BVB beglückt Klopp mit 3:0-Erfolg über SC Paderborn

Pierre-Emerick Aubameyang erzielte das 2:0 für den BVB gegen Paderborn.
Pierre-Emerick Aubameyang erzielte das 2:0 für den BVB gegen Paderborn.
Foto: Getty Images
Was wir bereits wissen
Henrikh Mkhitaryan, Pierre-Emerick Aubameyang und Shinji Kagawa schossen den 3:0-Kantersieg für den BVB über den SC Paderborn nach der Pause heraus.

Dortmund.. Es war die spannendste Frage vor diesem Bundesligaspieltag: Wie würden die Fans von Borussia Dortmund wohl Jürgen Klopp empfangen, nachdem dieser sich unter der Woche entschieden hatte, am Saisonende seine Ära im Ruhrgebiet zu beenden? Auf Abschiedstournee befinde sich er sich ja nicht, das hat der 47-Jährige vor der Partie gegen den SC Paderborn betont. Und so bereiteten die schwarzgelben Anhänger Klopp einen Empfang, den er aus sieben Jahren beim BVB kennt: begeistert und liebevoll, aber auf gar keinen Fall wehmütig oder gar enttäuscht. Und auch die Spieler sorgten noch dafür, dass es ein vergnüglicher Nachmittag im Signal-Iduna-Park wurde: Beim 3:0 (0:0) über die Ostwestfalen beendete Henrikh Mkhitaryan mit dem Führungstor (48.) nach 232 Minuten die Dortmunder Torflaute im heimischen Fußballtempel, Pierre-Emerick Aubameyang (55.) und Shinji Kagawa (80.) schufen klare Verhältnisse.

Marco Reus musste beim BVB wegen Adduktorenbeschwerden passen

Klopp Die Hoffnungen der Borussen auf einen Sieg im Kampf um den siebten Platz, der sehr wahrscheinlich zur Teilnahme an der Europa League in der kommenden Saison berechtigt, erhielten zunächst durch die Absage Marco Reus’ einen Dämpfer: Adduktorenprobleme ließen einen Einsatz des Nationalspielers nicht zu. Für die verletzten Neven Subotic (kleiner Bandscheibenvorfall) und Sebastian Kehl (Rippenbruch) brachte Klopp zwei Weltmeister: Erik Durm spielte hinten rechts, Matthias Ginter, der zuletzt in der U23 aushalf, stand erstmals seit dem Rückrundenauftakt in der Startelf. Vorab: Beide machten ihre Sache sehr gut.

Nachdem die Saisonpleiten zwölf und dreizehn gegen Bayern München (0:1) und bei Borussia Mönchengladbach den Dortmunder Aufschwung von sieben Spielen ohne Niederlage beendet hatten, rechnete Klopp vor dem Paderborn-Spiel auch mit einem heißen Tanz: “Wir müssen eine Atmosphäre hinbekommen, in der alle auf den Fight eingestellt sind. Paderborn spielt nicht aufsteigerlike, indem sie Bälle nach vorne treten. Da sind gute Jungs drin.” Tatsächlich waren es aber seine Spieler, die dem Spiel den Stempel aufdrückten. Zwar sah vieles tatsächlich so aus, wie man es erwartet, wenn der Tabellenzehnte den -sechzehnten empfängt. Aber immerhin erspielten sich die Dortmunder im eigenen Stadion mal wieder eine Vielzahl an Chancen - die im ersten Durchgang jedoch alle vergeben wurden.

Mit Weitschüssen (Ginter/4. und Gündogan/12.) war SCP-Keeper Lukas Kruse zunächst genauso wenig zu bezwingen wie nach wenigstens vereinzelten sehenswerten Kombinationen (Blaszczykowski/24.). Die stärkste Phase hatte der BVB zwischen der 34. und 37. Minute, als Pierre-Emerick Aubameyang völlig freistehend nach schönem Gündogan-Lupfer noch von Uwe Hünemeier am Torerfolg gestört werden konnte und Kruse beim Lupfer des Gabuners noch die Finger an den Ball bekam. Der an diesem Tag starke Henrikh Mkhitaryan zielte bei einem Volleyschuss aus der Drehung auch nur knapp daneben. Die Gäste waren lediglich bei Standardsituationen dezent gefährlich. Glück hatte der BVB allerdings, dass Schiedsrichter Dr. Felix Brych nach einem Zweikampf zwischen Sokratis und Hünemeier nicht auf Strafstoß entschieden hatte (24.).

Henrikh Mkhitaryan traf per Kopf für den BVB

Einzelkritik Das erlösende 1:0 (48.) aus Sicht der Gastgeber sollte nach dem Seitenwechsel allerdings nicht lange auf sich warten lassen: Ginter leitete mit einem Pass auf den rechten Flügel die Führung ein, Mkhitaryan köpfte am rechten Strafraumeck die Flanke von Aubameyang ein. Ginter legte dann nur sieben Minuten später für Aubameyang auf, der den Ball zum 2:0 über Kruse einchippte. An Henrikh Mkhitaryan ließ sich erkennen, dass Klopps Abschiedsankündigung vielleicht auch die ein oder andere Blockade lösen kann: Die feine Hackenvorarbeit des Armeniers konnte Blaszczykowski aber nicht mit einem dritten Treffer krönen (59.), nur Sekunden später wurde Ginters Schuss noch so gerade geblockt.

Dreimal musste Lukas Kruse dann noch den Ball aus dem eigenen Netz holen - allerdings sah der Schiri-Assistent beim Pass von Erik Durm auf Aubameyang (59.) ebenso eine Abseitsposition wie beim Abstauber von Kagawa (79.). Der Japaner durfte dann aber doch noch jubeln, als das Schiedsrichtergespann seinem 3:0 (80.) nicht die Anerkennung verweigerte. An diesem Samstag geriet der BVB gegen schwache Paderborner auch nicht mehr in Gefahr, wie im Hinspiel eine Zweitoreführung noch zu vergeigen: Roman Weidenfeller verlebte einen beschäftigungslosen Nachmittag, an dessen Ende der BVB mit dem 3:0-Sieg auf Platz acht in der Tabelle klettert und nur noch einen Zähler hinter der TSG Hoffenheim liegt.