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BVB macht ungewohnt häufig etwas Falsches

26.09.2012 | 19:34 Uhr
BVB macht ungewohnt häufig etwas Falsches
Eintracht Frankfurt jubelt, Mario Götze nicht: Der BVB holte beim Aufsteiger nur einen Punkt.Foto: Getty Images

Dortmund.   Der Fehlerteufel trägt Schwarzgelb! Beim 3:3 des BVB in Frankfurt zeigte sich: Borussia Dortmund hat ein Problem mit der Defensivarbeit. Die Balance ist verloren gegangen. Mats Hummels überprüfte die Bausubstanz der Frankfurter Katakomben, Trainer Jürgen Klopp legte sich mit dem Schiedsrichter an.

Der Mann trug Mütze und Schnäuzer. Verstecken wollte er sich aber nicht. Im Gegenteil: Ein Mikrofon brauchte er nicht, als er nach dem aufreibenden 3:3 von Borussia Dortmund in Frankfurt seine Frage loswerden wollte. Ihm sei bei seinen jüngsten Betrachtungen der Dortmunder Fußballer eine gewisse Überheblichkeit aufgefallen. Schon in Hamburg. Und jetzt wieder, in Frankfurt. Ob Trainer Jürgen Klopp diese Einschätzung denn teilen würde, wollte er nun wissen, der Mann mit Mütze und mit Schnäuzer und ohne Mikrofon.

Antwort Klopp: „Nein.“

Borussia Dortmund
DFB ermittelt gegen BVB-Trainer Klopp nach Ausraster

Der DFB-Kontrollausschuss hat ein Ermittlungsverfahren gegen Jürgen Klopp eingeleitet. Doch auch einen Tag nach dem 3:3 bei Eintracht Frankfurt bestand der BVB-Trainer darauf, den Schiedsrichter nicht beleidigt zu haben.

Seine Mannschaft, begründete Dortmunds Trainer, würde immer alles geben – und überhebliche Mannschaften würden eben genau das nicht tun. Und es stimmt: Die Dortmunder machen gewohnt viel – sie machen nur ungewohnt häufig etwas Falsches. Sie machen Fehler. Einfache Fehler. Vermeidbare Fehler. Schlimme Fehler. Die schlimmsten in Frankfurt waren jene direkt nach der Halbzeit. „Wenn du hier gegen diese Eintracht 2:0 führst“, führte Klopp aus, „gibt es nur ein eisernes Gesetz: Du darfst dich nicht auskontern lassen.“ Genau das aber ist passiert. Gleich zweimal. Binnen 97 Sekunden.

Das ist dilettantisch. Und das nervt den Trainer. Das nervt alle.

Mats Hummels überprüfte nach Spielende die Bausubstanz der Frankfurter Katakomben. „Scheiß Zusammenspiel“, brüllte er. Und: „Die haben keine Chance und machen drei Tore.“ Zweites trifft zwar nicht ganz zu, Frankfurt hatte bei nahezu ausgeglichenem Ballbesitz mehr Torschüsse (12:9) und mehr Ecken (5:4) verbucht, das erste aber stimmt. Und es ist bedenklich. Dem BVB ist seine Balance verloren gegangen.

BVB verteidigt als Block schlecht

Dortmund hat derzeit ein Problem mit der Defensivarbeit, die wohlgemerkt im modernen Fußball nicht allein der Abwehrkette obliegt, sondern der gesamten Mannschaft. Und als Block verteidigt Borussia Dortmund zurzeit schlicht schlecht. „Wir legen auf die falschen Dinge wert“, sagt Klopp. Der BVB sichert beispielsweise seine Angriffe nicht ab. Daraus resultiert, „dass uns dann hinten ein halber Meter fehlt.“ Erst dadurch konnte die Eintracht dieser umschalt- und passstarke Gegner werden, der sie dann zweifelsohne war.

BVB
"So geht´s nicht weiter" - in BVB-Defensive stimmt was nicht

BVB-Verteidiger Marcel Schmelzer brachte es nach dem 3:3 der Dortmunder in Frankfurt auf den Punkt: "So geht es nicht weiter." Dem Deutschen Meister fehlt derzeit jegliche Grundordnung. Vor allem in der Defensive passt etwas nicht zusammen. Trainer Klopp bewahrt inzwischen wieder die Ruhe.

Schon acht Gegentreffer hat der Meister in erst fünf Ligaspielen kassiert, sechs davon in vier Tagen. Für eine Mannschaft, die sich bei all ihrem berauschenden Offensivspiel jederzeit und zuallererst über ihre souveräne, weil penibel geordnete Defensive definiert hat, ist das abenteuerlich. Am Dienstagabend stand der BVB da als die Mannschaft mit den drittmeisten Gegentoren in der Bundesliga. „Das“, sagte Klopp, „das ist echt ne Scheißstatistik.“

Woran das wiederum liegt? Nun, das Stammpersonal ist mit einer Ausnahme (Reus für Kagawa) gleich geblieben. Ebenso die Spielphilosophie (Gegenpressing). Und an der körperlichen Konstitution soll, darf und kann es auch nicht liegen. Jürgen Klopp besteht darauf, dass seine Mannschaft topfit ist. Und er hat Recht: In Frankfurt liefen alle Dortmunder zusammen 122 Kilometer, acht mehr als die Frankfurter. Zudem hat die Mannschaft bis jetzt exakt 93 Minuten (gegen Ajax Amsterdam) mehr in den Knochen hat als zum Beispiel die Eintracht. Über Belastungen kann im März zu sprechen sein, jetzt findet nicht nur Klopp diesen Ansatz lächerlich. Die Physis scheidet also aus. Bleibt die Psyche. Kann es die Psyche sein?

Parallele zur Vorsaison ist auffällig

Auffällig ist die Parallele zur Vorsaison, als der BVB auch in der Startphase Probleme hatte. Schon damals ist es ihm nicht gelungen, Konzentration, Entschlossenheit und Gier nach einem großen Triumph ohne Reibungsverlust über die Sommermonate zu retten. Diesen unbedingten Willen, hatte Klopp schon frühzeitig mitgeteilt, müsse man sich erst wieder erarbeiten. Vielleicht ist es auch einfach nur: normal.

Nils Hotze



Kommentare
28.09.2012
12:31
BVB macht ungewohnt häufig etwas Falsches
von lightmyfire | #7

und wurde in den letzten Spielen an die Wand gespielt? :-)) So ist das, wenn es mal nicht so läuft wie erwartet wird, dann weht gleich ein anderer Wind. Die Spiele boten jeden Zuschauer die beste Fußballunterhaltung und waren keine Einbahnstraße. Es gibt keine Mannschaft die gleichbleibend auf hohem Niveau auf der Erfolgsebene spielt und wer die Höhen erklimmen will, muss auch die Täler durchschreiten können und das gilt insbesondere für den Fußball.

27.09.2012
15:52
TomBVBorussia
von Mr.Daniels | #6

hat Interessantes festgestellt: den zeitlich limitierten Horizont schneller Schlagzeilen! Die lesenswerten Beiträge sind die, welche aktuelle Ereignisse in eine mittel- und langfristige Perspektive einordnen können. Wer nicht gleich aus kleinen Ausrastern authentischer und kluger Geister (Klopp, Hummels) generelle Charakterschwäche ableitet, wer nicht gleich aus sechs Gegentoren in zwei Spielen den Untergang des westfälischen Abendlandes konstruiert usw. usw. Jeder Beitrag, der flach gegen den BVB polemisiert und generalisiert, hat eine schnelle Verfallszeit. Gilt natürlich auch für die comments der User. Nehmen wir mal an, in nächster Zeit liefe noch einiges schief, und die Leistungskurve würde immer noch nicht durch die Ecke schiessen: na und? Dann werden einzelne Spieler ihre Tauglichkeit für Klopps System umter Beweis stellen müssen - und unsere Geheimwaffe wird sowieso Früchte tragen: der Footbonaut! Gez. "die Fernschusslizenz", und gerade bei mir zum Tee, der Fussballgott!

1 Antwort
BVB macht ungewöhnt häufig etwas Falsches
von Mr.Daniels | #6-1

...durch die Decke schiessen...

27.09.2012
12:27
BVB macht ungewohnt häufig etwas Falsches
von TomBVBorussia | #5

[editiert von Moderation] was sind wir die letzten 2 Jahre verwöhnt worden, die Manschaft ist von Sieg zu Sieg geeilt ..und jetzt ist die Luft raus und alles schlecht!?!?! oder was?
Die Medien machen echt ein Zauber aus dieser Situation von 2 nicht gewonnenen Spielen nacheinander. 6 Gegentore sind zweifelsfrei zu viel aber deswegen schreibt man den BVB doch nicht in eine Krise. Ich möchte mir die Berichte ansehen wenn der BVB am Samstag Gladbach putzt und bei City punktet.....dann sind wieder Helden geboren!

27.09.2012
10:06
BVB macht ungewohnt häufig etwas Falsches
von schuldenfrei | #4

Der Fehlerteufel scheint sich eher beim Autoren eingeschlichen zu haben. Überschrift und Text!

27.09.2012
06:49
BVB macht ungewöhnt häufig etwas Falsches
von DerMuensteraner | #3

Mir klingen noch die Ohren von BVB-Fans, die nahezu unisono versicherten: "Egal, wie das Ergebnis ist - Hauptsache, wir spielen nicht so langweilig wie die Bayern!"

Getz, wo die Erfolge ausbleiben, klingt das auf einmal ganz anders - der Stolz auf die achso fulminante Spielweise ist reichlich verblasst, das Gemosere am Borsigplatz nimmt dagegen langsam epische Ausmaße an, obwohl selbst etliche Medien nachwievor vom "spektakulären" BVB-Fußball schwärmen! Sind die BVB-Fans letztendlich doch zu jenen "Erfolgsfans" mutiert, über die man beim FC Bayern meinte, seine öden Späßchen machen zu müssen?

1 Antwort
BVB macht ungewohnt häufig etwas Falsches
von Jorgio | #3-1

Münsteraner, welche Erfolge möchtest du denn haben, die Meisterschaft am 5 ST, es gibt aber 34 ST, wer den BVB die zwei Jahre zuvor gesehen hat, wird mit großer Sicherheit nicht unruhig werden, der Saisonstart war immer durchwachsen, aber dann ab dem 7/8 ST hat der BVB angezogen.Nun wir werden sehen ob dieses Jahr genauso verläuft wie die Jahre, oder ob es nun der FCB nach zwei Titellosen Jahren und gigantischen Investitionen nun auch wieder Titel einsammelt, erwarten kann man das nicht nur sondern man muss es einfordern beim FCB, sonst brennt da echt der Baum wenn wieder nix geholt wird.

Persönlich glaube ich eh, das dieses Jahr der FCB dran ist und sich 3 Mannschaften um den 2 Platz streiten werden, damit kann ich als BVBfan leben, sollte jedoch der BVB tatsächlich die Meisterschaft holen, nun so werde ich darüber auch nicht tottraurig sein.

26.09.2012
23:57
BVB macht ungewohnt häufig etwas Falsches
von BVBottrop | #2

Das ist jetzt gefühlt der fünfzigste Artikel zum Thema. Komme mit dem Tempo hier nicht mit :-D. Habe mir mal die letzten Kommentare durchgelesen und finde es schade, dass man als Borusse hier nicht seine Meinung sagen kann, wenn man mit der Leistung der Mannschaft nicht zufrieden war. Ich denke, dass man sachlich darüber reden kann und ich kann so manche emotionalen Ausbrüche einiger Borussen auch gut verstehen. Keiner erwartet einen Durchmarsch der Mannschaft, aber kapitale Fehler lassen sich auch nicht schönreden. Ich kann nur hoffen, dass die Truppe sich kurzfristig zusammenreißt und hinten dicht macht. Wir haben sicherlich nicht das letzte Mal unentschieden gespielt, aber das was gestern und gegen HH passiert ist, sollte zackig behoben werden, hab kein Bock auf zwei Gegentore in nicht einmal zwei Minuten.

26.09.2012
22:15
Kommentar 1 für unsere Bayern-"Freunde" reserviert :-)
von westfaIenborusse | #1

Haut rein Jungs....

1 Antwort
BVB macht ungewöhnt ?
von westfaIenborusse | #1-1

BVB macht ungewohnt oder ungewöhnt häufig etwas Falsches?

Ist zwar sachlich falsch, weil "häufig" maßlos übertrieben ist,
aber was sagen die Deutschlehrer hier?
Wäre nicht "ungewohnt" richtig?

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