BVB-Ass Mats Hummels hat Zeitpunkt und Worte mit Bedacht gewählt

Auch in der kommenden Saison noch Teamkameraden? Hummels, Reus und Gündogan (v.l.) Foto: Imago
Auch in der kommenden Saison noch Teamkameraden? Hummels, Reus und Gündogan (v.l.) Foto: Imago
Foto: imago/Thomas Bielefeld
Was wir bereits wissen
Sollte Mats Hummels seine nahe Zukunft im Ausland sehen, wäre dies ein Rückschlag für Borussia Dortmund. Dass der Nationalspieler über diese Option erst redet, nachdem der BVB den Klassenerhalt so gut wie gesichert hat, spricht für ihn. Ein Kommentar.

Essen.. Mats Hummels gehört zu den Menschen, die ihre Worte mit Bedacht wählen. Und die nicht in jede verbale Falle tappen. Auf dem Höhepunkt der BVB-Krise hat der Nationalspieler versichert, er müsse „nicht unbedingt Champions League spielen, um glücklich zu werden.“ Das darf man ihm abnehmen oder auch nicht. Es war eh vor allem eine taktische Erklärung, die zur Beruhigung jener Fans beitragen sollte, die einen Kausalzusammenhang zwischen dem Verpassen der Königsklasse und dem Abgang diverser Stars herstellen.

Abgang von Mats Hummels wäre herber Schlag für den BVB

Drei Monate danach lässt Hummels die Öffentlichkeit wieder an seinen Gedanken über seine Zukunft teilhaben, die diesmal allerdings in eine andere Richtung zielen (Wechsel ins Ausland). Sicher, die Möglichkeit, dass er damit lediglich eine Gehaltsaufbesserung in Dortmund provozieren möchte, ist nicht aus der Welt. So oder so aber spricht es für ihn, dass er für seinen Vorstoß einen Zeitpunkt gewählt hat, da der BVB aktuell aus dem Gröbsten (Abstiegsgefahr) heraus ist. Mit dem für Hummels nützlichen Effekt, sich im Falle eines vorzeitigen Abgangs keine Heuchelei vorwerfen lassen zu müssen.

Nach der Vertragsverlängerung von Marco Reus wäre der Weggang seines Kapitäns für Borussia Dortmund gleichwohl ein herber Rückschlag. Auch, weil er Nachahmer (Gündogan?) zur Folge haben könnte. Umso aufmerksamer dürfte die Vereinsführung das Verhalten der Konkurrenz verfolgen.

Gladbach und Bayern haben vorgelegt

Kommentar Wolfsburg hat gerade mit der 30 Millionen Euro teuren Verpflichtung von Andre Schürrle noch einmal aufgerüstet und muss – Stand heute – wohl nicht befürchten, schon für die nächste Spielzeit Kevin de Bruyne (an Bayern) zu verlieren. Und die Gladbacher Borussia setzt mit der bevorstehenden Vertragsverlängerung von Patrick Herrmann ein weiteres Ausrufezeichen, nachdem sie schon im Kampf um den Hannoveraner Lars Stindl Rivalen wie Schalke und Leverkusen ausgestochen hat.

Vor diesem Hintergrund wäre Hummels’ Verbleib das stärkstmögliche Signal des BVB. Das weiß natürlich auch der Spieler, der deshalb vorsichtshalber schon mal klar gemacht hat, dass es eben auch um seine Zukunft geht.