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BVB für Nachwuchskoordinator Ricken „Ausbilder Nummer 1“

24.01.2013 | 20:03 Uhr
BVB für Nachwuchskoordinator Ricken „Ausbilder Nummer 1“
Lars Ricken bei einem Training in Fröndenberg-Bausenhagen.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.   Vor kurzem haben BVB-Boss Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc ihre Unzufriedenheit über die eigene Nachwuchsarbeit deutlich geäußert. Der BVB habe zu wenige Nachwuchs-Nationalspieler und stehe in den Junioren-Bundesligen zu schlecht da. Jetzt äußert sich Dortmunds Nachwuchskoordinator Lars Ricken zu den Vorwürfen.

Am Freitagabend eröffnet Borussia Dortmund mit dem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg den 19. Bundesliga-Spieltag. In der Startelf des BVB könnten, wie beim Rückrundenauftakt in Bremen, Mario Götze, Marco Reus, Marcel Schmelzer und Kevin Großkreutz stehen: Vier Spieler, die schon in der Jugend für den Klub gespielt haben.

Kein Grund, sich freudig zurückzulehnen. Vor kurzem haben BVB-Boss Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc ihre Unzufriedenheit über die eigene Nachwuchsarbeit deutlich geäußert. Der BVB habe zu wenige Nachwuchs-Nationalspieler und stehe in den Junioren-Bundesligen zu schlecht da. Jetzt äußert sich Dortmunds Nachwuchskoordinator Lars Ricken exklusiv in dieser Zeitung zu den Vorwürfen.

Herr Ricken, warum sind die A-Junioren des BVB nur Siebter in der Bundesliga West und stehen hinter Arminia Bielefeld?

Lars Ricken: Vorab, Hans-Joachim Watzke hat Recht, wenn er mit den Tabellenständen unzufrieden ist. Wir sind es selbst auch. Es ist nicht unser Anspruch, hinter Bielefeld, Bochum oder Schalke zu stehen. Aber bei den A-Junioren fehlen uns die drei deutschen Top-Talente Jeremy Dudziak, Koray Günter und Marvin Ducksch wegen Verletzungen, oder weil sie für unsere U23 in der Dritten Liga spielen. Mittelfristige individuelle Förderung steht vor dem kurzfristigen Teamerfolg. Aber das ist keine Rechtfertigung dafür, dass wir nicht um die Meisterschaft mitspielen. Wir haben nicht die Breite, um solche Ausfälle aufzufangen. Zur neuen Saison wird sich da aber einiges ändern.

Borussia Dortmund
BVB-Boss Watzke kritisiert eigene Jugendarbeit

Schlechte Platzierungen in den Junioren-Bundesligen, keine Topspieler, die zum Profi-Kader stoßen: Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Fußball-Meister Borussia Dortmund, ist alles andere als zufrieden mit der Jugend-Arbeit in seinem Klub. In der Winterpause bittet er zum Krisen-Gespräch.

Was genau?

Lars Ricken: Auf unserem Trainingsgelände wird ein neues Jugendhaus gebaut. Ein Riesenschritt des Vereins, der eine Menge Geld in die Hand nimmt. Bisher hatten wir zehn Plätze, damit standen wir in der Bundesliga weit unten. Künftig haben wir 20 bis 22 Plätze. Damit können wir deutsche und ausländische Nachwuchs-Nationalspieler holen, über die wir bislang nicht mal nachdenken konnten. Das erzeugt schon jetzt unglaubliche Aufbruchstimmung.

Ein weiterer Kritikpunkt lautet, dass der BVB zu wenige deutsche Nachwuchs-Nationalspieler hat.

Lars Ricken: Zum deutschen U-21-Kader gehören Marc Hornschuh, Tolgay Arslan, Lasse Sobiech, Daniel Ginczek und Antonio Rüdiger, die alle beim BVB ausgebildet wurden. Mario Götze könnte auch noch in der U21 spielen. Das soll uns mal jemand nachmachen. In der U16 und in der U17 ist das sicher ein Problem, da haben wir nur einen türkischen und einen deutschen Nationalspieler. Das ist deutlich zu wenig. Aber auch das wird sich ändern. Unsere U15 ist nicht gut – die ist sogar fantastisch! Dazu wollen wir wieder eine U16 aufbauen. Wir werden mehr Spieler intensiver ausbilden, sind künftig breiter aufgestellt und wollen mittelfristig Titel holen. Und zwar nicht den Westfalenmeister-Titel.

Jugendfußball
Halbzeit-Bilanz liegt weit hinter BVB-Anspruch

Der Blick in die Jugend-Bundesligen passt nicht ganz ins derzeit schöne Bild des BVB. Während die Profis in der Champions League glänzen, liegt die Halbzeit-Bilanz im Nachwuchs weit hinter dem Anspruch der Borussia. Die U 19 ist abgeschlagen Tabellen-Achter, die B-Junioren rangieren auf Platz sechs.

Ihre A-Junioren haben gerade in einem Format gespielt, in dem sich Teams europaweit messen.

Lars Ricken: Die Next-Gen-Series. Auch das hat uns in der Bundesliga Punkte gekostet, aber unsere Jungs in ihrer Entwicklung erheblich weitergebracht. Und wir konnten über die freie Ansetzung Spiele in die Ferien legen. Ab der nächsten Saison will die Uefa mit einem neuen Format die Spiele an die Termine der Champions League koppeln. Wir müssten die Spieler häufig aus den Schulen nehmen. Das sehe ich sehr kritisch.

Ihre Klubführung wünscht sich mehr Spieler für den Profikader. Sie erwähnten Jeremy Dudziak, Koray Günter und Marvin Ducksch. Werden die in die Bundesliga kommen?

Lars Ricken: Eines vorab: Die Qualität unserer ersten Mannschaft ist inzwischen auch in der Breite immens hoch. Der Nachwuchs muss extrem hohe Qualität mitbringen. Aber Durchschnitt bringt uns auch nicht weiter, und es wird unser Ziel bleiben, eigene Spieler zu den Profis zu bringen. Man sieht doch, wie wichtig das in Dortmund für die Identifikation zwischen Spielern und Fans ist. Schauen Sie auf Mario Götze, Marcel Schmelzer, Nuri Sahin, die aus unserer Jugend kommen, oder die Dortmunder Jungs Kevin Großkreutz und Marco Reus. Jeremy Dudziak, Koray Günter und Marvin Ducksch gehören zu den größten Talenten Deutschlands. Ich kann und will nichts versprechen. Aber ich bin bei ihnen sehr optimistisch. Das Potenzial ist da. Koray Günter bildet mit Marian Saar, der gerade aus Leverkusen zu uns gekommen ist, das beste Innenverteidiger-Duo dieser Altersklasse in Europa.

BVB
BVB-Talent Günter genoss "ein durchgängiges Gänsehautgefühl“

BVB-Talent Koray Günter stand am Dienstag mit 18 Jahren erstmals im Kader eines Champions-League-Spiels. Darauf ist er zwar stolz, kann diese Berufung aber auch richtig einschätzen. "Dass mich der Trainer nicht gebracht hat, spielte dabei überhaupt keine Rolle."

Heißt in Summe: Ganz so schlimm steht es um die Nachwuchsarbeit beim BVB nicht?

Lars Ricken: Die Aussagen über die unbefriedigenden Tabellenstände decken sich mit unserer Wahrnehmung . Aber nicht alles ist schlecht. Schauen Sie mal, welche Manager und Scouts von anderen Bundesligisten bei den Spielen unserer U23 in der Dritten Liga auf der Tribüne sitzen. Wir sind neben dem VfB Stuttgart der einzige Profiklub, dessen U23 in der Dritten Liga spielt. Meiner Meinung nach muss man festhalten: Der BVB ist Ausbildungsverein Nummer eins in Deutschland. Kein anderer Klub hat in den letzten fünf Jahren so viele Spieler in die Bundesligen gebracht. Ich bin sicher, dass wir dieses Niveau in den nächsten Jahren halten werden.

Thorsten Schabelon


Kommentare
25.01.2013
22:53
BVB für Nachwuchskoordinator Ricken „Ausbilder Nummer 1“
von Rentner4rr | #2

Was soll man den von Lars Ricken erwarten
der konnte doch selber nix
er hat mal ein Tor in der CL gemacht und hat sich
Jahre daran hoch gezogen
der muss weg

1 Antwort
BVB für Nachwuchskoordinator Ricken „Ausbilder Nummer 1“
von ausbilder2005 | #2-1

....was soll man von Rentner4rr auch viel erwarten
der kann doch selber nix
er hat mal einen vernünftigen Kommentar vor Jahren abgegeben und
zieht sich nun Jahre lang damit hoch
der muß weg !!!!!

25.01.2013
12:11
"Nummer 1“
von westfaIenborusse | #1

Am 10.12. erschien hier ein Artikel mit dem Watzke-Zitat:
"Im Moment gibt es wenig, was bei uns für großartige Jugend-Arbeit spricht.“

Jetzt klingt das bei Lars Ricken ganz anders....was stimmt denn jetzt?

Die A-Jugend liegt meilenweit hinter S 04, genauso wie die B-Jugend.
Nur der nächste Jahrgang ist erfolgreicher.

Kurzum....ich verstehe diesen Artikel nicht.

6 Antworten
AW 1
von scaptcha | #1-1

Ich kann die Verhältnisse ebenfalls nicht einschätzen. Ricken ist sicher eine ganz große Nummer in Dortmund und genießt einen gewissen Ehrenstatus. Doch auch trotz seiner unbestritten großen Verdienste für den Verein, muss man ihn in seiner neuen Position kritisch hintefragen können.Ich bin nicht informiert genug um unsere Jugendarbeit beurteilen zu können. Die Kritik von Watzke/Zorc und die nackten Zahlen der Tabellenstände sprechen gegen unsere Jugendarbeit. Dagegen haben wir in den letzten Jahren außergewöhnlich gute und viele Buli-Profis hervorgebracht.

Mein Fazit: Wir haben in Dortmund ein sehr gutes Fundament für die Jugendarbeit. Die Infrastruktur im Jugendbereich wird stetig verbessert. Wir haben in NRW bzw. im Ruhrpott viel Konkurrenz, aber auch eine unaubliche Masse an hoffnungsvollen Talenten, die gefunden und ausgebildet werden müssen.

Jetzt liegt es an Ricken daraus Kapital zu schlagen.

AW 2
von scaptcha | #1-2

Jetzt liegt es an Ricken daraus Kapital zu schlagen.

Sollte die Entwicklung in den nächsten Jahren nicht genug Ertrag in Form von neuen Talenten mit sich bringen, wird Ricken zu erstzen sein. Ich glaube aber an seine Fähigkeiten, denn er ist ein smarter und erfahrener Mann.

scaptcha
von westfaIenborusse | #1-3

Wäre ja mal ein Thema für die WAZ, wie Watzke und Zorc nach dem
"Krisen-Gespräch" mit Lars Ricken, Sascha Eickel (A-Jugend) und Hannes Wolf (B-Jugend-Trainer) die Lage realistisch einschätzen und er seine Kritik relativiert.

Fakten
von Presseinteressent | #1-4

Auf mich macht Herr Ricken mit seinen Argumenten und Fakten einen kompetenten Eindruck und seine Antworten sind sehr gewählt sowie durchaus kritisch gesehen. Momentan sind alle drei Herren nicht angezählt - Vorstand hat berechtigt gefragt und der Koordinator hat spezielle Einblicke und Ziele ausgegeben - alles im grünem Bereich .

BVB für Nachwuchskoordinator Ricken „Ausbilder Nummer 1“
von DasMehl | #1-5

Irgendeiner redet die Situation beim BVB immer schön - sie können ihre Windbeutelmentalität halt niemals ablegen ...

BVB für Nachwuchskoordinator Ricken „Ausbilder Nummer 1“
von semmmi | #1-6

In Windbeuteln ist auch viel Mehl ^^

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