeigte in Düsseldorf nicht nur beim Gegentor einige Wackler in der Defensive.
Die Roten jubeln, die Schwarz-Gelben gucken bescheiden: Der BVB zeigte in Düsseldorf nicht nur beim Gegentor einige Wackler in der Defensive.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
1:1 spielte Dortmund in Düsseldorf - und ließ dabei jene Kompaktheit vermissen, die im Winter eigentlich erarbeitet werden sollte. Doch Trainer Klopp hat eine einfache Erklärung.

Düsseldorf.. Charlison Benschop war wohl selbst überrascht, wieviel Platz er auf einmal hatte im Strafraum von Borussia Dortmund. Zuvor war schon Michael Liendl weitgehend ungestört durchs Mittelfeld gelaufen. Mats Hummels und Marcel Schmelzer entschieden sich, dem Spielmacher von Fortuna Düsseldorf entgegen zu treten, Sokratis und Lukasz Piszczek liefen weiter in Richtung des eigenen Tors - so entstand eine breite Lücke, in die erst Benschop hineinstieß und Liendl dann den Ball spielte. Der Fortunen-Stürmer legte noch einmal quer und Joel Pahjampalo konnte völlig freistehend ins leere Tor einschieben (41.).

Nichts war in diesem Moment zu sehen von der Kompaktheit, die sich der BVB nach der völlig verkorksten Hinrunde als dringlichste Maßnahme verschrieben hatte und an der im Wintertrainingslager mit besonderer Dringlichkeit gearbeitet wurde. Trainer Jürgen Klopp hatte erneut auf die spielstarke, offensive und damit naturgemäß etwas riskante Lösung im zentralen Mittelfeld mit Nuri Sahin und Ilkay Gündogan gesetzt - das aber war nicht der Grund für das Gegentor. Denn Gündogan war bereits angeschlagen ausgewechselt und durch den vermeintlich defensiveren Matthias Ginter ersetzt. - doch auch der konnte nicht verhindern, dass vor allem zwischen Mittelfeld und Abwehr immer wieder gewaltige Lücken klafften und die tief stehenden Fortunen ungeahnte Räume für Konter bekamen.

Weidenfeller rettet gegen Benschop

"Wir haben gut ins Spiel gefunden, hatten gute Balleroberungen", sagte Kapitän Mats Hummels. "Dann ist Düsseldorf ein bisschen stärker geworden, wir haben ein paar Räume mehr offengelassen, das 0:1 kassiert - nicht unbedingt folgerichtig, aber auch nicht völlig überraschend." Der Abwehrchef verschwieg, dass er alles andere als unbeteiligt war an dieser Entwicklung: Nach zwölf Minuten spielte er in der eigenen Hälfte einen Pass genau in die Beine des Düsseldorfers Sergio Pinto. Der schaltete blitzschnell, schickte Benschop ins Duell mit BVB-Torwart Weidenfeller - dass dieser durch entschlossenes Herauslaufen für sich entschied.

BVB-Test Doch mit der Dortmunder Selbstsicherheit war es erst einmal vorbei. "Die Jungs waren ja auch mit dabei in der Vorrunde", erklärte Trainer Jürgen Klopp die aufkommende Verunsicherung. "Und dann hat das auch ein bisschen eingeschlagen. Dann wird es unruhiger, dann haben wir Kompaktheit verloren." Dass die Fortuna dies nur einmal bestrafte, war vor allem den Düsseldorfer Unzulänglichkeiten im Konterspiel geschuldet. Axel Bellinghausen etwa vergab kurz vor dem Schlusspfiff frei vor Weidenfeller die erneute Führung, nachdem Jakub Blaszczykowski per Elfmeter ausgeglichen hatte (81.).

Klopp und Hummels bleiben gelassen

Bayer Leverkusen, der Gegner zum Rückrundenauftakt in einer Woche, weiß mit derartigen Angeboten weitaus besser umzugehen - doch das schreckt BVB-Coach Klopp nicht. "Wir müssen Fehler vermeiden, das ist ja klar", sagte er. "Das wird aber leichter fallen, wenn wir in der Woche, die jetzt kommt, die notwendige Frische noch dazu holen."

Und Abwehrchef Hummels ergänzte: "Ich glaube nicht, dass wir gegen Leverkusen dreieinhalb Stunden Fußball vom Vortag in den Beinen haben werden. Dann wird man erst so richtig sehen, was wir in der Vorbereitung verbessert haben."

In Düsseldorf war der BVB diesen Nachweis noch schuldig geblieben.