"Bitter" - BVB-Profis enttäuscht nach 1:2 gegen FC Bayern

Enttäuscht: BVB-Torwart Roman Weidenfeller tröstet Sokratis.
Enttäuscht: BVB-Torwart Roman Weidenfeller tröstet Sokratis.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Es hätte der große Befreiungsschlag werden können, aber am Ende standen trotz einer guten Leistung wieder einmal null Punkte für Borussia Dortmund: 1:2 hieß es beim FC Bayern München. Dementsprechend enttäuscht und niedergeschlagen waren die BVB-Profis. Die Stimmen.

München.. Sebastian Kehl (Borussia Dortmund): "Wir haben viel investiert, am Ende nichts bekommen. Da können wir uns nichts für kaufen. Dementsprechend sind wir auch enttäuscht."

Kehl zur Herangehensweise: "Wir haben in der zweiten Halbzeit den Druck nicht mehr so aufrecht erhalten können wie in der ersten, haben uns dann defensiver aufgestellt und haben sicherlich die Bayern mehr ins Spiel kommen lassen. Aber natürlich ist es auch nicht möglich, die Bayern über 90 Minuten hinweg so unter Druck zu setzen. Sie befreien sich dann individuell, verlagern auf die andere Seite, dann sind sehr viele Laufwege nötig. Trotz alledem haben wir das Spiel lange offen gestaltet und hätten hier auch noch einen Punkt verdient gehabt. So fahren wir wieder mit leeren Händen nach Hause."

BVB-Sportdirektor Michael Zorc: "Wir mussten umstellen zur Halbzeit, Mats musste raus. Damit fehlte uns dann auch ein spielerisches Element von hinten. Wir wissen, wie gut er im Aufbauspiel ist. Wir haben es dann nicht mehr häufig genug geschafft, für Entlastungssituationen zu sorgen. Wir haben auch nicht mehr so pressen können, wie wir das in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht haben. Es ist Angriffswelle auf Angriffswelle auf uns zugerollt. Roman hat weltklasse gehalten. Am Ende ist es dann doch unglücklich, wenn du durch einen Elfmeter verlierst."

Zorc zu den Folgen der Niederlage: "Wir haben ja nicht lange Zeit, darüber nachzudenken. In drei Tagen ist schon wieder Champions League, dann geht's am Sonntag gegen Gladbach weiter. Wir müssen in der Liga endlich mal einen Dreier haben, um dann auch wieder Luft zu haben."

Einzelkritik Sokratis (Borussia Dortmund): "Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, da konnten wir das umsetzen, was der Trainer wollte. In der zweiten Halbzeit haben wir es weniger gut gemacht und es nicht umgesetzt. Wir haben kaum gepresst. In der zweiten Halbzeit war Bayern klar stärker."

Reinhard Rauball (Präsident Borussia Dortmund): "Wir bewahren die Ruhe. Wir lassen die Verantwortlichen weiter in aller Ruhe arbeiten. Und dann wird sich auch der Erfolg einstellen, wenn die Leistung wie in der ersten Stunde heute auch in den nächsten Spielen auf den Platz gebracht wird. Deswegen bin ich sehr zuversichtlich, dass wir alsbald in der Tabelle weiter nach oben klettern werden."

Erik Durm (Borussia Dortmund): "Das ist natürlich sehr bitter für uns. In der Lage, in der wir jetzt sind, können wir jeden Punkt gebrauchen. Und wir wollten natürlich die drei Punkte, nachdem wir das 1:0 gemacht haben - und kriegen das letztendlich nicht ganz verteidigt."

Durm zum Spielverlauf: "Wir haben in der ersten Halbzeit alles auf den Platz gebracht. Dann war es natürlich schwer, wir wussten, dass Bayern kommen wird. Trotzdem haben wir zwei-, dreimal noch nach vorne gespielt, Konter gefahren, Bälle im Mittelfeld abgefangen. Das ist einfach bitter im Moment. Die Spiele verlieren wir immer mit einem Gegentor. Wir brachen unbedingt Punkte."

Lukasz Piszczek (Borussia Dortmund): "Wir stecken jetzt unten drin und es wird nicht einfach, da rauszukommen. Wir müssen uns das erarbeiten."

Hummels Neven Subotic (Borussia Dortmund): "Es war schon in der Pause klar, dass Bayern offensiver rauskommt, weil eine Niederlage zu Hause für sie natürlich nicht das Ziel ist. Wir haben uns darauf eingestellt, haben versucht, das Ding abzusichern, dass sie zu keinen Torchancen kommen. Das ist uns leider nicht komplett gelungen. Natürlich haben wir nicht nur versucht, hinten dicht zu halten, sondern auch vorne Chancen herauszuspielen. Das ist uns auch ansatzweise gelungen, die eine oder andere Chance hatten wir."

Subotic über den Spielverlauf: "Wir haben das wichtige 1:0 geschossen, das ist das schwerste im Fußball. Und das auf ideale Art und Weise. Dass das leider nichts wert ist, ist extrem schade. Die Punkte hätten wir natürlich sehr gebraucht. Wir sind auf keinem guten Platz, sind absolut nicht zufrieden damit. Wir müssen uns steigern."

Götze im Kurzinterview: "Natürlich würde ich mich über Marco freuen"

Herr Götze, das war heute ein sehr intensives Spiel. Kann man sagen, dass es Finalcharakter hatte?

Mario Götze: Es war ein hartes Spiel, definitiv. Gerade dadurch, dass wir in Rückstand geraten sind, das ist eine neue Situation für uns. Wir hatten in der ersten Halbzeit einige Chancen, die wir hätten nutzen müssen. Wir lagen lange 0:1 hinten, es war ein hart umkämpftes Spiel. Wir haben es in der zweiten Halbzeit dann sehr, sehr gut gemacht. Wir wollten den Ausgleich, haben das geschafft und dann durch den Elfmeter auch verdient gewonnen.

Sind Sie und Ihre Kollegen besonders motiviert, wenn es gegen den BVB geht?

Götze: Es ist immer ein hartes Spiel, sehr intensiv, das pusht definitiv. Natürlich sind es nur drei Punkte, aber gegen Dortmund ist es immer ein bisschen mehr, klar.

War die Vorstellung in der zweiten Halbzeit, als man den BVB klar dominiert hat, eine Münchner Machtdemonstration?

Götze: Macht ist gut, wir lagen ja lange 0:1 zurück. Wir haben es natürlich sehr gut gemacht, auch in der ersten Halbzeit. Wir wussten, dass wir in er zweiten Halbzeit auch wieder unsere Räume finden. Wir haben brutal Druck aufgebaut, wollten den Ausgleich erzielen. Wir haben es in der zweiten Halbzeit besser gemacht als in der ersten, haben dann auch unsere Torchancen genutzt und verdient gewonnen.

Das Dortmunder Tor hat heute Marco Reus geschossen, um den es zahlreiche Wechselgerüchte gibt. Würden Sie sich freuen, wenn er zum FC Bayern käme?

Götze: Natürlich würde ich mich freuen. Aber ich glaube, das hat noch Zeit.