BVB-Boss Watzke will Nürnberg-Heimspiel "irgendwie gewinnen"

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke
Foto: Getty Images
Was wir bereits wissen
Unnötig viele Punkte hat der deutsche Fußball-Meister Borussia Dortmund in dieser Saison in Heimspielen hergegeben. Mit der Partie gegen den 1. FC Nürnberg am Freitagabend, der ersten in 2013, soll sich das nachhaltig ändern. "Ich wäre froh, wenn wir das Spiel irgendwie gewinnen“, betont Watzke.

Dortmund.. Normalerweise hat Hans-Joachim Watzke all die ­Zahlen im Kopf, die Borussia Dortmund betreffen. Es sind viele Zahlen, schöne Zahlen zumeist. ­Selten, ganz selten nur irrt der ­Geschäftsführer. Aber dieses Mal spielt ihm seine Erinnerung einen kleinen Streich.

Watzke wirkt gelassen vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg an diesem Freitag (20.30 Uhr/Live-Ticker bei DerWesten). Erstmals öffnen sich die Vorhänge im schwarz-gelben Fußball-Theater im Jahre 2013. Die Zuschauer werden angezogen werden vom Schein des Flutlichts, werden nach Wochen der Enthaltsamkeit zurückkehren an den Ort, an dem sie die Aufführungen für gewöhnlich fiebrig verfolgen. Besonders an Abenden wie diesen. „Diese Flutlichtspiele“, sagt Watzke, „haben immer einen besonderen Reiz.“

Mit der Derbyniederlage gegen Schalke fing die Heimschwäche an

Sie sind in Dortmund ein seltenes Gut, diese Heimspiele am Freitagabend. Nur zwei davon gab’s 2012. „Beide gewonnen“, sagt Watzke eilig. Und irrt, weil sich darunter dieses eigentlich unvergessliche, illustre 4:4 gegen den VfB Stuttgart mischt. Ein Punktverlust, der aus der vergangenen Saison stammt, aus der Meister-Saison, in der das Dortmunder Stadion für die Gegner eine uneinnehmbare Festung zu sein schien.

Eine einzige Niederlage kassierte der BVB in dieser Spielzeit vor eigenem Publikum und blieb danach ein Kalenderjahr lang ohne Heimniederlage. Bis zu dieser Saison. Bis der Erzrivale Schalke 04 drei Punkte entführte. Es gesellten sich eine unglückliche Niederlage gegen Wolfsburg und zwei leichtsinnige Unentschieden gegen Stuttgart und Düsseldorf hinzu. Es ist wahrlich keine verheerende Bilanz, aber sie ist für die Ansprüche des BVB eine mehr als ärgerliche.

Watzke: „Die Punkte, die da fehlen, die tun weh“

Zwölf Punkte liegt der Meister hinter dem Tabellenführer Bayern München, acht davon wurden in Heimspielen hergegeben. „Die Punkte, die da fehlen, die tun natürlich weh“, sagt Watzke. Die Punktausbeute liest sich so, moniert auch Trainer Jürgen Klopp, „als hätten wir erst fünf Heimspiele gehabt.“ Weitere Aussetzer sind daher streng verboten, um die Ziele, nämlich die so wichtige Eintrittsgenehmigung zum prall gefüllten europäischen Geldspeicher namens Champions League zu sichern, nicht aufs Spiel zu setzen.

BVB-Splitter Aber Heimspiele sind mitunter irgendwie anders. Der Gegner zieht sich in die Verteidigung zurück, überlässt dem BVB in weiten Teilen des Feldes den Ball. Eine Mannschaft, die den Ball hat, kann ihn nicht erobern, ihn nicht schnell gegen eine unsortierte Abwehr zum Torschuss nutzen. Genau das ist das Spiel der Klopp-Truppe. Zuletzt war es in Bremen zu bestaunen, wo Mario Götze und Co. aus 44 Prozent Ballbesitz fünf feine Treffer produzierten.

Irgendwie gewinnen

Nürnberg wird ein anderes Spiel. „Wir werden nicht immer wie in Bremen fünf Tore schießen“, beugt Watzke vor, „ich kann da nur um eine realistische Erwartungshaltung bitten. Ich wäre froh, wenn wir das Spiel irgendwie gewinnen.“ Wie alle anderen Heimspiele dieser Saison. Das wäre dann auch einfacher, um es sich einzuprägen.