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Rot für Schmelzer - Schiri Stark entschuldigt sich

08.12.2012 | 18:48 Uhr
In der 34. Minute sah BVB-Verteidiger Marcel Schmelzer zu unrecht die Rote Karte.Foto: Ap

Dortmund.  Es war die Schlüsselszene des Spiels. In der 34. Minute sah BVB-Verteidiger Marcel Schmelzer im Duell gegen Wolfsburg die Rote Karte - zu Unrecht. Wolfsburg traf im Anschluss dreimal und sicherte sich den Sieg. BVB-Trainer Klopp fordert nun wutentbrannt einen Freispruch. Schiri Stark hat sich entschuldigt

Die Emotionen kochten hoch bei der 2:3-Niederlage von Meister Borussia Dortmund gegen den VfL Wolfsburg . Besonders die Rote Karte gegen den Dortmunder Marcel Schmelzer erhitzte die Gemüter.

Die Wut, aus Unverständnis geboren, muss raus. Muss einfach raus. Zehn Spieler von Borussia Dortmund stehen bei Schiedsrichter Wolfgang Stark, sie reden auf ihn ein, gestikulieren wild. BVB-Trainer Jürgen Klopp nimmt sich an der Außenlinie den vierten Offiziellen vor und schildert ihm nicht gerade milde gestimmt seine Sicht der Dinge.

BVB wurde in der 34. Minute gegen Wolfsburg doppelt bestraft

Stark hat gepfiffen. Es ist ein Pfiff, der im Getöse des Dortmunder Stadions fast untergeht. Deshalb begreifen alle nur langsam, was geschehen ist, was nun passieren wird. Marcel Schmelzer kann es nicht fassen, ungläubig schlägt er die Hände vor das Gesicht, dann sieht er die Rote Karte. Wütend stapft er vom Platz.

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Die Geschehnisse dieser 34. Minute sind skurril. Dortmund führt 1:0 gegen den VfL Wolfsburg, weitere Tore hätten folgen können, folgen müssen, aber nun entschließt sich der VfL Wolfsburg doch zu einem Angriff. Diego lupft den Ball über die Dortmunder Deckung auf Vieirinha, dessen Flanke befördert Bas Dost auf das Dortmunder Tor. Keeper Roman Weidenfeller ist schon geschlagen. Aber Schmelzer, Marcel Schmelzer ist da, er wirft sich auf der Linie in den Schuss, wehrt ihn ab. Dann ertönt der Pfiff, den erst keiner hört. Stark hat ein Handspiel entdeckt. Er entscheidet auf Elfmeter. Und Rot für Schmelzer. Diego trifft. Der BVB – doppelt bestraft. Das Spiel kippt mit dem nachfolgenden 1:2.

Turbulente Situation passt in Schmelzers "Achterbahn-Jahr"

Es ist die Schlüsselszene dieser Partie. Und sie treibt allen Beteiligten von Borussia Dortmund die Zornesröte ins Gesicht. Fernsehbilder belegen, dass sich Stark bei der Beurteilung der Szene offensichtlich irrte. Als Schmelzer heranrauscht, versucht er eher noch die Hände an den Körper zu bringen. Er wehrt den Ball mit dem Knie ab, dann berührt er die Hand. Das Unverständnis, die Wut, sie erscheinen nachvollziehbar. „Das Spiel ist nach der 35. Minute eigentlich nicht mehr zu bewerten“, sagt Dortmunds Trainer Jürgen Klopp nach dem Spiel. „Das war die Schlüsselszene, das hat jeder gesehen.“

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Aber diese Szene, sie passt irgendwie in dieses Jahr des Marcel Schmelzer, das eines mit schmerzlichen Tiefen und erstaunlichen Höhen war. Der Nationalspieler wurde öffentlich von Bundestrainer Joachim Löw demontiert wie es noch kein Spieler vor ihm in dieser Ära erleben musste. Wenige Wochen später schoss der als Torjäger sonst kaum in Erscheinung tretende Magdeburger in der Champions League das Siegtor gegen Real Madrid.

BVB-Trainer Klopp plädiert für Schmelzer-Freispruch

Das letzte Bundesligaspiel dieses Jahres am kommenden Wochenende bei 1899 Hoffenheim wird nun ohne diesen Marcel Schmelzer stattfinden. Ihm droht das Mindestmaß an Sperre. Aber selbst dieses eine Spiel mögen sie in Dortmund nicht akzeptieren. „Wir hoffen, dass sich Wolfgang Stark die Szene noch einmal anschaut und nach der Ansicht der Fernsehbilder feststellt, dass er sich geirrt hat“, sagt Klopp und ergänzt: „Es gibt offenbar einen Präzedenzfall aus 2003, als ein Spieler nachträglich freigesprochen wurde. Schmelle und wir alle haben schon eine 55-minütige Strafe abgesessen. Ich finde das muss reichen.“

Update: Schiedsrichter Stark räumt "Wahrnehmungsfehler" ein

Marcel Schmelzer wird für seinen Platzverweis im Bundesliga-Spiel gegen den VfL Wolfsburg (2:3) aller Voraussicht nach nicht gesperrt. Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) hatte einen 'Wahrnehmungsfehler' eingeräumt. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) werde deshalb 'am Montag die Einstellung des Verfahrens gegen Marcel Schmelzer beantragen'. (sid)

BVB unterliegt Wolfsburg

 

Daniel Berg

Kommentare
09.12.2012
18:57
Rot für Schmelzer - Schiri Stark entschuldigt sich
von lightmyfire | #50

Die schlechte Schiedsrichterleistungen bezogen sich auf beide Mannschaften, so dass die Niederlage andere Ursachen hatte. Wieder einmal konnte der BVB...
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1 Antwort
Rot für Schmelzer - Schiri Stark entschuldigt sich
von REWE61 | #50-1

LMF, sehr guter Kommentar! Sehe ich sehr ähnlich wie Sie. Natürlich hat Herr Stark mal wieder ein BVB-Spiel schlecht gepfiffen, aber das war keineswegs der Hauptgrund der "schmerzlichen" Heimniederlage. Ich sehe auch den Hauptgrund der Niederlage in der Tatsache, dass der BVB seine drückende Überlegenheit in den ersten 35 Minuten der Party, zu einem höheren Vorprung als das 1:0 hätte nutzen können/müssen. Dann wäre es wohl gelaufen gewesen. Ich glabe aber auch, dass die Mannschaft jetzt am Ende der Vorrunde etwas auf dem "Zahnfleisch" läuft. Wir haben nicht einen solchen Top-Kader wie Bayern, sind möglicherweise für den Tanz auf drei Hochzeiten (BL, DFB-Pokal und CL) nicht ausgeglichen genug ausgestattet.

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Rot für Schmelzer - Schiri Stark entschuldigt sich
Rot für Schmelzer - Schiri Stark entschuldigt sich
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http://www.derwesten.de/sport/fussball/bvb/bvb-nach-roter-karte-gegen-schmelzer-entsetzt-id7373142.html
2012-12-08 18:48
BVB,Borussia Dortmund,Fußball-Bundesliga,VfL Wolfsburg,Marcel Schmelzer,Jürgen Klopp
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