BVB führt „Stadiondeckel“ in Schwarzgelb ein

Bezahlen mit dem Stadiondeckel: Ulrike Mölders präsentiert das neue System. Foto: Franz Luthe
Bezahlen mit dem Stadiondeckel: Ulrike Mölders präsentiert das neue System. Foto: Franz Luthe
Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund.. Stadion-Bier und Borussen-Wurst gibt’s ab Mittwoch auch ohne Geld. Zumindest ohne Bargeld. Am Freitag hat der BVB seine neue wiederaufladabre Bezahlkarte vorgestellt – den schwarz-gelben Stadiondeckel.

Mit der Präsentation des „Stadiondeckels“ am Freitag tritt der BVB ins Zeitalter des bargeldlosen Zahlungsverkehrs ein. Pils und Bratwurst gibt’s bereits zum Spiel gegen Manchester City als e-cash-Ware.

Den Fans gibt man bis einschließlich der Begegnung gegen den 1. FC Kaiserslautern am dritten Spieltag die Chance, sich daran zu gewöhnen - bis dahin kann man sowohl bar als auch mit der Karte bezahlen, die man bei 150 in leuchtendes Grün gewandete mobilen Verkäufern für 10 Euro erwerben kann (zwei Euro Pfand sind enthalten). Fans gegnerischer Vereine können indes dauerhaft mit Karte oder mit Bargeld bezahlen. Geschäftsführer Thomas Treß sieht das System „justpay“ des Unternehmens „payment solution services GmbH“ als ausgereift an. „Es ist bereits in fünf Fußballstadien im Einsatz“, sagt er.

Karte ist auch im
Internet aufladbar

„payment solution“-Geschäftsführer Sascha Busse zählt die Fußball-Erstligisten Kaiserslautern, Köln, Frankfurt und Hoffenheim auf, hinzu kommen noch der Zweitligist Augsburg, die Handballvereine Lemgo und Flensburg sowie der Basketballclub Trier. Man sei in Gesprächen mit weiteren Fußballbundesligisten über eine Einführung des Systems. Erst einmal freut er sich aber über den Signal-Iduna-Park als Stadion mit großer Strahlkraft.

Eine Einführung in weitere Bundesligastadien würde Sinn machen, denn der BVB-Fan könne selbstverständlich bei Auswärtsspielen seinen heimischen „Stadiondeckel“ auch im gegnerischen Stadion zum Einsatz bringen.

Nach dem ersten Aufladen im Stadion kann der Fan völlig autark mit dem Zahlungsmittel umgehen. Man kann die Karte online aufladen oder sie sich nach Hause schicken lassen. „Ein fanfreundliches System“, sagt Thomas Treß. Man habe im Vorfeld mit der Fanabteilung gesprochen, um deren Meinung mit in die Anforderungen einfließen zu lassen.

Für den BVB entstehen
keine Kosten

Die Karte lässt sich mit Beträgen zwischen zehn und 150 Euro aufladen. Für den Verein stellt die Einführung von „justpay“ kein Risiko dar, es kostet ihn nichts. Zeitersparnis vor den Verkaufsständen ist das Ziel. „Damit der Fan mehr Zeit für das Wichtige hat“, meint Busse, „fürs Fußballspiel“.

Nett ausgedrückt, ist aber nur die halbe Wahrheit. Zur Wahrheit gehört auch, dass sich Thomas Treß vom schnelleren Ablauf vor den Verkaufstresen eine Erhöhung des Umsatzes verspricht. Erfreut berichtete er davon, dass der BVB bereits gestern 50 der Karten verkauft hat.

Wer seine allerdings zurückgeben möchte, könne das selbstverständlich auch im Stadion tun und sich den Restbetrag sowie zwei Euro Pfand auszahlen lassen. Oder sie mit der Post zurückschicken - dann wird der Betrag überwiesen.