BVB-Abwehr gegen Anderlecht "nicht perfekt, aber leidenschaftlich"

Neven Subotic (r.) zeigte sich nach dem Spiel gegen Anderlecht selbstkritisch.
Neven Subotic (r.) zeigte sich nach dem Spiel gegen Anderlecht selbstkritisch.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Nachdem sich der BVB in der Bundesliga zuletzt mehr Gegentore eingefangen hatte als dem Klub lieb sein konnte, stand gegen den RSC Anderlecht in der Champions League hinten endlich einmal wieder die Null. Doch allein auf die gute Leistung der Defensive war das nicht zurückzuführen.

Anderlecht.. Viele erfreuliche Dinge hatten sich aus Sicht von Borussia Dortmund im Brüsseler Stadtteil Anderlecht zugetragen. Aber den Schauplatz des Champions-League-Duells mit dem belgischen Meister RSC Anderlecht verließen die Fußballer in Schwarz und Gelb mit dem guten Gefühl, dass eine Sache nicht geschehen war: Gegentore.

Das war ja in der jüngeren Vergangenheit das große Thema gewesen. Treffer, für die sich der Gegner nicht einmal groß anzustrengen brauchte, weil der BVB reihenweise gravierende Fehler produzierte, die zu Vorlagen wurden. So ging das Spiel in Mainz mit 0:2 verloren,so rettete sich der Vizemeister zu einem 2:2 gegen den Tabellenletzten VfB Stuttgart, so ging auch das Derby gegen den FC Schalke mit 1:2 verloren. Keine Ruhmesbilanz – und vor allem ein schmerzender Dorn im Auge von Trainer Jürgen Klopp, der nichts lieber sieht als eine stabile Defensive.

Das Glück war dem BVB diesmal hold

Umso erleichterter war der BVB-Trainer, dass im zweiten Saison-Spiel der Königsklasse zum zweiten Mal die Null stand. 2:0 gegen den FC Arsenal, nun 3:0 in Anderlecht. „Grundsätzlich ist es als Trainer das Beste, was ich mir vorstellen kann“, meinte Klopp nach dem Spiel im lilafarbenen Keller des RSC. Doch er wusste, dass es falsch wäre, sich von diesem Erfolgserlebnis einlullen zu lassen und die Fakten zu übersehen. Sein zarter Hinweis: „Wir haben nicht perfekt, aber sehr leidenschaftlich verteidigt und brauchten in manchen Momenten auch das Glück, das wir heute dann auch hatten.“

Stimmen In der Tat benötigte es eine Prise Fortune, um mit der makellosen Bilanz von null Gegentoren die Heimreise anzutreten. Dennis Praet tauchte in der ersten Halbzeit bemerkenswert frei vor dem Dortmunder Tor auf, scheiterte aber an einem sehenswerten Reflex von Roman Weidenfeller. Und Aleksandar Mitrovic hatte kurz vor dem Spielende den Anschlusstreffer zum 1:2 auf dem Fuß, der noch einmal mehr Spannung in die Partie gebracht hätte als nötig gewesen wäre. Die Borussia schlitterte Zentimeter an noch mehr Gezitter vorbei.

Nächstes Spiel gegen Krisenklub HSV

Einzelkritik „Das Krasse ist, dass wir wieder zwei dicke Chancen zugelassen haben“, meinte Innenverteidiger Neven Subotic einsichtig, „mit ein bisschen Pech kriegen wir wieder zwei Dinger rein und keiner redet mehr von einer guten Abwehr. Die Leistung war nicht überragend - vor allem nicht von mir, weil ich kurz vor Schluss zwei Duelle verloren habe.“ Selbstkritik im Dortmunder Lager – ein gute Grundlage, um es gleich am Samstag noch ein bisschen besser zu machen. Dann wartet in der Bundesliga mit dem Hamburger SV der nächste Gegner. Der Klub ist schwer in der Bredouille und in dieser Saison noch ohne Sieg. Das soll, wenn es nach dem BVB geht, zumindest vorerst so bleiben. Eine gute Defensive wäre dabei erneut sehr hilfreich.